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Winfried Gaus über kundenspezifische Lösungen

Logistisch wäre Odysseus nie irgendwo angekommen

Dienstleister haben es schwer. Denn schief geht immer mal was. Man denke an die Bahn. Die Post. An Fluglinien. An Telekommunikationsunternehmen.

20.10.2017
  • Winfried Gaus

Es ist leicht, auf ihnen herumzuhacken; sei es in der Zeitung oder in Geschädigtenforen in den (a)sozialen Netzwerken. Die Mitarbeiter der Dienstleistungsunternehmen können einem stets leid tun. Es sind immer irgendwelche Umstände, die einem als Kunde dann Umstände machen.

Deswegen soll hier nur im Schutz der Anonymität von einem laut Eigenwerbung „Partner für nationalen und internationalen Versand“ die Rede sein, der „professionelle und weltweite Express-Leistungen sowie kundenspezifische Logistiklösungen anbietet“, somit „jeden Tag Menschen verbindet“ und das Leben seiner Kunden „vereinfacht und verbessert“.

Das geht dann in etwa so:

Kunde A. bestellt Mitte der Woche ein Päckchen nichts zur Sache tuenden Inhalts bei einer inländischen Firma und erfährt im Rahmen des Bestellvorgangs, dass es am Freitag, allenfalls noch am Samstag bei der Lieferadresse eingehe. Der Freitag geht ins Land, der Samstag auch. Was fehlt, ist das Päckchen. Nun ja, Kunde A. pressiert es nicht so, und man ist ja einiges gewohnt. Manche Bestellung hat einen schon mehr Nerven als Geld gekostet.

Der Wochenanfang kommt, doch nicht das Päckchen. Jetzt sorgt ein gütiges Schicksal dafür, dass Kunde A. sich beruflich drei Tage vom heimischen Acker machen muss – und erst am Donnerstag mit der Gewissheit heimkehrt, bald glücklicher Paketbesitzer zu sein. Und in der Tat lässt ihn eine Benachrichtigungskarte wissen, dass er sein Päckchen beim nur 150 Meter Luftlinie entfernten Fotoladen abholen könne. Dort freilich weiß man nur davon, dass man schon seit Monaten keine solchen Untermieter-Pakete mehr bekommen habe, vielmehr froh sei, wenn man die eigenen zugestellt kriege. Freundlicher Rat an Herrn A.: Bei der örtlichen Niederlassung des Logistikers nachfragen.

Und so begibt sich der verhinderte Päckchenempfänger auf eine Reise ins Reich jenseits der Metaphysik. Die Mitarbeiter der örtlichen Niederlassung bejahen zwar, unter demselben Firmennamen gewisse logistische Dienstleistungen anzubieten; man sei eigentlich jedoch nicht dieselbe Firma, sondern nur eine Art Sub-Dienstleister; aber hier sei ein Kärtchen mit einer Hotline-Nummer drauf, da könne Herr A. anrufen. Und vielleicht ...?

Es ist zwischenzeitlich wieder Freitag. Herr A. allein zuhaus. Dicker Hals. Aus angekündigten 5 Minuten Warteschleifenzeit werden 15 Minuten. Dann erfährt Herr A., dass man für die Paketverfolgung eine Paketnummer brauche, die Herr A. aber nicht hat. Die hat der Absender. Herr A. und der Hotlinehelfer gehen telefonisch im Guten auseinander, und Herr A. bekommt über seinen Absender die Paketnummer heraus. Gemeinsam verfolgen sie im virtuellen Netz den Weg des Päckchens bis nach Tübingen und zum Satz: „Das Paket wurde abgegeben.“ Aha.

Herr A. resigniert. Es hat einfach nicht sollen sein. Er schreibt das Päckchen ab. Und spaziert am Samstag durch Tübingen. Und kommt 300 Meter entfernt vom Päckchenabgabeort Nummer 1 an einem weiteren Fotogeschäft vorbei. Und denkt: Da schau‘ ich spaßeshalber kundenspezifisch mal rein. Man weiß ja nie. Jetzt weiß er und hat er.

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20.10.2017, 01:00 Uhr
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