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„Lösungen für Ballungsräume bieten“
Geschäftsführer Holger Haas ist dabei, die Strukturen der IBA 2027 GmbH aufzubauen. Foto: Ferdinando Iannone
Städteplanung

„Lösungen für Ballungsräume bieten“

Der Eislinger Holger Haas führt seit zwei Monaten die Geschäfte der IBA 2027 GmbH. Die Bauausstellung soll Antworten auf die Zukunftsfragen der Metropolregionen geben.

25.11.2017
  • DANIEL GRUPP

Stuttgart. Stuttgart und die Region planen eine Internationale Bauausstellung mit dem Zieljahr 2027. Seit September ist Holger Haas Geschäftsführer der neu gegründeten IBA 2027 GmbH. Er ist dabei, die organisatorische Struktur der Gesellschaft aufzubauen.

Herr Haas, die IBA GmbH macht gerade ihre ersten Schritte. Welche Weichen müssen gestellt werden?

Holger Haas: Die Besetzung der Stelle der Intendantin oder des Intendanten ist das Wichtigste, was jetzt ansteht. Es geht um die kuratorische Leitung der IBA.

Wann wird die Stelle besetzt sein?

An diesem Sonntag endet die Ausschreibung. Die Entscheidung wird dann wohl im Januar im Aufsichtsrat der IBA GmbH fallen.

Der Intendant soll dann die Inhalte der IBA 2027 definieren?

Es geht um die konzeptionelle Fortentwicklung der Themen. Wir müssen in zehn Jahren eine Story erzählen können. Ein Flickenteppich an Projekten, die untereinander keinen Zusammenhang haben, ergibt keinen Sinn. Man muss einen roten Faden entwickeln. Das muss die Intendanz nicht alleine schultern. Wir werden ab 2018 eine offene Aktionsebene organisieren mit verschiedenen Fachbeiräten, die die Inhalte gemeinsam mit der IBA 2017 GmbH erarbeitet.

Es soll keine IBA Stuttgart, sondern eine IBA Stadtregion-Stuttgart werden. Welche Signale kommen aus der Region?

Wir hatten den Plattformprozess, an dem sich fast 500 Menschen aus Verbänden, Kommunen, Hochschulen und sonstigen Institutionen beteiligt haben. Jetzt kommen Anfragen aus den Kommunen, das Vorhaben in Gemeinderäten vorzustellen. Das ist aber noch schwierig, weil wir zwar die Themensammlung haben, das inhaltliche Konzept aber noch fehlt.

Wie ist zu verhindern, dass jeder, der in etwa zehn Jahren ein Bauprojekt fertig hat, das Logo IBA aufklebt?

Verhindern wollen wir erst mal nichts. Eigentlich wollen wir eine rege Beteiligung. Es wird aber Kriterien für IBA-Projekte geben. Letztendlich entscheidet der Aufsichtsrat über diese Kriterien und über die Projekte. Die Kriterien müssen wir noch entwickeln.

Wird Qualität vor Quantität gehen?

Ich denke schon, dass die Hürde recht hoch sein wird, aber die IBA GmbH hat auch eine Dienstleistungsfunktion. Wenn Projekte zu uns kommen, werden wir sie unterstützen, damit sie über diese Hürde kommen.

Gibt's eine Obergrenze für Projekte?

Nein. Es gibt eher eine inhaltliche Begrenzung.

Für die IBA gibt es kein Kontrollgremium wie die Unesco fürs Weltkulturerbe. Ist die Bauausstellung frei interpretierbar?

Jein. Als die Idee geboren wurde, ging man ins Internet, um eine Bewerbungsplattform zu suchen. Wir stellten fest, man bewirbt sich nicht. Man kann einfach sagen ,Ich mach' jetzt IBA'. Es gibt jedoch bei der Bundesregierung einen Expertenbeirat. Der hat Kriterien und berät uns.

Im Memorandum tauchen Begriffe wie demografischer Wandel und Nachhaltigkeit auf. Müssen die Schlagworte noch definiert werden?

Ja, definieren ist das richtige Wort. In unserer Planung haben wir zwei Jahre für die Definitionsphase. Das heißt aber nicht, dass in der Zeit nicht Projekte angestoßen werden sollen. Das muss Hand in Hand gehen. Wir haben Themen, die sind spezifisch für die Region wie Baukultur einer neuen Moderne, integrierte Quartiere, Technologie für die lebenswerte Stadtkultur und Zusammenarbeit in der Region. Dazu gibt es die Querschnittsthemen, die wahrscheinlich in jedem Ballungsraum der Welt diskutiert werden: Mobilität, Nachhaltigkeit, Solidarität und Teilhabe.

Sind die Themen von heute im Zieljahr 2027 noch Themen, die uns beschäftigen werden?

Diese Frage hat uns auch beschäftigt. Zum Beispiel Klimaschutz und energieneutrale Gebäude. Manche Leute sagen, das ist in zehn Jahren kein Thema mehr, sondern Standard. Das Spannende ist, über die zehn Jahre hinaus zu denken und Antworten auf die dann aktuellen Herausforderungen zu geben.

Reicht die Zeit überhaupt, um größere Bauprojekte zu verwirklichen?

Die IBA ist zwar ein sozialer Prozess, heißt aber auch, dass etwas gebaut wird. Den Menschen, die 2027 hierher kommen, wollen wir etwas zeigen können. Es wird nicht alles fertig werden. Aber die IBA wird auch über 2027 hinaus reichen. 1927 war die Weißenhofsiedlung nur zur Hälfte fertig.

Wie muss man sich die Umsetzung vorstellen? Zehn Jahre Vorbereitung, dann wird die IBA eröffnet, wie eine Weltausstellung?

Nein. IBA ist schon jetzt. Der Planungsprozess ist bereits Internationale Bauausstellung. Nur endet sie im zehnten Jahr mit einem Präsentationsjahr, in dem man den Gästen aus aller Welt etwas zeigt.

Ist tatsächlich mit einer Ausstrahlung in alle Welt zu rechnen?

Ich glaube schon. Wir wollen Lösungen bieten, die für viele Ballungsräume weltweit von Interesse sind.

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25.11.2017, 06:00 Uhr
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