Covid-19 im Kreis Tübingen

Coronavirus: Der Live-Blog vom 5. bis 9. März 2020

Im Kreis Tübingen gab es bislang zwei Corona-Fälle. Am Montag (9. März) kam ein dritter Fall hinzu. Das TAGBLATT berichtet seit Ende Februar in Live-Blogs über die Entwicklungen. Das Tübinger Landratsamt hat unter der Telefonnummer 07071/207-3600 eine Hotline eingerichtet (täglich, auch am Wochenende, 8 bis 18 Uhr).

05.03.2020

Von hz/itz/job/ust

Das Arztmobil des DRK steht auf dem Parkplatz beim Tübinger Bergfriedhof. Bei Verdacht auf Covid-19 nimmt ein Arzt Abstriche für PCR-Tests auf das Coronavirus Sars-Cov-2. Bild: Hans-Jörg Schweizer

Der Live-Blog wird ab Dienstag, 10. März, hier fortgesetzt.

Montag, 9. März

21.32 Uhr: Der Freistaat Bayern greift durch und verbietet vorerst bis Karfreitag Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern. Das soll am Dienstag offiziell beschlossen werden. Damit müssten viele Sportevents ohne Zuschauer stattfinden.

19.26 Uhr: Kurz nach 19 Uhr bestätigte auch das hiesige Gesundheitsamt auf Nachfrage, „dass es sich um einen Kreiseinwohner handelt, der sich mit dem Virus infiziert hat“, so Sprecherin Martina Guizetti. Das Amt sei mit der Ermittlung weiterer Informationen beschäftigt, etwa bezüglich der Kontaktpersonen des Infizierten. Im Kreis Tübingen ist es der dritte bestätigte Covid-19-Fall. Zwölf Tage zuvor war bei einer 24-Jährigen und ihrem 60-jährigen Vater das Virus festgestellt worden. Sie wurden am Tübinger Uniklinikum behandelt, sind mittlerweile aber wieder zuhause. Exakt wie ein 29-Jähriger aus Steinenbronn, der ebenfalls am Uniklinikum isoliert war. Damals gehörten die beiden Tübinger Fälle zu den ersten in Baden-Württemberg.

19.13 Uhr: Bei all der Aufregung um das Virus: Der Tübinger Liedermacher Andreas Schoba hat in Zeiten der Pandemie, Hysterie und Hygieneverordnungen einen schwäbischen Song geschrieben. Titel: „Spätzle gegen Corona“. (+)

18.42 Uhr: Am späten Montagnachmittag wurden dem Ministerium für Soziales und Integration vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg insgesamt 35 neue bestätigte Covid-19-Fälle gemeldet. Betroffen sind die Landkreise Heilbronn (6 Fälle), Schwäbisch Hall (1 Fall), Esslingen (2 Fälle), Calw (2 Fälle), Emmendingen (1 Fall), Tübingen (1 Fall), Ludwigsburg (1 Fall), Breisgau-Hochschwarzwald (1 Fall), der Ortenaukreis (5 Fälle), der Rhein-Neckar-Kreis (3 Fälle), der Main-Tauber-Kreis (1 Fall), der Neckar-Odenwald-Kreis (1 Fall), der Hohenlohekreis (1 Fall) und der Ostalbkreis (1 Fall) sowie die Städte Freiburg (4 Fälle), Mannheim (2 Fälle), Stuttgart (1 Fall) und Ulm (1 Fall). Hintergründe zum Tübinger Fall gab das Amt nicht bekannt, das TAGBLATT bemüht sich um weitere Informationen. Die Zahl der Infizierten im Land steigt damit auf insgesamt 234.

18.01 Uhr: Nach Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen abzusagen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, haben Stadtverwaltung und Landkreis Tübingen folgende Vereinbarung getroffen: Veranstaltungen im Freien – zum Beispiel alle Märkte – können ohne Einschränkung stattfinden. Dasselbe gelte für Veranstaltungen in Räumen, sofern nicht mehr als 1000 Personen erwartet werden. Veranstalter sollen für gute Durchlüftung und für mit Seife ausgestattete Handwaschgelegenheiten sorgen. „Selbstverständlich stellen Stadt und Landkreis die Entscheidung für die Durchführung der Veranstaltung jedoch frei“, so die städtische Pressemitteilung vom Montagabend. „Bei größeren Veranstaltungen bitten wir darum, dass besonders gefährdete Personengruppen zu ihrem eigenen Schutz auf eine Teilnahme verzichten“, so die Stadtverwaltung weiter. „Das trifft auf Menschen mit Vorerkrankungen und auf Personen ab einem Alter von 65 Jahren zu“, wird Oberbürgermeister Boris Palmer zitiert. Außerdem fordern Stadt und Landkreis alle Personen mit grippeartigen Symptomen oder Erkältungsanzeichen sowie alle Rückkehrer aus Risikogebieten dazu auf, zu Hause zu bleiben.

Mit Blick auf die Einwohnerversammlung zum Klimaschutzprogramm für Tübingen am Dienstag, 10. März, um 20 Uhr in der Hermann-Hepper-Halle hofft der OB auf breite Teilnahme: „Wer aktuell Symptome einer Atemwegsinfektion hat, sollte zu Hause bleiben. Alle anderen Tübingerinnen und Tübinger bitte ich herzlich darum, zur Einwohnerversammlung zu kommen und sich einzubringen.“

17.20 Uhr: In Deutschland sind erstmals im Zusammenhang mit dem Coronavirus Menschen gestorben. Das haben der Kreis Heinsberg und die Stadt Essen am Montag mitgeteilt.

16.49 Uhr: Der Landkreis Reutlingen meldet, dass dort derzeit weiterhin kein laborbestätigter Covid-19-Fall vorliege. Bis zum 8. März wurden im Kreis 57 begründete Verdachtsfälle gemeldet und 64 Abstriche genommen.

16.47 Uhr: Die reformpädagogische Freie Aktive Schule, die vergangene Woche wegen eines möglichen Corona-Kontakts den Unterricht ausgesetzt hatte, nahm am Montag ihren Schulbetrieb wieder auf. Wie die Schule mitteilte, habe sich der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus beim Ehemann einer Lernbegleiterin nicht bestätigt.

15.44 Uhr: Nun ist Corona auch am Reutlinger Tonne-Theater angekommen: Nicht aber das Virus selbst, sondern die Verunsicherung, wegen der potenzielle Zuschauerinnen und Zuschauer beim Kartenkauf zögerten. Der Vorverkauf für das Internationale Tanztheaterfestival mit drei Companien am Freitag und Samstag lief bei weitem nicht so an, wie gewöhnlich bei diesem beliebten Festival. „Da es sich aber finanziell selbst tragen muss, eben die eingeladenen Künstler weitestgehend über die Eintrittsgelder bezahlt werden müssen, ist bei der derzeit ungewöhnlich geringen Nachfrage das Risiko leider nicht tragbar, die Kolleg*innen überhaupt anreisen zu lassen“, schreibt Karen Schultze vom Tonne-Theater. „Schweren Herzens müssen die beiden Veranstaltungen damit ausfallen.“ Andere Tonne-Vorstellungen, also der Rio-Reiser-Abend „Für dich und immer für dich“ am 11. März und „Richard III - great again“ am 14. März sind nicht von der Absage betroffen.

15.30 Uhr: Die Fußball-Drittligisten sehen bei möglichen Geisterspielen wegen des Coronavirus auch finanziell große Herausforderungen für die nahe Zukunft. dpa

15.10 Uhr: „Unsere exportorientierte Wirtschaft war natürlich recht schnell von Problemen bei Lieferketten und Geschäftsreisen betroffen“, sagte der Präsident des Industrie- und Handelskammertages im Südwesten (BWIHK), Wolfgang Grenke, am Montag in Stuttgart. Gut jedes zweite Unternehmen in Baden-Württemberg spürt einer Umfrage zufolge bereits Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auf die Geschäfte. dpa

14.01 Uhr: Mehr Nachschreibe-Termine für Prüfungen: Die Kultusbehörden bereiten sich auf die Folgen von Schulschließungen wegen des Coronavirus vor. dpa

13.30 Uhr: Wegen der steigenden Zahl von Coronavirus-Infektionen hat die Internationale Bachakademie Stuttgart ihre diesjährige Bachwoche kurzfristig abgesagt. dpa

12.30 Uhr: Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha empfiehlt ebenfalls, größere Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. dpa

11.31 Uhr: Ein Fußballspiel ohne Zuschauer? Eine Oper vor leeren Rängen? Unter Druck beraten Veranstalter in Baden-Württemberg darüber, ob sie ihr Programm einschränken oder sogar absagen müssen. dpa

11.29 Uhr: Hamsterkäufe schaden den Tafelläden: Die Großeinkäufe aus Angst vor dem Coronavirus machen auch den baden-württembergischen Tafeln zunehmend Probleme. dpa

10.37 Uhr: Das Coronavirus trifft auch die Arbeit der Goethe-Institute. In China und Mailiand sind die Häuser geschlossen.

10.05 Uhr: Nach dem Auftreten des neuartigen Coronavirus stellen weitere Schulen im Südwesten vorübergehend den Betrieb ein. dpa

7.50 Uhr: „Mittlerweile sind wir gezwungen, Intensivstationen in den Fluren, Operationssälen und Aufwachräumen einzurichten“: In NordiItalien stößt das Gesundheitssystem an seine Grenzen.

7.33 Uhr: Die Behörden im Rems-Murr-Kreis prüfen einen Todesfall.

7.28 Uhr: „Arzneimittel-Lieferengpässe gibt es ja schon länger, zusätzliche Engpässe wegen Corona stellen wir bislang nicht fest“, wird der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Friedemann Schmidt, zitiert.

7.23 Uhr: In Tübingen bei der Firma Curevac tüfteln Biotech-Forscher am entscheidenden Schlüssel zur Bekämpfung des Coronavirus. Sie setzen auf eine besonders flexible Technologie.

7.16 Uhr: „Nicht jeder Infizierte ist sofort ansteckend“: Chef-Virologe Thomas Stamminger vom Uniklinikum Ulm im Interview über die Ausbreitung von Corona und die Möglichkeiten der Medizin.

7.06 Uhr: „Drive-In“-Stationen: Im Landkreis Esslingen können Einwohner künftig mit dem Auto vorfahren, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. dpa

Sonntag, 8. März

18.01 Uhr: Erstmals ist am Wochenende ein Deutscher an Covid-19 gestorben. Es handelt es sich um einen 60-Jährigen, der in Ägypten der Krankheit erlag. Der Mann war vor einer Woche dorthin gereist und am 6. März in Hurghada ins Krankenhaus gekommen.

17.24 Uhr: Am Sonntagnachmittag meldete das Landesgesundheitsamt 17 neue bestätigte Covid-19-Fälle. Betroffen sind die Landkreise Emmendingen (9 Fälle), Rastatt (1 Fall) und Ravensburg (1 Fall), der Rhein-Neckar-Kreis (3 Fälle), der Ortenaukreis (1 Fall), der Rems-Murr-Kreis (1 Fall) sowie die Stadt Stuttgart (1 Fall). Die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg steigt damit auf 199.

16.40 Uhr: Auch bundesweit sind die Zahlen der Infizierten mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 am Wochenende weiter gestiegen. Beim Robert-Koch-Institiut waren bis Sonntagmorgen 847 Infektionen erfasst. Das sind rund 50 Fälle mehr als am Vortag und über zehnmal so viele wie vor einer Woche. Die weitaus meisten Fälle bundesweit verzeichnet weiterhin Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg und Bayern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) riet am Sonntag dazu, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Zurzeit geschehe dies aus seiner Sicht immer noch zu zaghaft. Welche Folgen dies für Baden-Württemberg hat, blieb zunächst unklar. dpa

15.05 Uhr: „Es waren alles Leute, die in Südtirol waren“, berichtet Lisa Federle über die 12 Menschen, die am Samstagvormittag zum Arztmobil beim Bergfriedhof gekommen sind. Die Notärztin und DRK-Präsidentin hatte die Idee, mit dem Arztmobil die Hausarztpraxen beim Testabstriche nehmen zu entlasten. Federle zeigte sich erleichtert, dass der Run auf die mobile Praxis nachgelassen hatte. Sie sieht sich gezwungen, jeden Testwilligen genau zu prüfen, denn es gelte, mit den Teströhrchen hauszuhalten. Sie habe nur noch 600 Tests, und sie wisse derzeit nicht, ob der Nachschub gesichert ist. Federle rät also dringend zu Besonnenheit und gleichzeitig davon ab, sich einfach mal so testen zu lassen. Bislang, dies betont die Ärztin, habe es bei denjenigen, die das Arztmobil aufsuchten, noch kein einziges positives Testergebnis gegeben. Der Standort der mobilen Arztstation auf dem Galgenberg vorm Bergfriedhof sei nicht optimal, gibt sie zu, und für Fußgänger schwer zu erreichen, aber auf die Schnelle sei kein anderer Ort in Frage gekommen. Wenn die Container der Messe FdF abgebaut sind, soll das Mobil auf den Tübinger Festplatz umziehen - voraussichtlich am Donnerstag.

13.25 Uhr: Wegen der Corona-Epidemie sind in Reutlingen mehrere Veranstaltungen abgesagt worden. Das Landratsamt hat wegen der starken Arbeitsbelastung aufgrund der Virus-Ausbreitung die Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistags am Montag vertagt. Die VHS verlegt den am Mittwoch, 11. März, geplanten Vortrag von Sven Giegold zum Thema „Wer regiert Deutschland?“ auf den 8. Juli. Das Haus der Familie storniert einen Gesprächsabend mit jüdischen Mitbürger/innen am Donnerstag, 12. März, sowie einen Vortrag am Montag, 23. März, mit Rabbiner Pavlovsky im Matthäus-Alber-Haus zum jüdischen Leben in Deutschland und will die Abende im Lauf des Jahres nachholen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz schließlich hat seinen Warentauschtag bei den Technischen Betriebsdiensten am Samstag, 21. März, gestrichen.

10.35 Uhr: Aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus legen viele Menschen auch in Deutschland derzeit Vorräte an - nach Ansicht eines Experten ist das allerdings nicht notwendig. dpa

Samstag, 7. März

21.42 Uhr: Am Samstagabend hat das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg insgesamt 12 neue bestätigte Covid-19-Fälle gemeldet. Betroffen sind die Landkreise Rastatt (2 Fälle), Ludwigsburg (2 Fälle), Biberach (1 Fall), der Alb-Donau-Kreis (1 Fall), Landkreis und Stadt Karlsruhe (4 Fälle) sowie Mannheim (1 Fall) und Baden-Baden (1 Fall). Bei allen Personen handelt es sich um Reiserückkehrer aus der Region Südtirol. Insgesamt wurden am Samstag 66 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg ist damit auf 182 gestiegen. Die Zahl der Infizierten im Land steigt damit auf insgesamt 182.

18.10 Uhr:
Das Landratsamt widerspricht Gerüchten, das Gesundheitsamt würde Veranstaltungen absagen oder empfehlen, diese abzusagen. „Stand jetzt sehen wir keine Veranlassung für solche Empfehlungen oder Absagen“, so Sprecherin Martina Guizetti. Auch das am Wochenende im Landratsamt selbst geplante Chorkonzert „molto vocalis“ (Samstagabend, 19 Uhr) und am Sonntag die Archivführung zum Weltfrauentag (15 Uhr) und die Podiumsrunde (16 Uhr) finden statt.

16.45 Uhr: Auf dem Tübinger Galgenberg kehrte am Wochenende wieder Ruhe ein. Beim Arztmobil des Roten Kreuzes, das am Freitag noch von vielen Südtirol-Heimkehrern belagert worden war, die sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen wollten, wurden am Samstagvormittag gerade mal 12 Abstriche genommen.

16.25 Uhr: Am Samstagnachmittag meldeten die Behörden landesweit 54 neue bestätigte Fälle, so das Sozialministerium. Die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg sei damit auf 170 gestiegen. Aus der Region Tübingen sind keine neuen Fälle darunter. Betroffen sind die Landkreise Main-Tauber (21 Fälle, alle Rückkehrer einer Reisegruppe aus Südtirol), Heilbronn (6 Fälle), Esslingen (2 Fälle), Emmendingen (2 Fälle), Heidenheim (2 Fäll), Breisgau-Hochschwarzwald (1 Fall), Göppingen (1 Fall), Konstanz (1 Fall) und Biberach (1 Fall) sowie der Ortenaukreis (4 Fälle), der Rhein-Neckar-Kreis (3 Fälle), der Schwarzwald-Baar-Kreis (1 Fall), der Enzkreis (1 Fall) und die Städte Stuttgart (4 Fälle), Heidelberg (3 Fälle) und Mannheim (1 Fall). Die Zahl der Infizierten im Land steigt damit auf 170. hz


10.50 Uhr:
Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (CDU) rät Urlaubern, an Reiseplänen in den Südwesten trotz des neuartigen Coronavirus festzuhalten. dpa

8.29 Uhr: Wer bestimmt eigentlich, ob angesichts der Corona-Ausbreitung Veranstaltungen abgesagt, Schulen geschlossen oder Menschen unter Quarantäne gestellt werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Landespandemieplan gibt es hier.

8.14 Uhr: Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg lockert das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen, um Lieferengpässen durch Hamsterkäufe entgegenzuwirken.

7.55 Uhr: Wochenende, Zeit für Fußball? An diesem Wochenende wird das wohl schwierig bei vielen Vereinen. Der Württembergische Fußballverband (WFV) hat klare Anweisungen für den Trainings- und Spielbetrieb (Herren, Frauen, Jugend) herausgegeben und orientiert sich dabei an den Vorgaben des Kultusministeriums für Schulen und Kitas. Alle Vereine sollen „aktiv prüfen, ob es Spieler (Aktiv und Jugend, m/w/d) in ihren Mannschaften gibt, die in den vergangenen 14 Tagen, also seit 21. Februar 2020, aus einem Corona-Risikogebiet zurückgekehrt sind“. Der WFV appelliert an das Verantwortungsbewusstsein bei den Vereinsfunktionären, solche Sportler weder bei Spielen noch im Training einzusetzen – unabhängig davon, ob sie Symptome zeigen oder nicht. Der WFV bezieht sich dabei auch ausdrücklich auf das seit Freitag als solches definierte Risikogebiet Südtirol.

Vereine, die solche Fälle in ihren Reihen haben, können demnach mit dem Spielgegner Kontakt aufnehmen, um das Spiel zu verlegen. Die Staffelleiter weist der WFV an, solche Spielverlegungen zu genehmigen. Falls es bei Vereinen diagnostizierte Corona-Infektionen gibt, muss der Staffelleiter informiert werden, der dann das Spiel verlegt.

Darüber hinaus gelte es weiterhin, Maßnahmen zum Infektionsschutz zu ergreifen und unter den Vorgaben von Ministerium und Robert-Koch-Institut Fußballveranstaltungen gegebenenfalls ganz fern zu bleiben. Auch auf den sonst üblichen Hand-Shake vor Spielbeginn soll verzichtet werden.

Freitag, 6. März

21.05 Uhr: Die Tübinger Messe FDF ist wegen des Coronavirus schlecht besucht, der Veranstalter spricht von einer „Katastrophe“.

19.10 Uhr: In Baden-Württemberg ankommende Flüchtlinge sollen auf das neuartige Coronavirus getestet werden. dpa

18.25 Uhr: Am Freitagabend vermeldet das Ministerium für Soziales und Integration 20 weitere bestätigte Covid-19-Infektionen in Baden-Württemberg. Damit steigt die Zahl der Infizierten im Land steigt auf 116. Das Landesgesundheitsamt meldete demnach die neue bestätigte Covid-19-Fälle aus den Landkreisen Heilbronn (4 Fälle), Ludwigsburg (2 Fälle), Böblingen (2 Fälle), Esslingen (1 Fall), Karlsruhe (1 Fall), Ravensburg (1 Fall) sowie dem Bodenseekreis (1 Fall), dem Neckar-Odenwald-Kreis (1 Fall), dem Main-Tauber-Kreis (1 Fall), dem Rems-Murr-Kreis (1 Fall), dem Rhein-Neckar-Kreis (1 Fall) und aus den Städten Mannheim (1 Fall), Stuttgart (1 Fall) und Freiburg (2 Fälle).

Mit zwei weiteren Fahrzeugen sperrt das Rote Kreuz inzwischen den Parkplatz beim Bergfriedhof in Tübingen ab, auf dem das Arztmobil steht, wo bei Verdachtsfällen Abstriche für Corona-Tests genommen werden. Bild: Hans-Jörg Schweizer

17.05 Uhr: Am Arztmobil des DRK beim Tübinger Bergfriedhof wächst der Andrang - und damit der Unmut der oft kranken Menschen, die von ihrem Hausarzt dorthin zum Corona-Test geschickt worden sind. Seit auch Südtirol vom Robert-Koch-Institut zur Corona-Risikoregion erklärt wurde, werden die Rot-Kreuz-Leute zeitweise förmlich überrannt.

An die 30 Autos, jedes mit ein bis drei Wartenden besetzt, standen am Freitagnachmittag auf den Parkplätzen rund um das improvisierte Test-Zentrum. Mehrere DRK-Leute organisieren dort, dass alles geordnet und der Reihe nach abläuft. Sie befragen die Wartenden und nehmen die nötigen Daten auf, ehe ein Arzt vor dem zur mobilen Praxis umgebauten Wohnmobil Abstriche aus Mund und Nase nimmt.

Während es Anfang der Woche noch hieß, mit dem Testergebnis sei bereits am morgigen Vormittag zu rechnen, mussten Getestete Mitte der Woche zwei Tage auf den meist erlösenden Anruf vom Gesundheitsamt mit dem bislang bei allen negativen Testergebnis warten.

16.51 Uhr: Das baden-württembergische Hotel- und Gaststättengewerbe bekommt die Folgen des neuartigen Coronavirus zu spüren. dpa

15.57 Uhr: Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg begrüßt, dass Apotheken dank einer Ausnahmeregelung selbst Handdesinfektionsmittel herstellen dürfen. dpa

15.51 Uhr: Nach dem Auftreten des neuartigen Coronavirus müssen rund 700 Schüler eines Gymnasiums in Lahr (Ortenaukreis) vorerst auf den Unterricht verzichten. dpa

14.40 Uhr: Seit bekannt ist, dass Südtirol als Risikogebiet gilt, steht beim Tübinger Landratsamt die Beratungshotline nicht mehr still. Wie viele Anrufe seither eingingen, kann Pressesprecherin Martina Guizetti nicht genau sagen – aber es sind „sehr viele“. Nur wer im Risikogebiet war und Symptome entwickelt, solle sich von einem Arzt oder der Hotline beraten lassen. Das Tübinger Gesundheitsamt verweist ansonsten weiter auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, das nur bei einem Kontakt mit einer nachweislich infizierten Person dazu rät, zu Hause zu bleiben.

14.30 Uhr: Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hält Hamsterkäufe aus Sorge vor dem neuartigen Coronavirus für übertrieben und unnötig. „Ich rate wirklich zur Gelassenheit, dass wir auch keine Schieflagen bekommen“, sagte er am Freitag in Kirchheim unter Teck.

12 Uhr: Die Weinmesse in Dußlingen, die für den 21. März geplant war, fällt nun wegen des Coronavirus aus. Man sei sich nicht sicher, ob die Gäste aus der italienischen Partnergemeinde bis dato überhaupt einreisen dürfen. „Wir bedauern das sehr“, betont Bürgermeister Thomas Hölsch missgestimmt. Weinfreunde müssen sich nun bis zum Frühjahr 2021 gedulden: Dann soll die Messe mit den Partnern aus der Tiroler Weingegend namens – kein Witz – Mezzocorona aber wirklich stattfinden.

11.44 Uhr: Am Freitagvormittag wurden laut Sozialministerium sieben neue Covid-19-Fälle gemeldet. Betroffen ist der Rems-Murr-Kreis (1 Fall), der Ortenaukreis (2 Fälle), die Stadt Heilbronn (1 Fall) sowie die Landkreise Biberach (1 Fall), Emmendingen (1 Fall) und Calw (1 Fall). Die Zahl der Infizierten im Land steigt damit auf 96.

In Heilbronn handelt es sich um einen männlichen Reiserückkehrer (Jahrgang 1970) aus Südtirol (Wolkenstein, Gröden, Italien). Auch ein neuer mit dem Coronavirus infizierter männlicher Patient (Jahrgang 1963) aus dem Rems-Murr-Kreis hatte sich zuvor in Südtirol (Seis, Italien) aufgehalten. Aus dem Ortenaukreis werden zwei Infektionen gemeldet. Es handelt sich dabei um zwei weibliche Personen (Jahrgang 1966 und 2003) einer Familie, die sich zuvor in Südtirol aufgehalten hatten. Ein 29-Jähriger Infizierter aus dem Landkreis Calw hatte sich zuvor in Sirmione (Lombardei, Italien) aufgehalten.

11.04 Uhr: In Nürtingen gibt es die ersten „Drive-In“-Teststationen im Land. Eingerichtet hat sie der Landkreis Esslingen. Dort können sich Menschen aus ihrem Auto heraus eine Probe entnehmen lassen.

Im Kreis Tübingen werden täglich einige Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet. Archivbild: Ulrich Metz

10.50 Uhr: Nun sollen auch Reisende aus Südtirol erstmal zu Hause bleiben: Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat Südtirol als neues Risikogebiet für Corona-Infektionen ausgewiesen. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha hatte sich laut einer Pressemitteilung seines Ministeriums bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dafür eingesetzt. Etwa 40 Prozent der bislang infizierten Personen in Baden-Württemberg waren im Urlaub in Südtirol gewesen.

Wer sich innerhalb der letzten 14 Tage in Südtirol aufgehalten hat, sollte - unabhängig von Symptomen - unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit vorläufig zu Hause bleiben. Reisende, die aus einem Risikogebiet wie Südtirol kommen und innerhalb von 14 Tagen nach Rückkehr von dort Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen oder Durchfall entwickeln, sollten umgehend telefonisch die Hausarztpraxis kontaktieren oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 anrufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Ministeriums, eine aktuelle Liste der Risikogebiete gibt es auf der Website des Robert-Koch-Instituts.

Informationen des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport für Schulen und Kindergärten finden Sie hier:

9.40 Uhr: Die Quarantäne von 15 China-Rückkehrern, die in einem Hotel in Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen) isoliert worden waren, ist nach zwei Wochen aufgehoben worden. Bei keinem der 15 wurde eine Infektion festgestellt.

7.55 Uhr: Das Virus und die Folgen der Angst könnten Auswirkungen auf die Steuerpolitik haben. Die Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) fordert von der Bundesregierung die sofortige und vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags – rückwirkend zum 1. Januar 2020.

7.42 Uhr: Oft ist es nur ein gefühltes Misstrauen wegen des Coronavirus, manchmal aber spüren die 529 chinesischen Studierenden in Tübingen auch schon echte Vorbehalte. „Leute distanzieren sich körperlich von uns“, erlebte die Literaturstudentin Xu, „oder sie rufen ,China Corona‘ hinter uns her“, berichtete sie bei der Antidiskriminierungsstelle (+).

7.30 Uhr: Die starke Abhängigkeit von Autoindustrie und Exportgeschäft sowie die Ausbreitung des Coronavirus bremsen die baden-württembergische Wirtschaft kräftig aus. Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erwarten für das laufende Jahr beim Wirtschaftswachstum ein Minus von 0,8 Prozent. Online versuchen offenbar einige, mit der Angst Geschäfte zu machen: Es wird Schutzkleidung zu überteuerten Preisen angeboten. Manche Plattformen haben bereits reagiert und Wucher-Angebote entfernt.

6.56 Uhr: Guten Morgen. Ein Altenheim in Bad Rappenau im Kreis Heilbronn, das dort seit gut 20 Jahren betrieben wird, ist von der Corona-Epidemie in Baden-Württemberg mit am stärksten betroffen. Mittlerweile sind nach Mitteilung des Sozialministeriums fünf Bewohner mit dem Covid-19-Virus infiziert.

Donnerstag, 5. März

21 Uhr: Prof. Peter Kremsner ist Infektiologe und Tropenmediziner. Er leitet das Institut für Tropenmedizin und Humanparasitologie in Tübingen und forscht zusammen mit der Tübinger Firma Curevac an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2. Im TAGBLATT-Interview spricht Kremsner über den Stand der Forschung zum neuartigen Coronavirus (+).

18.13 Uhr: Eine 40-köpfige Gruppe aus dem Zollernalbkreis weilte beim Skifahren in Südtirol. Nun vermeldet das Sozialministerium gleich 8 weitere Covid-19-Erkrankte aus dem Zollernalbkreis - 4 Männer und 4 Frauen zwischen 19 und 65 Jahren. Drei waren bislang bereits bekannt. Zunächst war das Virus bei einem 61-Jährigen aus der Balinger Skigruppe nachgewiesen worden. Außerdem hat sich eine Piemont-Rückkehrerin aus dem Kreis Hohenlohe infiziert. Damit steigt die Zahl der Corona-Fälle in Baden-Württemberg auf 89. Zu Beginn des Tages waren es noch 65.

16.31 Uhr: Im Kreis Esslingen sind nun bereits einige Fälle aufgetreten – alleine am heutigen Donnerstag wurden acht Infizierte gemeldet. Dabei handelt es sich nach Berichten der „Esslinger Zeitung“ um eine Schülerin der Käthe-Kollwitz-Schule sowie einen Studenten der Hochschule. Beide (sie war am Montag noch in der Schule, er noch in einem Mathe-Kurs am Campus) hatten Kontakt mit mehreren Personen.

15.47 Uhr: Das baden-württembergische Sozialministerium meldet sieben neue bestätigte Covid-19-Fälle: Betroffen sind die Landkreise Esslingen (3 Fälle) und Rhein-Neckar-Kreis (1 Fall), der Zollernalbkreis (1 Fall), der Bodenseekreis (1 Fall) sowie Landkreis Karlsruhe (1 Fall). Damit steigt die Zahl der Infektionen im Land auf 80. Zum Mann aus dem Zollernalbkreis gibt es keine weiteren Informationen, die anderen sechs Betroffenen weilten in Südtirol.

14.59 Uhr: Eine Umfrage unter chinesischen Studenten habe ergeben, dass mehr als die Hälfte in den vergangenen Monaten einmal oder mehrmals diskriminiert wurde, sagte Zuonan Cao vom Verein der Chinesischen Studenten und Wissenschaftler in Tübingen am Donnerstag. Die meisten Fälle hätten eindeutig mit dem Virus zu tun. „Das Coronavirus ist offensichtlich ein Anlass, dass rassistische Ressentiments offen gezeigt werden“, sagte Cao. „Früher waren sie eher unterschwellig.“ Die Studenten hätten unter anderem berichtet, dass sie in Supermärkten anders behandelt oder in öffentlichen Verkehrsmitteln beleidigt worden seien. „Zwei Studentinnen wurden sogar im Imbiss beim Essen vom einem Sitznachbarn beschimpft“, sagte Cao. „Zum Glück haben ihnen die anderen Anwesenden geholfen.“ Das TAGBLATT wird in der morgigen Ausgabe ausführlich berichten. (dpa)

14.26 Uhr: Die Stuttgarter Bildungsmesse Didacta wird wegen des neuartigen Coronavirus verschoben. Das zuständige Ordnungsamt Leinfelden-Echterdingen habe auf dringende Empfehlung des zuständigen Gesundheitsamtes des Landkreises Esslingen verfügt, dass die Bildungsmesse im März nicht stattfinden dürfe, teilte die Messe Stuttgart mit. Mit Hochdruck werde an einem nahen Alternativtermin gearbeitet. Ursprünglich sollte die Messe, die sich vor allem an Lehrkräfte und Erzieher richtet, vom 24. bis 28. März stattfinden. Etwa 85 000 Besucher wurden erwartet. (dpa)

14.09 Uhr: „Zum jetzigen Stand sind flächendeckende Schließungen von Schulen kein Thema und nicht notwendig“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am heutigen Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Da es sich beim Coronavirus aber um ein dynamisches Szenario handelt, beobachten wir die Entwicklung in Abstimmung mit den Fachleuten der Gesundheitsbehörden sehr genau.“ Auch Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) ist gegen flächendeckende Schulschließungen. „Das ist derzeit keine Diskussion“, sagte er am Donnerstag im „Deutschlandfunk“. (dpa)

13.46 Uhr: Wie das Reutlinger Landratsamt mitteilt, gab es im dortigen Kreis am Dienstag und Mittwoch 28 Tests, die aufgrund von begründeten Verdachtsfällen durchgeführt worden sind. Alle Tests waren negativ. Es gibt im Kreis Reutlingen also weiterhin keinen bestätigten Corona-Erkrankten. (In einer früheren Version waren andere Zahlen genannt, die das Amt inzwischen klarstellte).

13.05 Uhr: Das Coronavirus sorgt für die wildesten Gerüchte. Eines, das nicht stimme, ist das Ende der Seife am Tübinger Kepler-Gymnasium, sagte eine Sprecherin der Schule auf Nachfrage. Dass am ersten Tag nach den Ferien der ein oder andere Seifenspender nicht aufgefüllt gewesen sei, liege daran, dass es in den Ferien auch Veranstaltungen in der Mensa gab. Kein Schüler sei aufgefordert worden, Seife oder Desinfektionsmittel von zuhause mitzubringen. Aufgrund der allgemeinen Panik ist es wichtig zu betonen: Nicht hinter jedem Problem steckt das Coronavirus.

12.22 Uhr: Am Donnerstagmittag wurden dem Ministerium für Soziales und Integration vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg acht neue bestätigte Covid-19-Fälle gemeldet. Betroffen sind die Landkreise Esslingen (5 Fälle) und Ravensburg (1 Fall), der Bodenseekreis (1 Fall) sowie Stuttgart (1 Fall). Damit steigt die Zahl der Infektionen im Land auf 73. Alle Betroffenen waren zuletzt entweder in Südtirol oder der Lombardei.

11.44 Uhr: Wie sich das Virus auf den Sport auswirkt, zeigt der Fall des Deutschen Volleyball-Meisters Allianz MTV Stuttgart. Die Frauen verloren am Mittwoch im Champions-League-Viertelfinale mit 0:3 gegen Conegliano. In der Stuttgarter Scharrena galten verschärfte Hygienebedingungen. Doch: Ein Rückspiel (10. März) wird es in Italien nicht geben. Conegliano liegt im Risikogebiet nördlich von Venedig. Nun wird ein Austragungsort gesucht: Innsbruck, Maribor oder nochmal Stuttgart (dann komplett ohne Zuschauer) sind im Gespräch.

10.10 Uhr: Das zuständige Robert-Koch-Institut hat inzwischen neue Zahlen veröffentlicht. Am Donnerstagmorgen gab es demnach 349 Covid-19-Fälle in Deutschland. Am Mittwoch (15 Uhr) waren es noch 262. In Nordrhein-Westfalen gibt es weiterhin die meisten Fälle (175), danach folgen Baden-Württemberg (65) und Bayern (52). Lediglich in Sachsen-Anhalt gibt es bislang keinen bestätigten Fall.

9.56 Uhr: Eher Humorvolles berichtet der Bodelshäuser Unternehmer Hans-Ernst Maute zur derzeitigen Lage um das Coronavirus. Beim Unternehmertreffen „Wirtschaft trifft Kommune“ erzählte der Joma-Polytec-Chef, dass er die derzeitige Empfindlichkeit beim Thema Hygiene in den Betrieben für etwas durchaus Bewahrenswertes halte: „Manche unserer Mitarbeitern hätten sich auch zuvor schon mal die Hände waschen dürfen“, sagte Maute nur halb im Scherz. „Das darf ruhig so weitergehen in den nächsten zehn, zwanzig Jahren.“ „Äh - da muss ich nun schon mal mal fragen: Was für Leute arbeiten bei Ihnen?“, witzelte daraufhin Handwerkskammer-Präsident Harald Herrmann. Durchaus empfindliche, berichtete Maute weiter, spürbar in Plauderlaune: Besorgte Mitarbeiter hätten ihn jüngst gefragt, ob er nicht noch Atemschutzmasken besorgen könne, er habe da doch bestimmt Quellen und Vorräte. Das habe ihn im Wohlstandland richtig wütend gemacht, so Maute. „Ich habe denen gedroht: Alles, was ich gebunkert habe, geht jetzt an Ärzte und nach China!“ (eik)

9.26 Uhr: Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wird das Geschäft des Metzinger Modehändlers Hugo Boss belasten. Dies gelte insbesondere für China, teilte das Unternehmen mit. So seien dort seit Ende Januar mehr als die Hälfte der rund 150 eigenen Verkaufspunkte auf dem chinesischen Festland, in Hongkong und in Macau geschlossen. Die restlichen Verkaufspunkte hätten ihre Öffnungszeiten stark eingeschränkt. Zudem gebe es momentan einen deutlichen Rückgang der Erlöse in weiteren wichtigen Märkten. (dpa)

8.32 Uhr: Als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus will Baden-Württembergs Landesregierung im Eilverfahren einen Nachtrag zum Landeshaushalt 2020/21 beschließen. Mit dem Gesetzesentwurf plant Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne), zur Bekämpfung des Coronavirus auf eine dreistellige Millionensumme zugreifen zu können. In Baden-Württemberg gibt es bislang 65 bestätigte Covid-19-Fälle. (dpa)

Corona-Tests am Arztmobil
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Video: Hans-Jörg Schweizer

02:59 min

8.17 Uhr: Um Kliniken und Hausärzte zu entlasten, steht seit Montag in Tübingen eine mobile Praxis, die Patienten auf das neue Virus testet. „Es geht uns darum, Strukturen im Gesundheitswesen aufrecht zu erhalten“, sagte Landrat Joachim Walter.

7.49 Uhr: Guten Morgen! Wir starten den Tag mit einer Absage: Der Kinder-Flohmarkt in der Oberndorfer Tannenrainhalle findet nicht statt. Er sollte am Samstag sein.

Informationen zum neuartigen Coronavirus

Illustration des Coronavirus (2019-nCoV) des Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Die Fortsätze auf der Oberfläche des Virus erinnern an eine Corona. Bild: Bild: Wikimedia - CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM [Public domain]

Das derzeit grassierende neuartige Coronavirus gehört zur Familie der Coronaviridae, deren Vertreter bei Wirbeltieren verschiedene Erkrankungen hervorrufen. Manche Coronaviren können Artenbarrieren überwinden und mehrere Wirtspezies infizieren.

Beim Menschen sind momentan sieben Coronavirusspezies als Erreger von leichten Erkältungskrankheiten bis hin zu schweren akuten Atemwegssyndromen bekannt (Stand Februar 2020). Neben dem sich aktuell weltweit ausbreitenden Sars-Cov-2 ist auch der Erreger der Sars-Pandemie 2002/2003 Sars-Cov sowie der 2012 aufgetretene Erreger Mers-Cov von Bedeutung.

Sars steht für Severe Acute Respiratory Syndrome (Schweres Akutes Atemwegssyndrom), Mers bedeutet Middle East Respiratory Syndrome (Atemwegssyndrom des Mittleren Ostens).

Der Begriff Corona bezieht sich auf das Erscheinungsbild dieser Viren: Die Fortsätze auf der Virenhülle sehen unter dem Elektronenmikroskop wie ein Strahlenkranz aus, der einer Sonnenkorona ähnelt. Corona kommt aus dem Spanischen und bedeutet Krone.

Die durch das Sars-CoV-2 (Severe-Acute-Respiratory-Syndrome-Coronavirus-2) ausgelöste Erkrankung der Atemwege wurde Covid-19 genannt (Coronavirus-Disease-2019, deutsch: Coronavirus-Krankheit-2019).

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2 gibt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fachliche Informationen zu der neuen Atemwegserkrankung Covid-19 (verursacht durch das Coronavirus Sars-Cov-2) stellt das Robert-Koch-Institut zur Verfügung.

Das Tübinger Landratsamt hat unter der Telefonnummer 07071/207-3600 eine Hotline eingerichtet (täglich, auch am Wochenende, 8 bis 18 Uhr).

Zum Dossier: Alle Corona Live-Blogs

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Erstellt:
5. März 2020, 09:38 Uhr
Aktualisiert:
5. März 2020, 09:38 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. März 2020, 09:38 Uhr

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