Covid-19 in der Region Tübingen

Coronavirus: Der Live-Blog vom 8. und 9. April

Seit Bekanntwerden der ersten Covid-19-Fälle im Kreis Tübingen Ende Februar berichten wir in Live-Blogs über die aktuellen Ereignisse der Coronakrise. Die Corona-Hotline des Gesundheitsamts und viele weitere Informationen zu Covid-19 und Sars-Cov-2 gibt es am Textende.

08.04.2020

Von job/del/itz

OB Boris Palmer (rechts) holte gestern 15.000 Schutzmasken bei der Tübinger Firma Rösch ab. Links: Gerrit Rösch, Geschäftsführer. Bild: Firma Rösch

Donnerstag, 9. April

20.06 Uhr: Natürlich gibt es auch am Karfreitag unseren Live-Blog, wir wünschen aber bereits jetzt frohe Ostern! Mit etwas Lesestoff verabschieden wir uns für heute: Für 150 Lämmer auf dem Hof von Paul und Steffi Lemke in Altingen wirkt das Coronavirus lebensverlängernd. Die Nachfrage an Ostern ist deutlich geringer als in den Vorjahren. „Vermutlich liegt es daran, dass viele Osterfeiern in diesem Jahr einfach ausfallen“, sagt Paul Lemke im Gespräch mit TAGBLATT-Mitarbeiter Stephan Gokeler. Nun muss er darauf hoffen, dass er die Lämmer nach Ostern noch verkaufen kann.

20.01 Uhr: Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten im Südwesten ist auf mindestens 22 298 gestiegen (Stand: 16 Uhr). Das waren 808 mehr als am Vortag, wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg um 50 auf 564. Nachweislich 8482 Menschen seien bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen.

19.17 Uhr: Ermittlern des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart ist es gelungen, 700 000 Euro auf einem Konto in der Türkei einzufrieren, weil die dafür zugesagten 300 000 Atemschutzmasken nicht geliefert worden waren.

 

 

18.20 Uhr: Im Kreis Tübingen steigt die Zahl der bestätigten Fälle von 1069 auf 1076. Allerdings gibt es einen weiteren, den 17. Todesfall zu beklagen. Nach Angaben des Gesundheitsamtes ist eine Person unter 50 Jahren ohne bekannte Vorerkrankungen gestorben. Zudem gab das Amt eine Auflistung der erkrankten Personen nach Städten und Gemeinden bekannt (Stand: 7. April):

  • Ammerbuch 40
  • Bodelshausen 12
  • Dettenhausen 14
  • Dußlingen 23
  • Gomaringen 28
  • Hirrlingen 19
  • Kirchentellinsfurt 19
  • Kusterdingen 28
  • Mössingen 88
  • Nehren 11
  • Neustetten 37
  • Ofterdingen 41
  • Rottenburg 223
  • Starzach 9
  • Tübingen 416

17.51 Uhr: Aktuell versorgt das Tübinger Uniklinikum nach eigenen Angaben 56 mit dem Coronavirus infizierte Patienten, davon 27 auf der Intensivstation.

17.37 Uhr: Baden-Württemberg ist nach den Worten von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bei der Bekämpfung des Coronavirus auf dem richtigen Weg, aber noch nicht über den Berg.

 

In eigener Sache:
Seit der erste Corona-Fall in Tübingen aufgetreten ist, berichtet das Schwäbische Tagblatt täglich in einem Live-Blog über die aktuellen Entwicklungen in der Region. Unsere Arbeit wird nicht wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk über allgemeine Gebühren finanziert, sondern durch unsere zahlenden Abonnenten und Anzeigenkunden. Dennoch bleibt dieses Übersichts-Blog angesichts des großen Informationsbedürfnisses gratis. Wenn Sie unsere Arbeit schätzen, denken Sie bitte darüber nach, sie durch den Abschluss eines Abos zu unterstützen. Das Online-Abo gibt es bereits zu einem Preis von 6,90 Euro im Monat. Außerdem bietet der Verlag SCHWÄBISCHES TAGBLATT ein Zeitungsabonnement (Print oder E-Paper) zum Sonderpreis an.

 

17.20 Uhr: Auch während der Osterfeiertage überprüft die Stadtverwaltung, ob sich die Menschen an die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg halten. Dabei stimmen sich die städtischen Ordnungshüter eng mit der Polizei ab, die ebenfalls verstärkte Kontrollen angekündigt hat. „Unser Augenmerk gilt vor allem den Stellen, an denen sich Menschen in den vergangenen Wochen immer wieder in größeren Mengen getroffen haben“, sagt Oberbürgermeister Boris Palmer. „Aber wir überprüfen auch, ob sich Gaststätten, Geschäfte und andere Einrichtungen an die Corona-Vorgaben halten.“ Palmer hat Verständnis dafür, wenn das schöne Wetter die Bürgerinnen und Bürger über die Feiertage nach draußen lockt. „Ostereier suchen mit den Kindern, ein Sonntagsspaziergang oder auch Sport im Freien sind selbstverständlich möglich. Vermeiden Sie aber unnötige Kontakte und halten Sie den vorgeschriebenen Abstand ein“, sagt Palmer. Das gilt auch für Grillplätze, die geöffnet bleiben. Mit Schildern weist die Stadt dort auf die Einhaltung der Corona-Verhaltensregeln hin.

16.58 Uhr: Im Kreis Reutlingen steigt die Zahl der Infizierten auf 831 (gestern: 776). Die Zahl der Todesfälle bleibt unverändert bei 16. Insgesamt 384 Menschen haben die Krankheit bereits wieder auskuriert, rund 4500 wurden im dortigen Kreis insgesamt getestet.

16.35 Uhr: Mit einem persönlichen Schreiben informiert die Stadt Tübingen alle Tübingerinnen und Tübinger, die älter als 65 Jahre sind, über Unterstützungsangebote während der Corona-Pandemie (u.a. durch eine 30-seitige Broschüre) und stellt ihnen eine Schutzmaske zur Verfügung. „Wir möchten unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger in dieser schwierigen Situation nicht alleine lassen, sondern sie mit den notwendigen Informationen und Hilfsangeboten versorgen“, wird Bürgermeisterin Daniela Harsch in einer Mitteilung zitiert.

Den Brief erhalten in den kommenden Tagen rund 12.500 Menschen, die Jahrgang 1954 oder älter sind. Beigelegt ist eine Stoffmaske pro Person. „Die Firma Rösch hat sofort die Notwendigkeit erkannt und liefert uns jetzt Masken made in Tübingen. Auf den Mittelstand ist Verlass“, sagt Oberbürgermeister Boris Palmer. Er dankt auch dem Gemeinderat, der für die Aktion knapp 100.000 Euro bereitgestellt hat“. Zwar schützt die Maske nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus, aber sie verhindert, dass man sich unabsichtlich ins Gesicht fasst und sie hält Speicheltropfen beim Atmen oder Sprechen von anderen Personen fern. „Wer die Maske trägt, schützt vor allem seine Umgebung. Deshalb ist es sinnvoll, die Maske bei unbedingt notwendigen Erledigungen oder bei Spaziergängen zu zweit zu tragen“, so Palmer.

16.10 Uhr: Die Tübinger Stiftskirche ist am Ostersamstagabend von 19 bis 20.45 Uhr und am Ostermorgen von 5.30 bis zum Osterläuten 7.15 Uhr geöffnet. In diesen Zeiten können - unter Berücksichtigung der geltenden staatlichen Bestimmungen - Lichter an der brennenden Osterkerze entzündet und mit nach Hause genommen werden. Kerzen für diese Osterlichter stehen in der Stiftskirche bereit.

15.54 Uhr: Jetzt kommen wieder Erntehelfer in den Südwesten: Am Donnerstagnachmittag landete auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden das erste von mehreren erwarteten Flugzeugen mit Erntehelfern aus Rumänien.

14.49 Uhr: Der Betreiber eines Fitnessstudios ist vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg mit einem Eilantrag gegen die vorübergehende Schließung wegen der Coronavirus-Pandemie gescheitert.

14.09 Uhr: Die SPD hat für die Landtagsabgeordneten eine Nullrunde vorgeschlagen, um Solidarität mit den Menschen in der Corona-Krise zu zeigen. CDU, Grüne und FDP zeigen sich dafür offen - die AfD nicht.

13.50 Uhr: Die Sommerferien wegen der Corona-Krise verschieben? Davon hält Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). „Eine Verschiebung der Sommerferien würde mehr Probleme schaffen als lösen“, sagte sie am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Die Tübinger Stadtverwaltung vermittelt Einkaufshilfen und Informationen zu sozialen Hilfsangeboten. Das Corona-Telefon ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr besetzt: 07071 204-1010. Der Hilfsdienst ist auch per E-Mail erreichbar: corona.soziales@tuebingen.de. Informationen und Kontaktdaten gibt es auf der Internetseite: www.tuebingen.de/corona-einkaufshilfe. Bild: Carole68 - Pixabay.com / hz

13.44 Uhr: Auch wenn sich das Coronavirus mittlerweile langsamer ausbreitet, rechnet das Gesundheitsministerium mit einem Höhepunkt der Krise für die Krankenhäuser an Ostern. Es könnte sein, dass dann die meisten Patienten mit schweren Symptomen behandelt werden müssten, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Allerdings sieht man sich für eine mögliche Welle an Patienten gewappnet.

13.33 Uhr: Das Tübinger Pharmaunternehmen CureVac arbeitet weiter mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Im Frühsommer solle eine klinische Studie beginnen. „Im Juni, spätestens im Juli wollen wir mit rund 100 Personen starten“,sagte ein Sprecher des Unternehmens der dpa.

12.53 Uhr: Siegfried Maier vom Mössinger Kleintierfriedhof muss nun schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate beteuern, dass sein Friedhof geöffnet bleibt. Vor kurzem erst beruhigte er aufgebrachte Kunden wegen der Baustelle an der Zugbrücke direkt nebenan. Doch auch derzeit bietet die Ruhestätte für Kleintiere nach wie vor Beisetzungen an. Auch Besuche sind weiter möglich.

11.29 Uhr: Alleine und mit einer kleinen Kerze in der Hand wird Pfarrer Dominik Weiß in der Osternacht in die dunkle St. Paulus-Kirche gehen. Vor dem Altar steht eine Kamera, die restliche Kirche bleibt bis auf sein vierköpfiges Team menschenleer. Denn wie viele andere hat sich auch die katholische Gesamtkirchengemeinde in Tübingen dafür entschieden, ihre Ostergottesdienste trotz Coronakrise stattfinden zu lassen – per Livestream. Die evangelische Kirche Rottenburg stellt auch über die Feiertage Gottesdienste und Musik ins Netz. Auch der Reutlinger Pfarrer Dimitrios Katsanos setzt auf neue Medien - die griechisch-orthodoxe Gemeinde mehr denn je auf Spenden angewiesen.

 

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11.22 Uhr: Die Coronakrise trifft auch die Rottenburger Einzelhändler und Gastronomen hart. Mit digitalen Serviceangeboten versuchen sie, Umsatzeinbrüche aufzufangen.

10.48 Uhr: Cafés, Restaurants, kleine Läden und Handwerksbetriebe haben es zurzeit schwer. Bei so manchen ist fraglich, ob sie überhaupt wieder öffnen können. Um kleinen Unternehmen durch die Krise zu helfen, haben drei Tübinger Anfang April die Plattform www.saveyourhood.com ins Leben gerufen. Auf der Seite kann sich registrieren, wer Unterstützung benötigt - und die Kunden und Fans haben die Möglichkeit, für ihren Lieblingsladen oder ihre Lieblingsbar direkt zu spenden.

 

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10.20 Uhr: Abschied mit Abstand: In Zeiten des Coronavirus gelten für Bestattungen – und die vorangehenden Vorbereitungen – strenge Regeln. Schon das Abschiednehmen kann schwierig sein. Was müssen Bestattungsinstitute beachten? Und wie gehen Hinterbliebene und Trauernde in Tübingen mit der schwierigen Situation um? Das TAGBLATT hat mit Bestattern gesprochen.

9.36 Uhr:„Helpless“ von Neil Young war der erste Song, es folgten „Carry on“ und „Helplessly hoping“ von Stephen Stills sowie „Woodstock“ von Joni Mitchell und „Take it easy“ von den Eagles. Die Poltringer Musiker Mary Jane und Jürgen Sturm singen für ihre Fans im Netz – und arbeiten an zwei Anti-Corona-Lieder.

Jürgen Sturm und Mary Jane im heimsichen Studio. Screenshot: Manfred Hantke

9.19 Uhr:Man habe es „holterdipolter hochgezogen“, und schon am ersten Wochenende habe es gut geklappt. Dr. Burkhard Lembeck knüpfte für Baden-Württemberg ein Netz aus niedergelassenen Orthopäden und Unfallchirurgen, die an den Sonn- und Feiertagen bis Ende Mai für Notfälle zur Verfügung stehen. Sie öffnen zur Entlastung der Kliniken sonn- und feiertags ihre Praxen.


8.31 Uhr:
Bemalte Eier, aus Transparentpapier ausgeschnittene Eier, Eier aus Ton oder Plastik, einzeln drapiert oder im Osternest: Sie schmücken derzeit den Brunnen in der Talheimer Ortsmitte. Noch bis Ostersamstag kann jeder, der möchte, den Brunnen mitgestalten und Dekoration ganz nach eigenem Geschmack dort abstellen. Kitsch ist ebenso erlaubt wie Symbole, die an den Glauben erinnern. Der Talheimer Ortschaftsrat hat die Aktion ins Leben gerufen. „Lasst uns gemeinsam in dieser außergewöhnlichen Zeit ein buntes und österliches Zeichen setzen“, ist auf im Ort ausgehängten Plakaten zu lesen. Die Initiative stößt auf große Resonanz.


8.11 Uhr:
Zum Schutz verzichten? Das sehen nicht alle Menschen so. Einige Bürger im Land wehren sich gerichtlich gegen die Einschränkungen. Mit Klagen und Eilanträgen wenden sich Bürger gerichtlich gegen die vom Land beschlossenen Geschäftsschließungen und Beschneidungen der Grundrechte – bislang erfolglos.

8.06 Uhr: „Wirtschaft unter Schock“ haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute als Überschrift für ihr Frühjahrsgutachten gewählt. Denn die Corona-Pandemie löst in Deutschland eine tiefe Rezession aus. In diesem Jahr dürfte die Konjunktur um über vier Prozent einbrechen, erwarten die Forschungsinstitute. Das soll 2021 rasch aufgeholt werden.

8.02 Uhr: Die Idee klingt simpel: Kann man Alte und Kranke in der Corona-Pandemie gezielt isolieren, während man das Leben der Jüngeren normalisiert? Nicht nur Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) wirbt dafür. Auch in Talkshows wird diskutiert, den Neustart des öffentlichen Lebens mit der Separierung der Risikogruppen zu kombinieren. Doch die Idee ist höchst umstritten – aus ethischen wie medizinischen Gründen.

7.58 Uhr: Sozialminister Manne Lucha sieht das Land im Kampf gegen die Pandemie auf einem guten Weg – und hofft weiter auf die Disziplin der Bürger. „Es ist vielleicht auch gut, wenn man nicht immer alles vorher weiß. Wir sehen durchaus einen Silberstreif am Horizont; da heißt es, sich anzustrengen“, sagt Lucha im Interview.

7.47 Uhr: Von wegen Klopapier. Viele Verbraucher in Deutschland haben sich aus Furcht vor dem Coronavirus mit Arzneien eingedeckt. Besonders gefragt sind Vitaminpräparate und Mittel gegen Erkältung. Pharmakonzerne legen Extraschichten ein.

7.25 Uhr: Über die Osterfeiertage scheint das Wetter frühlingshaft schön zu werden. Doch welche Freizeitaktivitäten sind während der kommenden Tage erlaubt und welche nicht? Ein Überblick.

7.10 Uhr: Die Lage bei Lufthansa spitzt sich zu. Wegen der Corona-Pandemie und des Einbruchs im Luftverkehr schließt die Airline ihre Tochter Germanwings gegen heftigen Widerstand der Gewerkschaften und stellt fast zehn Prozent der Flotte dauerhaft außer Dienst. „Ich bin von der Entscheidung des Lufthansa-Managements schockiert“, sagt Markus Wahl, der Chef der Pilotenvereinigung Cockpit, im Interview.

6.55 Uhr: Die Festtage stehen bevor. Doch nichts wird in diesem Jahr sein, wie es bisher üblich war. Ostern feiern, aber wie? Die gemeinsamen Gottesdienste sind abgesagt, große Familienfeste derzeit unmöglich, Enkel können nicht einmal ihre Großeltern besuchen. Und doch werden überall Vorbereitungen getroffen. Nach anfänglicher Schockstarre sind viele Kirchengemeinden aktiv.

6.39 Uhr: Guten Morgen aus der Online-Redaktion. Begegnung auf dem Bildschirm statt in natura: Das ist seit Wochen das Motto in vielen Lebensbereichen. Auch Musikschulen setzen auf den Online-Unterricht via Videotelefonie. Und die Schüler freuen sich dabei über die Abwechslung: „Die sind froh, dass sie mal was anderes machen können als Schulaufgaben und sonst daheim rumsitzen“, sagt etwa der Leiter der Musikschule Ammerbuch, Jürgen Frey.

Mittwoch, 8. April

19.36 Uhr: Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Südwesten ist um 855 auf 21 490 gestiegen. Davon sind 12 267 Personen genesen. 514 Menschen, die nachweislich am Virus erkrankt waren, sind gestorben.


19.31 Uhr:
Aus Infektionsschutzgründen setzt das Land Baden-Württemberg die Pflicht, vor einer Feuerbestattung Leichen erneut zu beschauen, für Corona-Tote aus. Die zweite Leichenschau werde für mit dem Corona-Virus infizierte Verstorbene für drei Monate ausgesetzt, sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne).


19.28 Uhr:
Ministerpräsident Winfried Kretschmann verspricht die Rückkehr zu einer engen Auslegung der Vorgaben im Datenschutz nach der Corona-Krise, denn „wir sind doch keine autoritären Krisengewinnler“. Jetzt sei es sehr sinnvoll, Daten zu sammeln, „und das machen wir, um die Menschen zu schützen“. Am Ende werde der Grundrechtskatalog wieder voll hergestellt, „denn der ist uns heilig, und die liberale Öffentlichkeit wird ein wachsames Auge darauf haben“. (dpa)


19.24 Uhr:
Zwei Wochen nach dem Start der Corona-Hilfen für kleine Unternehmen sind gut 1,4 Milliarden Euro an Zuschüssen bewilligt. Bei der L-Bank, der Förderbank des Landes, seien inzwischen mehr als 169 000 Anträge angekommen und davon fast 87 Prozent freigegeben, teilte das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mit. Sogenannte Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen mit maximal 50 Beschäftigten können den Zuschuss bei den Kammern beantragen.


18.53 Uhr:
Die neuen Zahlen aus dem Tübinger Kreisgesundheitsamt sind da: Mittlerweile wurden im Kreis 1069 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Damit stieg die Zahl der bekannten Fälle seit gestern um 38. Die Zahl der Todesfälle aus dem Kreis stieg erneut um zwei: Bei beiden handelte es sich um Personen zwischen 80 und 85 Jahren, so das Landratsamt. Damit steigt die Zahl der Verstorbenen im Kreis bei denen das Virus nachgewiesen werden konnte auf 16.

 

 


17.10 Uhr:
In der Tübinger Weststadt ist vermutlich gerade ein Jagdhorn erklungen und hat einige Nachbarn zum gemeinsamen Sportmachen aufgerufen - natürlich mit entsprechendem Abstand. Unserem Aufruf, uns ein nachbarschaftliches Ritual zu schicken, ist als erste Gerda Siegele-Yazar gefolgt. Sie berichtet, dass eine Nachbarin vor drei Wochen die Initiative ergriffen und für die Nachbarschaft eine Whatsapp-Gruppe eingerichtet habe. Weiter schreibt sie: „Wir trafen uns eines Abends um 19 Uhr auf den Balkonen, hinter Fenstern und in Gärten. Beim ersten Treffen wurde ich als ehemalige Sportlehrerin des Kepler-Gymnasiums Tübingen und aktuelle TSG-Pilatestrainerin gefragt, ob ich für die Nachbarn ein Bewegungsprogramm anbieten könnte. So entstand die Idee einer fast täglichen Fitnesseinheit mit Musik. Auf einer von Balkonen, Fenstern und Gärten einsehbaren Stelle startet in der Regel um 17 Uhr ein wechselndes Programm aus Laufen, Aerobic, Kräftigung, Dehnung und Faszienübungen. Ein Nachbar gibt mit seinem Jagdhorn das Signal zum gemeinsamen Beginn. Es ist schön zu sehen, wie alt und jung begeistert mitmachen. Als Dank bekomme ich immer mal wieder herrliche Blumensträuße. Am meisten profitiere vermutlich ich selbst von dieser Aktion, weil ich ungern allein Sport treibe. Zusätzlich durfte dabei so viele nette Menschen aus meiner Nachbarschaft kennenlernen.“
Sie haben ein ähnliches oder ganz eigenes Nachbarschaftsritual?
Dann beschreiben Sie es uns doch in einer kurzen E-Mail an online@tagblatt.de. Wir sammeln die besten Ideen und veröffentlichen sie dann in den kommenden Tagen hier im Live-Blog.


17.08 Uhr:
Das Reutlinger Gesundheitsamt hat die neuesten Zahlen bekanntgegeben. Demnach liegen 776 laborbestätigte Fälle und 16 Todesfälle im Landkreis Reutlingen vor. Das sind 25 gesichert Infizierte und zwei Verstorbene mehr als gestern. Die Gesamtzahl der genesenen Fälle stieg von 294 auf 335.


17.07 Uhr:
Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie haben sich in Heidelberg und Mannheim Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen und Institute zusammengeschlossen. Die Forscher wollen unter anderem herausfinden, wann Erkrankte nicht mehr ansteckend sind, welche Wirkstoffe, die gegen andere Krankheiten verabreicht werden, auch gegen Covid-19 helfen und welche seelischen Folgen gesellschaftliche Einschränkungen haben. (dpa)


16.50 Uhr:
Die Sprechstundentermine der Reutlinger Kreiskliniken sind zur Einschränkung der Ausbreitung des Corona-Virus ausgesetzt. Um in dieser Zeit der „sozialen Distanzierung“ der Patienten trotzdem als zuverlässiger Ansprechpartner bei Seite zu stehen, werden im Klinikum am Steinenberg Reutlingen nach Ostern Videosprechstunden eingeführt. Die Zugangsdaten und Termine für diese Sprechstunden erhalten die Patienten auf telefonische Anfrage in den Sekretariaten der beteiligten Kliniken. Notfälle werden aber weiterhin in der Zentralen Notaufnahme gesehen und behandelt.


16.40 Uhr:
Auch im Mössinger Pflegeheim Haus an der Steinlach warten Personal und Bewohner auf Ergebnisse mehrerer Corona-Tests. Spätestens nach 48 Stunden, also an Karfreitag, sollen die Ergebnisse feststehen. Hausleiterin Karin Frieß rechnet damit, dass einzelne Tests positiv ausfallen werden. Es sei doch recht unwahrscheinlich, dass niemand infiziert sei. Einen Plan für das weitere Vorgehen gibt es bereits: Infizierte Bewohner sollen in einen gemeinsamen Bereich verlegt werden. Dort versorgen sie dann Mitarbeiter, die selbst nachweislich infiziert sind. „Aber natürlich nur Mitarbeiter ohne Symptome, denen es gut geht“, betont die Hausleitung.

Wenn alles klappt, gibt es das Testergebnis nach spätestens 48 Stunden, also an Karfreitag: Arzt Raban Heller machte mit dem mobilen Dienst Abstriche vom Personal des Mössinger Pflegeheims Haus an der Steinlach. Die Aktion sorgte auch bei den Heimbewohnern für neugierige Blicke und gereckte Hälse. Bild: Klaus Franke


15.38 Uhr:
Ostern, wie es traditionell gefeiert wird, ist wegen der Corona-Krise in diesem Jahr tabu. Der Freiburger Erzbischof ruft dazu auf, das Fest in anderer Form zu feiern. Auch in anderen Landesteilen gibt es Alternativangebote. Bischof Gebhard Fürst von der Diözese Rottenburg-Stuttgart feiert Gründonnerstag, Karfreitag, Osternacht und Ostersonntag im Rottenburger Dom. Die Gottesdienste werden online auf dem Youtube-Kanal der Diözese übertragen. Auch viele weitere Kirchengemeinden senden ihre Gottesdienste auf digitalen Kanälen, wie die dpa zusammenfasst. Die Diözese hat auf ihrer Homepage unter dem Motto „Gottesdienst zu Hause“ Vorlagen zusammengestellt, nach denen Katholiken die Feiertage daheim zelebrieren können.

15.24 Uhr: „Es gibt unzählige, teils originelle Beispiele vom selbst gebastelten Brettspiel in der WG bis zum Besen, der in einer Bäckerei als Abstandshalter fungiert“, sagte Museumssprecherin Heike Scholz. Doch nicht nur Württembergs Landesmuseum sucht nach Objekten, die einmal zu Erinnerungsstücken aus der Corona-Zeit werden könnten. Digital natürlich, wie es derzeit bei Ausstellungen geboten ist. Auch andere Museen, Galerien und Stiftungen werden immer kreativer. (dpa)


15.07 Uhr:
SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch und der Bund der Selbstständigen haben die Umsetzung der Corona-Soforthilfen kritisiert. „Es ist wichtig, dass kleine Unternehmen sehr rasch Hilfe bekommen“, sagte Stoch. (dpa).


15.03 Uhr:
Die Gefahr sei groß, dass das Coronavirus ärmere und kriegszerstörte Länder noch viel brutaler erfasse als die Industriestaaten, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbundes Baden-Württemberg, der angesicht der Pandemie seine Forderungen nach Frieden auf der Welt bekräftigt.

13.59 Uhr: Der Kreis Tübingen hat Schutzmasken-Nachschub erhalten. Wie das Landratsamt mitteilt, kam die bestellte Großlieferung von einer Million Mund-Nasen-Schutzmasken heute an. Ein Großteil davon wird noch am selben Tag direkt an die entsprechenden Einrichtungen im Kreis zum Selbstkostenpreis verteilt.

Für die nächsten zwei Wochen kann damit der Bedarf bei den Einrichtungen an Schutzmasken größtenteils abgedeckt werden.

Landrat Joachim Walter bedankte sich bei allen mithelfenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamtes für die Unterstützung und für die Organisation bei Kreisbrandmeister Marco Buess.

Der Kreis Tübingen hat neue Schutzmasken erhalten. Archivbil: Ulmer

13.30 Uhr: Die Polizei greift zu ungewöhnlichen Mitteln: Am Bodensee wollen Beamte am Osterwochenende von Bord eines Zeppelins aus kontrollieren, ob sich die Menschen in der Region Bodensee-Oberschwaben an die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus halten.

 

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12.10 Uhr: FDP-Landeschef Michael Theurer sieht im massiven Kampf gegen die Corona-Pandemie eine langfristige Gefahr für Demokratie und Marktwirtschaft. Es dürfe keinen Blankoscheck für eine Verstaatlichungsorgie und keine dauerhafte Einschränkung von Bürgerrechten geben, sagte Theurer der Deutschen Presse-Agentur.


11.31 Uhr:
In eigener Sache · Da der Lokalsport weitgehend untersagt ist, hat das TAGBLATT ein Turnier an der Konsole organisiert. Dabei treten Sportler aus der Region online in der Fußball-Simulation „Fifa 20“ gegeneinander an. Die Spiele werden von uns live ins Netz gestreamt. Heute um 14 Uhr geht es weiter mit der Partie SV Croatia Reutlingen (Nick Olteanu) mit Belgien - TB Kirchentellinsfurt (Niklas Rainer) mit Ungarn. Und zwar hier: tagblatt.de/Fifa20

10.47 Uhr: Die evangelischen Landesbischöfe von Baden und Württemberg haben dazu aufgerufen, in der Corona-Krise die Flüchtlinge nicht zu vergessen. Während viele gemeinden für die von der Landesregierung untersagten Gottesdienste ins Netz ausweichen, ist ein Kirchgänger ist mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht gegen das Verbot von Veranstaltungen in Kirchen gescheitert.

10 Uhr: Manche Gärtnereien machen ihren Hauptumsatz auf Messen und Märkten. Zum Beispiel die Bierlinger Gärtnerei Stifel. Bis 2016 arbeiteten sie in ihrem 2600 Quadratmeter Gewächshaus mit ihren Pflanzen, dann kamen die Heilkräuter und Duftpflanzen dazu. „Zum Jahresende 2019 haben wir unseren Betrieb noch um drei Gewächshäuser erweitert“, sagt Uwe Stifel. Da war Corona noch in weiter Ferne. Jetzt sind diese Gewächshäuser ebenfalls voll mit Pflanzen, doch fehlt es an Abnehmern.

8.55 Uhr: Das Tübinger Uni-Klinikum veröffentlicht regelmäßig, wie viele Menschen dort derzeit behandelt werden, die sich gesichert mit dem Coronavirus infiziert haben. Am gestrigen Dienstag waren es 54 Patienten, davon 28 auf der Intensivstation. Am Montag waren es 70 mit dem Coronavirus infizierte Patienten gewesen, davon 33 auf der Intensivstation.

 

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8.45 Uhr: Auch heute öffnet wieder die Fieberambulanz auf dem Tübinger Festplatz. Wer Symptome hat, kann dorthin gehen. Ein Anruf beim Hausarzt ist vorher sinnvoll, eine Überweisung oder ein Attest braucht man aber nicht. Auch Abstriche sind in der Fieberambulanz möglich. Verdachts-Patienten können auch gleich zum benachbarten Drive-In geschickt werden. Die Fieberambulanz hat täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, auch sonntags, auch an Ostern.


8.40 Uhr:
Was wird sich nach der Krise ändern? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit ebenfalls viele. Das Einkaufsverhalten gehört schon jetzt dazu, und dabei profitiert nicht nur Amazon. Nach Einschätzung des Handelsverbands werden durch die Corona-Krise regionale Anbieter gestärkt.

7.57 Uhr: Eine Nachbarschaft singt gegen die soziale Isolation: In Kirchentellinsfurt treffen sich allabendlich Nachbarn zum gemeinsamen Musizieren – Corona-Verordnungs-konform auf der Straße, mit Abstand, jede/r vor dem eigenen Haus. Manchmal reihen sich spontan Passanten ein. Bei der Gelegenheit bieten die Nachbarn sich auch Hilfe an. Sie haben ein ähnliches oder ganz eigenes Nachbarschaftsritual? Dann beschreiben Sie es uns doch in einer kurzen E-Mail an online@tagblatt.de. Wir sammeln die besten Ideen und veröffentlichen sie dann in den kommenden Tagen hier im Live-Blog.

 

Hilfsangebote:
Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen sollen sich während der Corona-Epidemie besonders gut von anderen isolieren. Um diese Menschen zuhause mit Lebensmitteln oder Medikamenten zu versorgen, gibt es im Kreis Tübingen viele öffentliche und private Hilfsangebote. Es gibt aber auch Meldungen über Betrüger, welche die Situation ausnutzen. Fast überall können sich Hilfesuchende deshalb direkt an ihre Gemeinde- oder Stadtverwaltung wenden, wo man den Überblick über lokale Nachbarschaftshilfen und seriöse Angebote von Organisationen und Institutionen hat. Wir haben die Infoseiten zusammengetragen.

 

7.37 Uhr: Martin Eichner ist derzeit ziemlich gefragt. Der Tübinger Epidemiologe entwickelte unlängst ein Simulationsmodell für die Corona-Pandemie und beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie Gesellschaft und Wirtschaft möglichst rasch wieder aus dem „Lockdown“, der selbstauferlegten Kontaktsperre, herauskommen, ohne dass sich das Corona-Virus danach allzu rasch in der Bevölkerung ausbreitet und hohe Opferzahlen fordert. Auch eine freiwillige Selbstinfizierung unter kontrollierten Bedingungen hält er für sinnvoll – aber nur unter medizinischer Kontrolle und bei strenger Quarantäne. „Wenn sich dies wirklich als gangbarer Weg erweist, bekämen wir viele immune Personen, die sich frei bewegen und überall eingesetzt werden können – gerade auch bei der Betreuung von besonders gefährdeten Personen.“

Prof. Martin Eichner denkt über freiwillige Infektionen nach. Bild: UKT

Redakteur Volker Rekittke hat mit ihm gesprochen:

Herr Eichner, manche sagen: Lieber jetzt anstecken, dann hab ich’s hinter mir. Können Sie das verstehen?

Ich habe diese Aussage auch schon oft gehört. Unsicherheit ist für viele schwer zu ertragen. Die gegenwärtigen Einschränkungen ebenfalls.

Wie lange halten wir den Shutdown noch durch?

Ob Schule, Universität und vorsichtige Ladenöffnungen gleich nach den Osterferien oder mehrere Wochen später wieder losgehen, ob das in mehreren Schritten erfolgt wie jetzt in Österreich geplant, ist derzeit noch nicht entschieden. Sicher ist aber: Wir werden wieder ein Stück in die frühere Normalität zurückkehren müssen.

Das ganze Interview lesen Sie hier.

7.28 Uhr: Es war als reiner Akt der Solidarität mit anderen Geschäftsleuten gedacht, die ihre Läden im Rahmen der Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus schließen mussten und von heute auf morgen keinen Umsatz mehr hatten: Die Metzgerei Holzapfel in Mössingen wollte doch nur helfen. „Wir hatten uns da ehrlich gesagt nicht viel dabei gedacht als wir ein Regal freigeräumt und mit Dekoartikeln aus dem Sortiment von Lilli Käfer bestückt haben“, berichtet die Chefin Chantal Holzapfel. Doch dann meldete sich das Mössinger Ordnungsamt.

Bei der Metzgerei Holzapfel mussten die Corona-Solidaritätsregale wieder geleert werden. Bild: Julian Jochen-Warth

7.19 Uhr: Eine Frage, die viele umtreibt: Wie kommen wir aus dem Schutdown wieder raus? Unsere Korrespondenten der „Südwest Presse“ haben zu den wichtigsten Punkten recherchiert.

7.13 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht Erfolge im Kampf gegen die Ausbreitung der Pandemie: „Die Infektionskurve flacht sich ab“, sagte er gestern in Stuttgart nach einer Kabinettssitzung, an der auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilnahm.

 

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7.07 Uhr: Das Coronavirus breitet sich zunehmend in Altenheimen aus, in der Region zuletzt in Remmingsheim, wo zehn Bewohner eines Pflegeheims erkrankten. Die Einrichtungen vermelden teils sehr ungewöhnliche Verläufe.

6.55 Uhr: Persönliche Gottesdienste fallen aus, trotzdem wollen über die Ostertage viele Gläubige im Steinlachtal zusammenfinden. Da ist Kreativität gefragt – und oft auch eine stabile Internetverbindung. Denn einige Gemeinden setzen auf Videos oder Podcasts.

6.53 Uhr: Er war einer der ersten, von denen man sicher wusste, dass er sich mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 angesteckt hatte und damit ein Pionier, der keiner sein wollte: Der Pathologe Hans Bösmüller war der erste Covid-19-Patient im Uniklinikum. Seine Erkrankung verlief milde, gestern trat er vor die Presse.

6.37 Uhr. Guten Morgen aus der Online-Redaktion. Auch heute wollen wir Ihnen wieder einen Überblick über die Nachrichten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aus der Region bieten. Zur Erinnerung: Gestern übersprang die Zahl der gesicherten Infektionen im Kreis Tübingen erstmals die 1000er-Marke: Das Landratsamt meldete 1031 positive Coronatests. Bislang starben 14 Menschen aus dem Kreis, die an Covid-19 erkrankt waren. Die meisten waren über 80 Jahre alt und litten an Vorerkrankungen.

 

 

 

In eigener Sache:
Seit der erste Corona-Fall in Tübingen aufgetreten ist, berichtet das Schwäbische Tagblatt täglich in einem Live-Blog über die aktuellen Entwicklungen in der Region. Unsere Arbeit wird nicht wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk über allgemeine Gebühren finanziert, sondern durch unsere zahlenden Abonnenten und Anzeigenkunden. Dennoch bleibt dieses Übersichts-Blog angesichts des großen Informationsbedürfnisses gratis. Wenn Sie unsere Arbeit schätzen, denken Sie bitte darüber nach, sie durch den Abschluss eines Abos zu unterstützen. Das Online-Abo gibt es bereits zu einem Preis von 6,90 Euro im Monat. Außerdem bietet der Verlag SCHWÄBISCHES TAGBLATT ein Zeitungsabonnement (Print oder E-Paper) zum Sonderpreis an.

 

 

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Hilfsangebote:
Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen sollen sich während der Corona-Epidemie besonders gut von anderen isolieren. Um diese Menschen zuhause mit Lebensmitteln oder Medikamenten zu versorgen, gibt es im Kreis Tübingen viele öffentliche und private Hilfsangebote. Es gibt aber auch Meldungen über Betrüger, welche die Situation ausnutzen. Fast überall können sich Hilfesuchende deshalb direkt an ihre Gemeinde- oder Stadtverwaltung wenden, wo man den Überblick über lokale Nachbarschaftshilfen und seriöse Angebote von Organisationen und Institutionen hat. Wir haben die Infoseiten zusammengetragen.

 

Illustration des Coronavirus (2019-nCoV) des Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Die Fortsätze auf der Oberfläche des Virus erinnern an eine Corona. Bild: Wikimedia - CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM [Public domain]

Das derzeit grassierende neuartige Coronavirus gehört zur Familie der Coronaviridae, deren Vertreter bei Wirbeltieren verschiedene Erkrankungen hervorrufen. Manche Coronaviren können Artenbarrieren überwinden und mehrere Wirtspezies infizieren.

Beim Menschen sind momentan sieben Coronavirusspezies als Erreger von leichten Erkältungskrankheiten bis hin zu schweren akuten Atemwegssyndromen bekannt (Stand Februar 2020). Neben dem sich aktuell weltweit ausbreitenden Sars-Cov-2 ist auch der Erreger der Sars-Pandemie 2002/2003 Sars-Cov sowie der 2012 aufgetretene Erreger Mers-Cov von Bedeutung.

Sars steht für Severe Acute Respiratory Syndrome (Schweres Akutes Atemwegssyndrom), Mers bedeutet Middle East Respiratory Syndrome (Atemwegssyndrom des Mittleren Ostens).

Der Begriff Corona bezieht sich auf das Erscheinungsbild dieser Viren: Die Fortsätze auf der Virenhülle sehen unter dem Elektronenmikroskop wie ein Strahlenkranz aus, der einer Sonnenkorona ähnelt. Corona kommt aus dem Spanischen und bedeutet Krone.

Die durch das Sars-CoV-2 (Severe-Acute-Respiratory-Syndrome-Coronavirus-2) ausgelöste Erkrankung der Atemwege wurde Covid-19 genannt (Coronavirus-Disease-2019, deutsch: Coronavirus-Krankheit-2019).

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2 gibt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fachliche Informationen zu der neuen Atemwegserkrankung Covid-19 (verursacht durch das Coronavirus Sars-Cov-2) stellt das Robert-Koch-Institut zur Verfügung.

Informationen zum Coronavirus, zu den Fallzahlen und zu den geltenden Verordnungen zur Eindämmung der Epidemie im Land gibt es beim Sozialministerium Baden-Württemberg.

Das Tübinger Landratsamt hat unter der Telefonnummer 07071/207-3600 eine Hotline eingerichtet (täglich, auch am Wochenende, 8 bis 18 Uhr).

Neben Einkaufshilfen vermittelt die Stadtverwaltung Tübingen Informationen zu sozialen Hilfsangeboten in Tübingen. Das Corona-Telefon ist immer montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr besetzt. Die Telefonnummer lautet 07071/204-1010. Der Hilfsdienst ist auch per E-Mail erreichbar: corona.soziales@tuebingen.de. Viele Informationen und Kontaktdaten von Einkaufs- und Nachbarschaftshilfen gibt es außerdem auf der städtischen Internetseite: www.tuebingen.de/corona-einkaufshilfe

Wer seine Hilfe in der Nachbarschaft anbieten möchte, kann das auch über das Formular tun, das wir - inspiriert vom Berliner Rundfunk - erstellt haben und hier als PDF zum Download anbieten: ausfüllen, ausdrucken und in der Nachbarschaft verteilen für die Menschen, die keinen Internetzugang haben.

Zum Dossier: Alle Corona Live-Blogs

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Erstellt:
8. April 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
8. April 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. April 2020, 06:00 Uhr

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