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Das Lächeln wiederentdeckt

Magdalena Neuner kehrt nach Zwangspause neuorientiert zurück

Sprint-Dritte von Ruhpolding: Das war für Magdalena Neuner kein Podestplatz wie jeder andere. Nach zwei verpassten Weltcups war die Rückkehr in die Weltelite für sie Befreiung und Neuorientierung zugleich.

15.01.2010

Von KLAUS VESTEWIG

Ruhpolding Nicht einmal am Fernsehgerät mochte sie das Massenstartrennen von Oberhof verfolgen. So sehr hat es im Rücken, vor allem aber im Kopf geschmerzt. Biathlon-Star Magdalena Neuner war beim Warmmachen zum vergangenen Weltcup-Rennen im Thüringerwald ausgeglitten und hatte sich eine schmerzhafte Wirbelblockade im Rücken zugezogen. Damit war die 22-Jährige für sämtliche Wettkampftage in Oberhof außer Gefecht.

Nicht der erste Dämpfer. Wegen eines grippalen Infekts hatte die sechsmalige Weltmeisterin bereits den Auftakt-Weltcup dieser Saison im schwedischen Östersund komplett versäumt. Bei zwei von vier Weltcups in dieser Saison nur Zuschauerin, und das ausgerechnet in der olympischen Saison: Das war für Magdalena Neuner eine völlig ungewohnte Rolle. "Eigentlich ist es schön bei mir daheim. Diesmal aber war es bitter, nach Hause zu fahren. Ich wäre so gern gestartet und war so enttäuscht", sagte die Wallgauerin gestern rückblickend.

Seit Mittwochabend aber ist das strahlende Lächeln in ihr hübsches Gesicht zurückgekehrt. "Ich habe mich gut gefühlt und war total motiviert", kommentierte Magdalena Neuner ihren dritten Sprint-Platz zum Auftakt der fünf voraussichtlich einmal mehr sehr emotionalen Ruhpoldinger Weltcup-Tage. Bei ihrem verspäteten Weltcup-Start in Hochfilzen hatte sich die Skijägerin mit den Rängen 28 und 29 begnügen müssen. In Pokljuka dann vor Weihnachten hatte sie sich als Dritte im Sprint und Zweite in der Verfolgung eindrucksvoll in der Weltspitze zurückgemeldet.

Vor allem ihre Einstellung zum Schießen scheint die Zollhauptwachtmeisterin verändert zu haben. "Ich habe keine Angst mehr. Ich habe erkannt, dass ich mir beim Stehendschießen sehr viel Druck mache. Mittlerweile habe ich mir ein dickeres Fell angeeignet", versichert "Lena". Mit einem Mentalcoach hat sie an ihrer Nervenstärke beim Schießen gearbeitet. Sich ständig für ihre Schwäche beim Stehendanschlag zu entschuldigen und nach Ausflüchten zu suchen, das soll passé sein: "Alles auf die Waffe zu schieben, ist Quatsch. Man macht die Fehler selber, das muss man schon zugeben."

Nach vier Jahren hat sie sich in Oberhof auch einen neuen Schaft in ihr Gewehr einpassen lassen. "Die Waffe ist für uns im Biathlon schon etwas sehr Persönliches, die kriegt kein anderer in die Hand", sagt Magdalena Neuner. Heute (17.20 Uhr) will sie ihre neu gewonnene Stabilität zusammen mit Andrea Henkel, Martina Beck und Kati Wilhelm - Simone Hauswald wurde nicht berücksichtigt - in der 4x6-km-Staffel demonstrieren.

Auch in zweifach anderer Hinsicht haben sich Dinge für Magdalena Neuner geändert. Im Frühjahr haben die deutschen Biathletinnen eine Musiktherapie gestartet, die zum Beispiel auch bei lernbehinderten Kindern eingesetzt wird: Sie hören Musik, in die nicht hörbare Frequenzen eingearbeitet sind. Zum Beispiel sollen Gesänge von Delphinen und Walen das Bewusstsein fördern und für Entspannung sorgen. Die Methode wird u. a. seit einigen Jahren vom österreichischen Skiflug-Weltmeister Gregor Schlierenzauer angewandt. "Wir werden sehen, ob es etwas bringt", wartet Magdalena Neuner erstmal ab.

Auch in Herzensangelegenheiten hat sich die Werdenfelserin neu orientiert. Kein Wunder: Ihre neue Liebe kommt aus der Region der heimatverbundenen jungen Frau.

Ein Mentalcoach soll Magdalena Neuner beim Schießen helfen. Foto: Imago

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Erstellt:
15. Januar 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Januar 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2010, 12:00 Uhr

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