Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Lucky

Lucky

Lucky lebt allein, aber nicht einsam in einem Wüstenkaff. Am Ende seines Lebens fragt er sich, was er dem Tod entgegenzusetzen hat.

Lucky

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

USA 2017

Regie: John Carroll Lynch
Mit: Harry Dean Stanton, David Lynch, Ron Livingston

88 Min. - ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
07.03.2018
  • Madeleine Wegner

Zigarette anzünden. Radio einschalten. In die Schlappen schlüpfen. Zur Couch schlurfen, Kippe im Aschenbecher ablegen, Gymnastikübungen machen. Dann Kaffee, waschen, anziehen und los geht‘s. Lucky hält sich an seine eigenen Regeln und an seine Routinen. Er lebt allein in seinem kleinen Haus in irgendeinem Wüstenkaff. Jeder kennt hier jeden. Der mürrisch-fluchende Lucky ist liebevoll eingebunden in die Gemeinschaft, letztlich jedoch allein mit sich – nicht einsam, wie er betont.

Eines Tages scheint ihm sein Stündchen zu schlagen, rot blinkend, Lucky haut es aus den Latschen. Er ist alt, das weiß er selbst. Doch eine Antwort auf die Frage, wie er dem, was da auf ihn zukommt, begegnen soll, hat er nicht. Doch Lucky ist ein Mann, der immer auf der Suche nach Antworten ist. Seine Tage verbringt er schließlich mit Kreuzworträtseln und Quizshows. Zu jedem Tag gehört ein bestimmtes Wort. „Realismus“ zum Beispiel. Und genau so sieht Lucky das Leben, ziemlich nüchtern: Am Ende kommt nichts mehr, danach ist es vorbei, da ist nur Leere und da ist es nur schwarz. Klar macht das Angst. Aber wie lebt man damit?

„Lucky“ ist das gelungene Regiedebüt von Schauspieler John Carroll Lynch. Der Film könnte gut und gern fünf Sterne kassieren – wäre da nicht diese konstruierte Szene im Diner, die so überhaupt nicht passen will: Ausgerechnet ein anderer Kriegsveteran liefert Lucky die Antwort.

Harry Dean Stanton ist phantastisch in seiner Rolle. Anrührend ist seine spanische Gesangseinlage. Sie deutet einen Teil von Luckys Lebensgeschichte an. Auch sonst bleibt vieles unscharf, manches auch rätselhaft – wie sollte es anders sein, wenn es um die letzten großen Fragen geht?

Nicht zuletzt liefert dieser Film die in der Kinogeschichte wohl schönste philosophische Betrachtung über das Wesen von Landschildkröten – über die Last, die sie tragen, ihr eigenes Grab, oder, wie es Howard (nobel melancholisch: David Lynch) zusammenfasst: „Es gibt Dinge in diesem Universum, die sind größer als wir alle. Und eine Landschildkröte ist eines davon.“

Mal ganz nüchtern betrachtet: Irgendwann geht es für uns alle zu Ende. Was bis dahin hilft, verrät der Film.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

07.03.2018, 01:20 Uhr
Lucky





Wir bitten Sie, sachlich zu diskutieren und respektvoll miteinander umzugehen. Bitte kommentieren Sie mit Klarnamen und verzichten Sie auf externe Links. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen und Nutzer zu sperren. Genauere Regeln fürs Kommentieren finden Sie in unserer Netiquette .

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Zuschauer-Stimmen
Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular