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Kommentar · AfD-Flügel

Machtkampf entbrannt

Mit elf von 13 Stimmen hatte der AfD-Vorstand vor wenigen Tagen entschieden, dass die Rechtsaußen-Gruppierung Flügel aufgelöst werden soll.

27.03.2020

Von DOROTHEE TOREBKO/NBR

Ein eindeutiges Ergebnis zugunsten der gemäßigteren Kräfte – eigentlich. Der rechtsextremistische „Flügel“ solle seine Strukturen zerschlagen, auf sein Logo verzichten und seine Homepage abschalten. Es ist nun zwei Tage her, dass sich die „Flügel“-Anführer Björn Höcke und Andreas Kalbitz dazu durchrangen, dem Beschluss Folge zu leisten. Passiert in Sachen Auflösung ist jedoch wenig. Stattdessen ist ein erbitterter Machtkampf entbrannt zwischen gemäßigteren und rechtsextremen Kräften.

In sozialen Netzwerken hetzen einige Flügel-Anhänger gegen Parteichef Jörg Meuthen, der die Auflösung der Gruppierung initiierte und im Vorstand durchboxte. Vor allem Meuthens Worte von der „Zerschlagung“ des Netzwerks wurden als „schlechter Stil“ und parteischädigend wahrgenommen. Er steht nun als Gegner eines Netzwerks von 7000 Anhängern dar. Und sein Co-Chef Tino Chrupalla, der eigentlich zwischen „Flügel“ und rechtskonservativen Kräften vermitteln sollte, offenbart sich als Fehlbesetzung.

Die Position des „Flügels“ ist stark, und sie bleibt stark. Denn personelle Konsequenzen hat es nach der Entscheidung zur Auflösung nicht gegeben. „Flügel“-Anhänger sitzen noch immer im Vorstand und nehmen Einfluss auf richtungsweisende Entscheidungen. Zwar haben sich nun einige vormalige Sympathisanten von Höcke und Kalbitz abgewendet. Doch wie nachhaltig das ist, ist fraglich. Klar ist, die „Flügel“-Anhänger werden nicht freiwillig auf Macht verzichten. Unter welchem Namen sie dabei ihre Interessen durchsetzen, ist egal.

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Erstellt:
27. März 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
27. März 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. März 2020, 06:00 Uhr

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