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Filmfest

Magische Bilder aus dem Slum

Rundumerfolg fürs anspruchsvolle Kino in Locarno. Den Goldenen Leoparden erhält ein Kino-Epos aus Portugal.

19.08.2019

Von DPA

Regisseur Pedro Costa und Darstellerin Vitala Varela mit ihren Leoparden. Foto: Urs Flueeler

Locarno. Die Jury des 72. Internationalen Filmfestivals von Locarno votiert für ein künstlerisch anspruchsvolles Kino. Der Hauptpreis, der Goldene Leopard, ging am Samstag wie erwartet an den Spielfilm „Vitalina Varela“ des portugiesischen Regisseurs Pedro Costa. Er malt in seinem bildgewaltigen Epos das Porträt einer Frau von den Kapverdischen Inseln in einem Slum in Lissabon. Psychologisch fein ziseliert, dabei klar soziale Missstände aufdeckend, wird ihre Geschichte zur Metapher auf den fragilen Zustand der westlichen Welt.

Die Jury, zu der die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach gehörte, hat durchweg künstlerische Originalität, gepaart mit einem wachen Blick auf die Realität, belohnt. So auch bei der Wahl der besten Schauspieler: die von den Kapverden stammende Vitalina Varela, die sich im Siegerfilm selbst spielt, und der Brasilianer Regis Myrupu als indigener Hafenarbeiter in der brasilianisch-französisch-deutschen Koproduktion „A Febre“ („Fieber“).

Kunstwille prägt auch „Les enfants d'Isadora“ („Die Kinder von Isadora“). Der Franzose Damien Manivel erhielt für seinen dokumentarisch anmutenden, lyrischen Epidsodenfilm über den emotionalen Reichtum der Tanzkunst den Preis für die beste Regie. Der Spezialpreis der Jury ging an „Pa-go“ („Die Höhe der Welle“) aus Südkorea. Regisseur Park Jung-bum nutzt einen Krimi um einen Fall von sexuellem Missbrauch, um tief in die Abgründe einer allein auf Geld erpichten Gesellschaft zu blicken.

Neben „A Febre“ wurde eine weitere deutsche Koproduktion ausgezeichnet: Die türkisch-deutsche Koproduktion „Siyah Güne?“ („Schwarze Sonne“) von Regisseur Arda Çiltepe bekam als bester Film einen „Pardino d'oro“ (Kleinen Goldenen Leopard), den Hauptpreis im Wettbewerb der Sektion „Pardi di domani“ (Leoparden von morgen) für kurze und mittellange Filme.

Der Publikumspreis ging unerwartet an „Camille“ des Franzosen Boris Lojkine über das Schicksal der 2014 mit 26 im zentralafrikanischen Bürgerkrieg getöteten Fotojournalistin Camille Lepage. So sprach sich auch das Publikum von der Piazza Grande im schweizerischen Locarno für höchst anspruchsvolle Filmkunst aus. dpa

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Erstellt:
19. August 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. August 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. August 2019, 06:00 Uhr

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