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"Als Bildermensch empfinde ich mit Augen"

Maite Kelly: Die "Symbolfigur der Unterschätzten" steckt voller Tatendrang und Energie

Nach ihrem Erfolg bei "Lets Dance" 2011 wurde sie gefragt, wie sie sich ihre Beliebtheit erklärt. "Ich bin wohl so was wie die Symbolfigur der Unterschätzten", lautete die Antwort von Maite Kelly.

13.04.2013

Von EDGAR REHBERGER

Stuttgart Treffender hätte sich die Künstlerin nicht beschreiben können. Das zweitjüngste Kind der Kelly Family war schon immer der Wirbelwind und Spaßmacher. Aber was wirklich in der heute 33-Jährigen steckt, zeigte sich nach und nach. Sie spielte eine Hauptrolle im Musical "Hairspray, wirkte am Kinofilm "Tinkerbell - Die Suche nach dem verlorenen Schatz" mit, war Co-Moderatorin bei "Mir wird übel" auf ZDFneo, schrieb den Titelsong des Films "Das Märchen von der Prinzessin", erhielt für ihre Wohltätigkeitsaktivitäten unter anderem bei der Deutschen Krebshilfe das Landesverdienstkreuz Nordrhein-Westfalen, entwarf eine Modekollektion, erspielte beim Prominenten-"Wer wird Millionär" 125 000 Euro und veröffentlichte jetzt ein neues Album "Wie ich bin" mit deutschen Texten.

Woher stammt die ganze Energie? "Ich nehme keine Drogen", sagt sie lachend. "Ich bin eine Macherin. Das ist ein Gen. Auch meine Kinder sind so. Denen ist nie langweilig. Ich bin ein Bildermensch, empfinde durch meine Augen und das zwingt mich, etwas zu tun." Auch ihr Vater sei voller Energie gewesen. Maite Kelly achtet aber auch auf genügend Pausen. "Ich habe zuhause einen Ort, wo ich mich fallen lassen kann. Ich habe gelernt, mir die Ruhephasen zu nehmen, um eine Kraftquelle für meine Familie zu sein."

Und so viele Projekte seien es nicht. "Man muss sich seine Bandbreite schwer erarbeiten. Letztlich geht es immer um die Performance und um zu verstehen, körperlich wie auch psychisch, worum geht es, warum bin ich auf der Bühne, um es dem Zuschauer zu transportieren." Das sei wie eine Dienstleistung. "Wenn man sich anguckt, was ich mache, hat das alles miteinander zu tun, ist miteinander verknüpft. Dass ich mich auch für Mode interessiere, liegt daran, dass ich ein Mädchen bin." Auch das Tanzen gehöre dazu. "Mein Weg ist zwar breit, aber für mich ganz klar."

Sie will sich weiterentwickeln, auch ausgebildeter Bühnenmensch sein, nicht zufällig hineingeboren, "Ich habe dieses Fundament, habe Cabaret gelernt, Drehbücher schreiben für die Bühne, Bühnenbilder schaffen." Wünschen und Zielen sei sie nicht nachgejagt. "Das ist gefährlich." Man vertraue nicht auf das, was einem das Leben bereithält. "Oft waren aber das die besten Sachen, genau das, womit ich nie gerechnet hätte." Die Künstlerin nimmt Projekte an, "wo ich sagen kann, daran kann ich als Künstlerin und auch als Mensch wachsen. Das gelingt mir nicht immer". Wichtig in ihrem Leben ist auch der Glaube. "Ich empfinde den Glauben nicht als Wellness-Oase, sondern als einen Ort, wo ich weiß, da kann ich mich neu definieren, immer wieder da anzukommen, wo ich mich als Mensch zuhause fühle." In die Kirche zu gehen und zu sagen "Jesus gib mir Kraft" - so empfindet sie ihren Glauben nicht. "Ich weiß, wenn es mir nicht gut geht, habe ich einen Ort, eine Quelle der Ruhe, wo ich in mein Herz reinhorchen kann. Ich finde über das Gebet den schnellsten Weg dahin." Inzwischen ist die 33-Jährige sesshaft geworden. "Wir waren als Großfamilien immer viel unterwegs. Meine größere Tochter braucht Beständigkeit Also haben wir uns entscheiden, in Köln zu bleiben. Ich fühle mich in Köln sehr, sehr zu Hause." Sie kann sich aber gut vorstellen, in Hamburg zu leben. "Viele meiner besten Freunde leben da. Ich mag diesen trockenen Humor. Der tut mir gut."

Und dass es innerhalb der Kelly Family keinen Kontakt mehr gebe, sei ein großes Missverständnis. "Alle denken immer, wenn wir nicht mehr beruflich gemeinsam unterwegs sind, stimmt was nicht." Das sei aber nicht so. "Ich glaube, dass wir jetzt mehr eine Familie geworden sind. Wir waren ein arbeitendes Familienunternehmen. Aber vor lauter Arbeiten hat man vergessen zu fragen, wie es einem eigentlich geht. Das ist jetzt anders."

Mit ihrem aktuellen Album geht sie im Spätsommer auf Tour, die sie am 11. Oktober in die Wagenhallen nach Stuttgart führt. "Es wird ein sehr persönliches Konzert, hautnah, interaktiv, auch sehr spontan. Wenn das Publikum mitgeht, kann es schon auch zwei, zweieinhalb Stunden gehen." Auf Deutsch zu singen sei schon ein Schritt ins Ungewisse gewesen. "Es ist viel intensiver, als wenn ich einen Song auf Englisch singe. Ich schreibe schon seit einigen Jahren deutsche Texte, habe mich aber nicht getraut, weil ich zu viel Respekt vor dem Handwerk habe. Und ich wusste, wenn ich so singen möchte, muss es auch Tiefe haben." Sie hat ihrem Produzenten ein Lied vorgetragen und der sei sehr berührt gewesen. "Von da an ging es schnell."

Steckt voller Energie und Tatendrang: Maite Kelly. Foto: Rehberger

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Erstellt:
13. April 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
13. April 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. April 2013, 12:00 Uhr

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