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Hoffenheim holt Huub

Mann für die besonders schweren Fälle: Wie Stevens die Kraichgauer auf Trab bringen will

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Markus Gisdol beurlaubt wird. Als Nachfolger hat 1899 ausgerechnet den Niederländer verpflichtet, der zuletzt wie die personifizierte Lebensversicherung des VfB Stuttgart wirkte.

27.10.2015
  • ARMIN GRASMUCK

Ulm/Sinsheim Wenn es ihm zu bunt wird, droht den Hoffenheimern ziemlich schnell das Affentheater. Huub Stevens pflegt die besondere Qualität, die gerade den jungen Kollegen oft abgeht: Er hat das Gespür für die Spieler, für die Mannschaft als Ganzes und selbst für den Verein, sollte der Fokus falsch gesetzt sein. Die natürliche und umgängliche, bei Bedarf auch strenge und sehr bestimmte Art des Trainers waren offensichtlich die entscheidenden Argumente für die Kluboberen von 1899 Hoffenheim, die den 61 Jahre alten Niederländer als Nachfolger von Markus Gisdol verpflichtete.

"Wir haben Ruhe und Geduld bewiesen und Vertrauen in die Arbeit von Markus gehabt", sagt Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen. Der Rauswurf des Trainers scheint jedoch bereits vor einigen Tagen beschlossen worden zu sein, auch weil der mächtige Mäzen Dietmar Hopp offensichtlich von Gisdol abgerückt war. Mit dem enttäuschenden Auftritt beim 0:1 im Heimspiel gegen den Hamburger SV verspielte der Trainer, den die Spieler bis zuletzt zu stützen versuchten, die letzte Chance.

Jetzt also Stevens. Oder, wie er in der Fachsprache genannt wird: Der Knurrer von Kerkrade. Der Holländer pflegt die ursprünglichen Tugenden des Fußballs. Aufrichtige Arbeit, Härte im Zweikampf, Disziplin auf dem Platz und daneben - und volle Konzentration auf die Defensive. "Die Null muss stehen", so lautet einer seiner legendären Sprüche. Wer mitzieht, kriegt von ihm jede Möglichkeit. Brotlose Künstler, Schönwetterkicker und Selbstdarsteller streicht er knallhart aus dem Kader. Er ist ein Meister des antizyklischen Akts. Niedergeschlagene Spieler baut er mit frischen wie freundlichen Worten und Anekdoten aus dem wahren Leben auf. Hält sich einer für den Größten, holt ihn der knorrige Niederländer knallhart und unmissverständlich zurück auf den Boden. "Wir waren nach den ersten Gesprächen sofort davon überzeugt", dass Huub Stevens die optimale Lösung ist", sagt Rosen. Die Hoffenheimer setzen auf die große Routine des neuen Trainers, seine Fähigkeiten, selbst Mannschaften in hoffnungslosen Ausgangspositionen ruhig und höchst ambitioniert auf Trab zu bringen.

Zuckerbrot und Peitsche. Dem VfB Stuttgart hat Stevens in den beiden vergangenen Spielzeiten auf diese Weise den Klassenerhalt gesichert. Der legendäre Wutausbruch in diesem Frühjahr, der in der rüden Verbalattacke gegen die eigenen, nach seinem Empfinden zu pomadig agierenden Akteure gipfelte, kam überraschend und, zumindest nach Ansicht einiger Beteiligter, unberechtigt. "So ein Affentheater", so brüllte Stevens auf dem Trainingsplatz - und verschwand knurrend in der Kabine. Am Tag darauf schlugen die Stuttgarter den ebenfalls vom Abstieg bedrohten HSV 2:1 - und Stevens lachte sich eins. Der Biss des Knurrers fehlt dem VfB gerade.

Mann für die besonders schweren Fälle: Wie Stevens die Kraichgauer auf Trab bringen will
Erst im Mai verabschiedete sich Huub Stevens von den Anhängern des VfB Stuttgart, jetzt übernimmt er das Kommando in Hoffenheim. Foto: Eibner

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27.10.2015, 12:00 Uhr
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