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Alle an einem Tisch

Lufthansa und Gewerkschaften wollen Zusammenarbeit verbessern

Bei der Lufthansa wird gerade mal nicht gestreikt, sondern geredet. Nach einem "Jobgipfel" versprechen Vorstand und Gewerkschaften, künftig geräuschloser und besser zusammenarbeiten zu wollen.

03.12.2015
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Die fünf Vorstandsmitglieder der Lufthansa und die Vorsitzenden der drei bei der Airline vertretenen Gewerkschaften - die Pilotenvereinigung Cockpit (VC), die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi - haben sich gestern zum mit Spannung erwarteten Job-Gipfel getroffen.

Unternehmen und Gewerkschaften wollen ihre Zusammenarbeit verbessern. Tarifliche Diskussionen sollen künftig außerhalb der Öffentlichkeit und "im vertrauensvollen Rahmen" von Tarifgesprächen geführt werden, wie es in einer am Abend verbreiteten gemeinsamen Erklärung hieß. Details zu dem Zusammentreffen gab es nicht - auch nicht, ob es Fortschritte bei den strittigen Themen gab. Es ging vor allem darum, wieder richtig miteinander ins Gespräch zu kommen, einen Fahrplan für weitere Treffen auszuarbeiten und erst einmal weitere Streiks auszuschließen.

"Der Jobgipfel kann und wird Tarifverhandlungen nicht ersetzen", betonte VC-Präsident Ilja Schulz unmittelbar vor dem Treffen. Es gehe um einen Austausch und um ein "sozialpartnerschaftliches" Verhältnis, um die Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte das für die Airline bislang einmalige Treffen vor zehn Tagen vorgeschlagen, nachdem die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo eine Woche lang gestreikt hatte und sich trotzdem zunächst keine Annäherung zwischen beiden Seiten abgezeichnet hatte. Dann hatte sich Lufthansa doch mit Blick auf die umstrittene Übergangs- und Altersversorgung der Flugbegleiter zu Zugeständnissen bereit erklärt. Ufo sagte daraufhin weitere Streiks erst einmal ab. Der Ausstand der 19 000 Flugbegleiter war der längste Streik in der Geschichte der Lufthansa.

Am vergangenen Wochenende dann hatte sich die Lufthansa überraschend schnell mit Verdi auf einen Abschluss für die Vergütung und die Neuregelung der Altersversorgung für die 33 000 Boden-Beschäftigten geeinigt. Sie erhalten für April bis Dezember 2015 einmalig 2250 EUR. Zum 1. Januar 2016 und zum 1. Januar 2017 werden die Bezüge dann um jeweils 2,2 Prozent erhöht. Wichtiger allerdings sind die Vereinbarungen zur Altersversorgung. Abstriche für die Beschäftigten wird es nicht geben. Lufthansa leistet einen Beitrag von 5,2 Prozent des Gehaltes, die Mitarbeiter schrittweise 1 ein Prozent bis 2018.

Zuvor hatten sich Lufthansa und Ufo für ihren seit fast zwei Jahre dauernden Streit auf Matthias Platzeck, den ehemaligen Regierungschef in Brandenburg, als Schlichter geeinigt. Währenddessen laufen die Verhandlungen mit VC über die Übergangs- und Altersversorgung weiter. Lufthansa hatte im September ein Verbot von weiteren Streiks der Piloten vor Gericht durchgesetzt. Zudem läuft immer noch eine Schadensersatzklage der Lufthansa gegen VC. Die Piloten hatten davor 13 Mal die Arbeit niedergelegt.

Formal steht bei dem Konflikt zwischen Ufo sowie VC zwar die Übergangs- und Altersversorgung im Vordergrund. Grundsätzlich geht es aber um die Billigstrategie der Lufthansa mit der neuen, in Wien ansässigen Tochter Eurowings, die ab Anfang 2016 die Strecken von Germanwings übernimmt und auch touristische Langstreckenziele anfliegt.

Piloten und Flugbegleiter dort müssen sich mit deutlich geringeren Gehältern zufrieden geben. Die Kosten sollen um 40 Prozent unter denen der Lufthansa liegen. Damit soll der Konkurrenz von Ryanair, Easyjet und anderen Billigfliegern begegnet werden.

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03.12.2015, 08:30 Uhr
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