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Lücken im Gesetzestext gesucht
Babou Sohna aus Ghana beim Flüchtlingsdialog: Wünsche und Probleme wurden gesammelt. Foto: dpa
Flüchtlingsdialog in Schwäbisch Gmünd: Zur Integration gehört Arbeit

Lücken im Gesetzestext gesucht

Schwäbisch Gmünd will sich als Pionier in Sachen Integration von Flüchtlingen etablieren. Wichtig dabei: Arbeitsmöglichkeiten für die Menschen. Ein neues Projektzentrum soll bald allen Migranten helfen.

09.03.2016
  • TOBIAS FELLNER

Schwäbisch Gmünd. Die Lösung für einen Großteil der Probleme, die das Thema Flüchtlinge mit sich bringt, kann Richard Arnold, Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd, bei den Gmünder Flüchtlingsdialogen in einem Wort benennen. Sie lautet für ihn: Arbeit. Deshalb war der Auftrag, den er seiner städtischen Flüchtlingsbeauftragten Daniela Dinser gab, als es um die Ausarbeitung eines Integrationskonzepts ging: "Sie suchen mir die Lücken im Gesetzestext."

Ein Problem, vor dem man vielerorts steht: Wie bringt man einen Flüchtling, der keine Arbeitsgenehmigung hat, in eine Beschäftigung. Die Gmünder Antwort: das Ehrenamt. Das fing mit Stadtjubiläum 2012 an und war auch bei der Landesgartenschau 2014 aktuell, als 90 Flüchtlinge ehrenamtlich aushalfen. 1,05 Euro bekommen die Ehrenamtlichen für eine Stunde Arbeit.

Von den 800 Flüchtlingen, die in Schwäbisch Gmünd leben, ist etwa die Hälfte in Anschlussunterkünften untergebracht. Ein Projektzentrum für Integration und für Flüchtlinge (kurz: Pfiff) wurde Anfang Februar gegründet und soll für alle hilfebedürftigen Flüchtlinge eine Anlaufstelle bieten. Eine Schnittstelle zwischen Ämtern, Jobcenter und Fachberatern, die bei der Vermittlung von Ehrenämtern, Praktikumsplätzen aber auch bei der Wohnungssuche oder mit dem Asylantrag helfen soll. Gut 100 Flüchtlinge haben sich schon registriert. Das Ziel, das Arnold während der Flüchtlingsdialoge vorstellte, ist es, noch in diesem Jahr 500 Menschen Praktikumsplätze anbieten zu können. Dafür bittet er Arbeitgeber um Mithilfe.

"Pfiff" will jedem Flüchtling einen individuellen Integrationsplan bieten. Über einen von Arbeitsamt und Jobcenter konzipierten Fragebogen, den jeder Hilfesuchende ausfüllt, werden personalisierte Integrationsprogramme zusammengestellt. Darüber hinaus setzt Arnold auf Strukturen. Auf die Zusammenarbeit der Ämter und die Hilfe aus der Bürgerschaft. Bald soll es das Projekt auch für "traditionelle Migranten, zum Beispiel Gmünder mit türkischen oder griechischen Wurzeln" geben.

Der Flüchtlingsdialog, zu dem am Dienstag gut 150 Menschen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Flüchtlingshilfe zusammenkamen, ist der erste seiner Art, in einer Stadt, die sich als Pionier in Sachen Integrationsarbeit etablieren will. Diskussionsfelder waren: Arbeit und Integration, Frauen, Ehrenamt und Beteiligung, Schule und Bildung. Die Bürger konnten mit Experten an Thementischen über die jeweiligen Bereiche diskutieren.

Staatsrätin Gisela Erler, Zuständige für Bürgerbeteiligung und Ziviles in der Landesregierung, sagte, es sei nicht selbstverständlich, dass es ein Gesprächsforum für das Thema Flüchtlinge gebe. Die Integrationspolitik in Schwäbisch Gmünd sei eine der fortschrittlichsten im Bundesland. "Von Schwäbisch Gmünd lernen, heißt in der Flüchtlingsthematik siegen lernen", sagt sie. Im gesamten Ostalbkreis leben derzeit 3300 Flüchtlinge.

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09.03.2016, 08:30 Uhr
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