Corona

„Man fühlt sich an Ischgl erinnert“

Erneut schleppen Party-Urlauber aus Kroatien das Coronavirus ein: 24 Infektionen nach Feier in Stuttgart.

13.08.2020

Von STW/DH

Kreis Göppingen. Die Corona-Infektionen wegen diverser Partyreisen nach Kroatien ziehen immer größere Kreise. Nachdem bereits fast alle Teilnehmer einer Abifahrt des Donzdorfer Rechberg-Gymnasiums nach der Rückkehr aus der Partyhochburg Novalja positiv getestet wurden, sind jetzt etliche Personen aus Stuttgart und der Region betroffen.

Wie der Pressesprecher der Landeshauptstadt, Sven Matis, berichtet, haben mehrere junge Menschen, die aus Novalja zurückgekehrt waren, bei einer Geburtstagsfeier in einem Stuttgarter Club weitere Personen angesteckt. Stand Mittwochmittag waren acht Rückkehrer aus der Partyhochburg Novalja infiziert, zudem 16 der rund 40 Partygäste und eine Kontaktperson eines Infizierten. Mit den insgesamt 13 Infizierten der Donzdorfer Abifahrt haben sich demnach in der Region mindestens 38 Menschen im Zusammenhang mit dem kroatischen Party-Hotspot angesteckt. „Die Ermittlungen laufen weiter, weitere positive Testergebnisse sind möglich“, sagt Matis.

„Extrem sorgloser Umgang“

Er spricht von einem „extrem sorglosen Umgang“ mit dem Virus. Die Gruppe, alle etwa Ende 20, sei im Juli nach Kroatien gereist und danach positiv auf das Virus getestet worden. Es sei davon auszugehen, dass sie zum Zeitpunkt der Geburtstagsfeier am 1. August noch nicht von ihrer Infektion wussten. Ein direkter Zusammenhang mit den Abiturienten des Rechberg-Gymnasiums besteht nicht: Diese waren erst am 2. August zurückgekehrt.

Dass nun immer mehr Rückkehrer aus Novalja das Virus mitbringen, lässt in Stuttgart die Alarmglocken schrillen: „Im Gesundheitsamt fühlt man sich an Ischgl erinnert. Die Region war zunächst nicht als Risikogebiet klassifiziert, viele reisten im Frühjahr dort hin und infizierten sich. Jetzt haben wir ein Déjà-vu. Kroatien wird erkennbar zum Hotspot“, unterstreicht Matis.

Kroatien hat Serbien laut Matis im aktuellen RKI-Bericht überholt („260 zu 196 Infektionsfälle mit Expositionsort Ausland in den Kalenderwochen 29 bis 32“), sei aber bislang nicht offiziell als Risikogebiet ausgewiesen. Matis hält fest: „Es ist nicht an der Kommune, Risikogebiete auszuweisen, unsere Meldungen sind ein wichtiges Frühwarnsystem.“

Die zwölf mit dem Coronavirus infizierten Ex-Schüler des Donzdorfer Rechberg-Gymnasiums leiden laut Gesundheitsamt teilweise unter Symptomen wie etwa Fieber, Husten und Geschmacksveränderungen. 50 Kontaktpersonen der Partygruppe sind inzwischen in Quarantäne, eine Kontaktperson ist infiziert.

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Erstellt:
13. August 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
13. August 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. August 2020, 06:00 Uhr

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