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„Man kann ja schon mal böse werden“
Der Mann, der der „Schilddrüsenunterfunktion“ ein poetisch-musikalisches Denkmal setzte, kommt mit neuen Songs auf Tour: Funny van Dannen. Foto: Amelie Losier
Der deutsche Songwriter Funny van Dannen stellt sein neues Album „Come on“ vor

„Man kann ja schon mal böse werden“

Gitarre, Stimme, Witz, klarer Blick: Damit füllt Funny van Dannen seit Jahren große Säle. In Berlin nahm der 58-Jährige jetzt live eine neue Platte auf.

26.08.2016
  • UDO EBERL

Ulm. Live-Alben scheinen Ihre Spezialität. Was ist der besondere Reiz?

FUNNY VAN DANNEN: Stimme, Gitarre, Publikum, und dann los. Ich finde das eigentlich am schönsten. Das war schon bei meiner ersten Platte so. Man muss ja auch immer sehen, was zu einem Künstler passt, und bei mir darf das schon pur sein.

In Ihrem Lied „Der Albtraum“ prügeln Sie unseren Innenminister im Traum aus dem Rollstuhl. Schlummert das Böse in Ihnen?

VAN DANNEN: Man kann ja schon mal böse werden, wenn man mitbekommt, was in der großen Politik so abläuft. Wenn man beispielsweise sieht, dass sich nach der Bankenkrise eigentlich nichts geändert hat. Es läuft alles weiter im Sinne der Mächtigen und Reichen. Da will man dann in aller Ohnmacht schon mal etwas loswerden. Herr Schäuble als behinderter und scheinbar netter Mensch ist ja dennoch ein wichtiger Strippenzieher und sehr mächtig. Deshalb war es auch sehr reizvoll, solch einen Song zu bauen.

Sie sind ein großer Einluller. Mit ewiggleicher Stimmlage stellen Sie oft profane Dinge ins Rampenlicht. Sie schöpfen da aus einem scheinbar unerschöpflichen Reservoir.

VAN DANNEN: Das ist wohl so. Wenn die ganze Welt Gegenstand der Kunst sein kann, ist das schon günstig. Und auf die kleinen Dinge schaue ich sowieso immer sehr genau. Am meisten Spaß habe ich, wenn ich direkt von einem bestimmten Wort ausgehen kann – wie beispielsweise bei der Lymphe.

Liegt das am Mikroskop-Entzug in Kinderzeiten?

VAN DANNEN: Nein, da ist schon immer ein Interesse an allem, was lebt und bebt.

Haben Sie beim Texten eine Scham- oder Schmerzgrenze?

VAN DANNEN: Grundsätzlich sollte erst einmal alles möglich sein, aber ich möchte nicht geschmacklos sein. Es darf auch nicht darum gehen, nur um der Provokation willen einen Song zu schreiben.

Wären Sie manchmal gern ein politischer 70er-Jahre-Liedermacher?

VAN DANNEN: Warum nicht? Das ist ja ein wichtiger Lebensbereich. Wenn mir was dazu einfällt, bin ich sofort angeknipst. Aber ich setze mich ja nicht hin, klopfe ein Konzept zusammen und schreibe dann ein Lied. Das ist bei mir eine sehr spontane Sache. Entweder es ist da oder nicht. Aber grundsätzlich finde ich politische Songs gut.

Ist das manchmal harte Arbeit?

VAN DANNEN: Es wird mit den Jahren immer schwieriger, etwas Überraschendes zu machen. Die Ideen sind da, die Frage ist, ob man noch relevant ist mit seinen Themen. Aber glücklicherweise sind neben den treuen Fans immer neue und junge nachgekommen.

Haben Sie manchmal Lust, eine Band im Rücken zu haben?

VAN DANNEN: Ich kann mich erinnern, wie ich das erste Mal einen meiner Texte mit der Power der Toten Hosen gehört habe. Das war „Schön sein“. Da flog die Decke weg. Das war super. Die Wucht von Rockmusik ist schon toll, doch meine Konzerte sind auch so schön.

Sie sind nicht mehr oft auf Tour.?.?.

VAN DANNEN: Ich reise nicht gern. Fühle mich zuhause ganz wohl, deshalb habe ich live immer nur das Nötigste gemacht. Es gibt ja Leute, die ständig unterwegs sind, dabei auch schreiben können und sich pudelwohl fühlen. Aber so bin ich einfach nicht gestrickt.

Info Funny van Dannen stellt sein neues Album „Come on – Live im Lido“ (JKP) live am 19. November in München und am 12. Januar in Reutlingen vor.

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26.08.2016, 06:00 Uhr
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