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Fluggesellschaft will eine Milliarde Euro einsparen - Keine Kündigungen

Lufthansa streicht Stellen

Die Lufthansa geht auf Sparkurs. Wegen eines drastischen Einbruchs bei den Passagieren wie bei der Luftfracht will die Airline hart sparen und 400 Stellen streichen. Kündigungen soll es aber nicht geben.

17.07.2009
  • ROLF OBERTREIS

Es ist die zweite Gewinnwarnung innerhalb weniger Wochen. Christoph Franz, stellvertretender Chef der Lufthansa, nimmt kein Blatt vor den Mund. Nachdem im ersten Quartal bereits ein Betriebsverlust von 44 Mio. EUR eingeflogen wurde, "wird sich bei den Halbjahreszahlen eine Fortsetzung dieses Negativtrends zeigen ". Franz stellt die knapp 108 000 Beschäftigten des Konzerns in einem offenen Brief auf harte Zeiten ein. Sollte die Marktlage schwierig bleiben, werden die Verluste 2010 noch höher. Erste konkrete Konsequenz: Bis Ende 2011 werden in der Verwaltung des Passagierverkehrs in Frankfurt von 2000 Stellen rund 400 gestrichen. 1 Mrd. EUR will die Lufthansa insgesamt bis 2011 einsparen und dies dauerhaft, betriebsbedingte Kündigungen aber vermeiden, wie Pressesprecherin Claudia Lange betont. Im ersten Halbjahr 2008 hatte die Lufthansa noch 4000 neue Mitarbeiter eingestellt. Seit Sommer vergangenen Jahres gilt allerdings ein Einstellungsstopp. Ende 2008 beschäftigte die Airline weltweit knapp 108 000 Mitarbeiter, rund 2700 mehr als ein Jahr zuvor. Allein die Passagiersparte zählte zum Jahresende 48 600 Beschäftigte. Für Franz, den designierten Nachfolger des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Mayrhuber, der Ende 2010 ausscheidet, gibt es zum neuen Sparprogramm "Climb 2011 " keine Alternative. "Die Situation zwingt uns zum Handeln. In der Passage verdienen wir unsere Kosten nicht mehr. " Im ersten Halbjahr hat die Lufthansa 6,1 Prozent Passagiere verloren. 26,7 Mio. Fluggäste wurden in den Maschinen gezählt. Zwar wurden bereits einige Strecken gestrichen, die Frequenzen auf etlichen Verbindungen reduziert und 23 Jets aus dem Verkehr gezogen. Dadurch verringerte sich das Angebot aber nur um 2,5 Prozent. Die Folge: Die Auslastung der Maschinen sank um 3,1 Punkte auf nur noch 75,1 Prozent. Ein weiteres Problem kommt hinzu: Immer weniger Passagiere, vor allem Geschäftsreisende, nutzen die für Lufthansa ertragreiche Business Class - ganz zu schweigen von der Ersten Klasse - und nutzen dafür die preiswerteren Sitze in der Economy. In der Frachtsparte sieht es noch bedenklicher aus: Hier gab es einen Rückgang um über 20 Prozent, die Kapazitäten waren zu weniger als 60 Prozent ausgelastet. Nach Ansicht von Franz arbeitet die Lufthansa mit zu hohen Kosten. Das gefährde auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit. "Die Wirtschaftskrise macht schonungslos deutlich, wo unsere Schwächen liegen. " Der Manager fordert die Mitarbeiter ausdrücklich auf, eigene Sparvorschläge einzubringen. Auch die Lieferanten müssten ihren Beitrag leisten. Als Problem erweist sich auch, dass die Lufthansa möglicherweise zu viele neue Jets bestellt hat. Für den Passagierverkehr müssten bis 2014 insgesamt 160 neue Flugzeuge mit einem Listenpreis von 16 Mrd. EUR in Dienst gestellt und vor allem finanziert werden. Der Zeitplan für die Auslieferungen müsse in Frage gestellt werden. Eine Verschiebung des Einsatzes des Großflugzeuges A 380, wie dies andere Airlines bereits in die Wege geleitet haben, plant Lufthansa bislang nicht. Zum Sommerflugplan 2010 und damit Ende März nächsten Jahres soll die erste A 380 in den Linienverkehr aufgenommen werden. Bislang hat sich die Lufthansa im Wettbewerb noch relativ gut geschlagen. Bei ihren wichtigsten Konkurrenten in Europa ist die Lage noch schwieriger. Bei British Airways könnte sich im laufenden Geschäftsjahr ein Verlust von umgerechnet bis zu 710 Mio. EUR auftürmen nach bereits 466 Mio. EUR im vergangenen Jahr. 4000 und damit 10 Prozent aller Arbeitsplätze stehen auf der Streichliste. Bei Air France/KLM wird ein Minus von 130 Mio. EUR befürchtet. Hier sollen bis zum Jahr 2011 knapp 4500 von 55 000 Stellen wegfallen. Weltweit drohen den Airlines in diesem Jahr, so befürchtet die internationale Luftfahrt-Organisation IATA, Verluste von 9 Mrd. Dollar. "Das ist die schlimmste Krise, die wir je erlebt haben ", sagt IATA-Chef Giovanni Bisignani.

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17.07.2009, 12:00 Uhr
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