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Mann tötet auf Flucht zwei Polizisten
Die Polizei sperrte zwischen Oegeln und Beeskow die Straße mit einem Nagelbrett. Der flüchtende Fahrer wich aus und und erfasste auf dem Radweg die Beamten. Foto: dpa
Verbrechen

Mann tötet auf Flucht zwei Polizisten

Schreckliches Drama in Brandenburg: Ein 24-jähriger Mann steht im Verdacht, seine Oma getötet zu haben. Eine Großfahndung wird ausgerufen. An einer Straßensperre überfährt der Verdächtige zwei Polizeibeamte.

01.03.2017
  • DPA

Müllrose. Vor dem kleinen gelben Haus in Müllrose flattert das rot-weiße Band der Polizei im Wind. Der Zugang ist abgesperrt. Kriminaltechniker in weißen Anzügen sind im Haus bei der Arbeit. Am Vormittag hat es dort unweit des Sportplatzes einen lauten Streit zwischen der 79-jährigen Marianne G. und ihrem Enkelsohn Jan G. gegeben. Die Rentnerin hat an diesem Tag Geburtstag – sie wird den Tag nicht überleben. Der Enkel soll der Frau die Kehle mit einem Messer durchgeschnitten haben. Nachbarn alarmieren den Rettungsdienst.

Die Hintergründe für das Verbrechen sind bis zum Abend nicht vollständig geklärt. Es gibt Vermutungen, dass der Tatverdächtige unter Drogen stand. Nicht das erste Mal, wie sich herausstellen wird. Während die Kriminaltechniker in weißen Anzügen den Tatort untersuchen, ist es in der Nachbarschaft fast schon gespenstisch still.

Viele Bewohner sind arbeiten. „Was ist hier passiert?“, fragt ein Mann. – „Nein, wir haben nichts mitbekommen.“ Als er den Namen des Opfers und die Hausnummer hört, meint er nur: „Die Frau hat mal beim Forst gearbeitet.“ Auch eine ältere Frau ist schockiert, als sie erfährt, dass Marianne G. umgebracht worden ist. „Die ist hier fast täglich mit dem Auto vorbeigefahren“, erzählt sie. „Aber ansonsten haben wir nicht viel gesprochen.“ Das Opfer wohnte ihr zufolge schon mindestens seit den 1970er-Jahren in der Straße – in den vergangenen Jahren wohl allein. Das Haus der Tochter gleich nebenan sei erst später gebaut worden.

„Mit dem großen Enkelsohn gab es immer mal Ärger“, erzählt sie weiter. Vermutlich auch wegen Drogen. Bei der Polizei gibt es zahlreiche Eintragungen über Jan G.: Rauschgiftdelikte, Beschaffungskriminalität, aber auch Gewaltdelikte und Bedrohung.

Die Nachricht von der Tötung der Müllroser Rentnerin hatte noch nicht den Ort verlassen, da gibt es zwei weitere Opfer im nahen Oegeln. Dort wollen zwei Polizisten den Tatverdächtigen, der mit dem Wagen seiner Oma auf der Flucht ist, mit einer Autosperre stoppen. Sie haben ein Nagelbrett ausgelegt. Jan G. umfährt es und rast auf dem benachbarten Radweg in die beiden Männer, die sofort tot sind.

Der Fluchtwagen bleibt in einem Feld stecken, Jan G. flüchtet zu Fuß, presst einem Bauunternehmer dessen Fahrzeug ab. Die Fahrt endete nach 500 Metern auf einem Feld, wo sich das Auto überschlägt. Der Beschuldigte wird schwer verletzt in ein Krankenhaus in der Region eingeliefert. Die Polizei sperrt die gesamte Straße für Stunden ab. Rettungswagen sind vor Ort. Zunächst will die Polizei den Tod der Kollegen nicht bestätigen. Erst sollen die Angehörigen über das schreckliche Geschehen informiert werden.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist nach Aussagen von Regierungssprecher Florian Engels noch am Nachmittag nach Fürstenwalde gefahren und hat dort über eine Stunde mit den Kollegen der Polizeiinspektion gesprochen. Woidkes Anteilnahme gelte neben den Familien der gestorbenen Polizisten auch den Angehörigen der Großmutter, betonte Engels gestern.

In Beeskow machte die Nachricht über die schrecklichen Ereignisse im Ortsteil Oegeln schnell die Runde. Dass etwas Größeres passiert sein musste, war an den unentwegt heulenden Martinshörnern und einem stundenlang kreisenden Hubschrauber zu erahnen. In der abendlichen Sitzung der Stadtverordneten riefen der Vorsitzende Sven Wiebicke und Bürgermeister Frank Steffen (beide SPD) zu einer Schweigeminute auf.

Janet Neiser und Jörg Kühl

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01.03.2017, 06:00 Uhr
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