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Hochwasser im Landkreis Reutlingen

Mann stürzt sich in die reißende Flut

Das verheerende Hochwasser in Reutlingen hat möglicherweise ein Todesopfer gefordert. Seit Samstagabend wird ein Mann vermisst. Die Feuerwehr schließt nicht aus, dass er in der Echaz ertrunken ist.

01.06.2013
  • tol

Um 22.34 Uhr wurde die Reutlinger Feuerwehr alarmiert, dass auf Höhe der Lindachbrücke ein Mann in die reißenden Fluten der Echaz gesprungen sei. Rettungskräfte haben bislang vergeblich nach ihm gesucht. Die Polizei geht mittlerweile davon aus, dass er sich umbringen wollte.

Bereits seit Freitagabend wird in Bad Urach ein Arbeiter vermisst. Die Polizei vermutet, dass er bei Absicherungsmaßnahmen an einer Baustelle in einen Nebenfluss der Erms gefallen und ertrunken ist.

Nach starken Regenfällen war es am Samstag im Kreis Reutlingen an vielen Orten zu Überschwemmungen gekommen. Bis Sonntagfrüh mussten Feuerwehr und Rettungskräfte kreisweit zu 325 Einsätzen ausrücken. Ein Einsatzschwerpunkt war die Echaz in der Reutlinger Innenstadt und im Stadtbezirk Betzingen. Die Feuerwehr sicherte zahlreiche Gebäude mit Sandsäcken und Tauchpumpen.

Zwei Familien mussten ihre Wohnungen verlassen, nachdem das Gebäude von Wassermassen unterspült worden war. Im Parkhaus Lederstraße gab es einen Wassereinruch; das Untergeschoss wurde geräumt. In Gönningen trat die Wiesaz über die Ufer und überschwemmte die Produktionsanlagen einer Firma, eine Schule und eine Turnhalle. Auf der Durchgangsstraße stand das Wasser bis zu 40 Zentimeter hoch. In Pfullingen wurden das Gymnasium und die Kurt-App-Sporthalle überflutet.

Mehrere Feuerwehrabteilungen befüllten mit einer Maschine beim Kieswerk in Altenburg Sandsäcke. Bis Mitternacht wurden etwa 8000 Säcke an die Wehren im Landkreis ausgegeben.

Auch entlang der Erms in Bad Urach, Dettingen und Metzingen sowie in Lichtenstein-Unterhausen war die Lage dramatisch. In Bad Urach wurden nach einem Hangrutsch sieben Häuser von der Polizei evakuiert. Auf der Durchgangsstraße in Lichtenstein-Unterhausen wurden Schachtdeckel nach oben gedrückt. Das Wasser schoss einen halben Meter hoch aus dem Boden.

Gegen 22 Uhr spitzte sich die Hochwasserlage in der Stadt Reutlingen noch einmal dramatisch zu. Die Pegel stiegen aufgrund des wieder einsetzenden Regens stark an. In Betzingen wurden Brücken überflutet. In mehrere Gebäude am Ufer drang Wasser ein.

Nach wie vor kommt es im gesamten Landkreis durch Überflutungen und Hangrutsche zu Verkehrsbehinderungen. Einzelne Streckenabschnitte, insbesondere im Bereich der Albaufstiege, sind immer noch ganz oder teilweise für den Verkehr gesperrt. Über den Umfang und die Dauer kann die Polizei keine verlässlichen Angaben machen.

Dieses Video von Leser Jörg Henschel zeigt eindrücklich das Hochwasser an der Echaz:

Seit Sonntagfrüh fallen die Pegel an Neckar und Echaz wieder. Die Lage entspannt sich zusehends. Um die Mittagszeit war die Feuerwehr noch an rund 20 Einsatzstellen tätig. Die Aufräumarbeiten und das Leerpumpen von Kellern werden noch den ganzen Tag andauern. Insgesamt waren in den 24 Katastrophen-Stunden fast 1000 Rettungskräfte im Einsatz.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels war von zwei möglichen Todesopfern im Reutlinger Stadtgebiet die Rede. Dies hat sich mittlerweile als Irrtum herausgestellt.

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01.06.2013, 12:00 Uhr
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