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Stuttgart

Lotto-Chef fordert mehr Personal für Glücksspielaufsicht

Lotto geht es gut, aber nicht gut genug. Das Plus von 4,4 Prozent bei den Einsätzen sieht der Lotto-Chef als Warnung - denn die Illegalen boomen richtig. Wegen Erfolglosigkeit nimmt er ein Produkt vom Markt.

18.07.2018

Von LSW

Georg Wacker, Geschäftsführer Lotto Baden-Württemberg. Foto: Marijan Murat/dpa

Stuttgart. Baden-Württembergs neuer Lottochef Georg Wacker fordert ein verstärktes Vorgehen gegen illegale Glücksspielanbieter. „Online-Anbieter aus Steueroasen graben uns mit hierzulande illegalen Lotteriewetten und aggressiver Werbung zunehmend das Wasser ab“, sagte Wacker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Richtig wachse derzeit nur der illegale Markt. Schon deshalb benötige die Glücksspielaufsicht mehr als fünf Stellen. Im europäischen Vergleich bestehe „erheblicher Nachholbedarf“. Dänemark habe 100.

Wackers erste Halbjahresbilanz sei ein Beleg dafür, dass gerade etwas falsch laufe: Zwar setzten die Baden-Württemberger im ersten Halbjahr mit 494,7 Millionen Euro 4,4 Prozent mehr Geld ein als im Vergleichzeitraum 2017. „Es müsste aber deutlich mehr sein“, sagte Wacker mit Blick auf die wirtschaftliche Lage und ältere Zahlen. Zur Jahrtausendwende etwa wurden im Land pro Jahr noch mehr als 1,1 Milliarden Euro auf Sieg gesetzt, 2017 waren es bei bester wirtschaftlicher Lage noch 933 Millionen Euro.

Viele, die an schwarzen Lotteriewetten teilnehmen, wüssten gar nicht, dass sie bei illegalen Produktpiraten spielen, erklärte Wacker. Verschiedene Anbieter offerierten im Internet Wetten auf den Ausgang der staatlichen Lotterie. In allem erweckten sie den Eindruck eines seriösen Angebots - auch weil sie im TV oder in Zeitungen massiv für sich werben würden. Dem Herr zu werden, könne nur mit mehr Personal in den Aufsichtsbehörden gelingen. „Die Glücksspielaufsicht muss die rechtsfreien Räume konsequent beseitigen.“

Im ersten Halbjahr registrierte Lotto über 80 Gewinne von mehr als 100 000 Euro. Über alle Spielarten gab es neun Millionentreffer. Der höchste Einzelgewinn von gut 14 Millionen Euro aus dem Klassiker „6 aus 49“ ging nach Freiburg.

Von einer Spielart müssen sich die Baden-Württemberger nach etwas mehr als einem Jahr wieder verabschieden: Die Geolotterie „Logeo“, bei der man mit den Geodaten seiner Wohnadresse gewinnen konnte, brachte der Lottogesellschaft Millionenverluste ein. Die letzte Ziehung ist am 30. Juli. Der Mut für ein neues Produkt sei nicht belohnt worden, so Wacker. Das Aus bezeichnete er als „völlig normal“. Er habe die Reißleine ziehen müssen - eine „Blamage“ sei das aber nicht.

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Erstellt:
18. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2018, 06:00 Uhr

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