Covid-19 in Tübingen und der Region

Coronavirus: Der Live-Blog vom 12. und 13. März 2020

35 bestätigte Fälle des Coronavirus gibt es im Kreis Tübingen. Wir berichten seit Tagen in Live-Blogs (alle am Ende des Artikels verlinkt). Das Tübinger Landratsamt hat unter der Telefonnummer 07071/207-3600 eine Hotline eingerichtet (täglich, auch am Wochenende, 8 bis 18 Uhr).

13.03.2020

Von itz/job/hz/loz/eik/lms/dem/hwa

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Die Teststation in Tübingen: Eine Ärztin informiert vor dem Abstrich durch das Autofenster. Bild: Markus Ulmer
Am Donnerstag eröffnete der Drive-in, nachdem die Zelte der Messe FDF abgebaut waren. Bild: Markus Ulmer
Der Andrang war riesig. Am Morgen wurde bekannt, dass es einen positiven Fall im Rottenburger St. Meinrad-Gymnasium gibt. Bild: Ulrich Metz
Bevor es zur Abstrichentnahme geht, nimmt ein DRK-Mitarbeiter die Anmeldung durch das Autofenster vor. Bild: Markus Ulmer
Das Aufgebot der Behörden auf dem Festplatz ist groß. Bild: Ulrich Metz
Zur Sicherheit darf niemand unbemerkt auf das Gelände kommen. Bild: Markus Ulmer
Bei einem Pressegespräch informierte unter anderem
Landrat Joachim Walter (links) über die aktuelle Lage. Bild: Markus Ulmer
Momentan enorm gefragte Personen: Landrat Joachim Walter (Mitte), umrahmt von Gesundheitsamt-Leiterin Birgit Walter-Frank (links) und der leitenden Notärztin Lisa Federle. Bild: Markus Ulmer
Das Medieninteresse zur Drive-In-Eröffnung war groß. Bislang stand das Testmobil beim Bergfriedhof. Bild: Markus Ulmer
Morgens um 10 Uhr war - als die Pressekonferenz mit den gezeigten Personen stattfand - bereits einiges los. Bild: Markus Ulmer
Die Autos reihten sich bis zur Europastraße auf. Bild: Markus Ulmer
Wer es auf das Gelände geschafft hatte, wartete dort weiter. Bild: Markus Ulmer
Bislang (Stand: Mittwoch, 20 Uhr) gibt es 16 positive Fälle im Kreis Tübingen. Deshalb sind viele Menschen besorgt. Bild: Ulrich Metz
Wer einen Test macht, soll meist am Tag darauf über das Ergebnis informiert werden. Bild: Markus Ulmer
Aufgrund des Andrangs kann es aber auch länger dauern. Bild: Markus Ulmer
Für die handelnden Personen ist ein kühler Kopf in der Aufregung wichtig. Bild: Markus Ulmer

Freitag, 13. März

22.17 Uhr Das Bundesgesundheitsministerium fordert alle kürzlich aus Italien, Österreich oder der Schweiz Zurückgekehrten dazu auf, sich nun selbst in Quarantäne zu begeben. „Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause“, twitterten Jens Spahn und sein Ministerium. Und zwar „unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht“.

20.16 Uhr: Die Veranstaltung mit Comedian Oliver Gimber – alias „Witz vom Olli“ – ist abgesagt. Er sollte am Samstag (20 Uhr) in der Rottenburger Festhalle auftreten. Ein neuer Termin wird kurzfristig nachgereicht, alle gekauften Tickets behalten ihre Gültigkeit.

19.23 Uhr: Im Kreis Tübingen werden erneut elf Covid-19-Fälle gemeldet. Bereits am Nachmittag bestätigte das Gesundheitsamt sechs Neu-Infizierte. Damit kamen heute 17 Fälle hinzu – so viele wie noch an keinem anderen Tag. „Dabei warten wir noch auf zahlreiche Testergebnisse“, so Sprecherin Martina Guizetti. Eine weitere betroffene Schule sei nun nicht darunter. Bei den Fällen sind einige Südtirol-Rückkehrer und damit verbundene Sekundärfälle dabei (also Kontaktpersonen der Kategorie 1 von bereits bekannten Fällen). „Auch haben wir einige Ischgl-Skiurlauber, die betroffen sind“, so Guizetti. Auch das Bürgertelefon blieb am Freitag gefragt (471 Anrufer), außerdem ließen sich auf dem Tübinger Festplatz 140 Menschen testen.

19.12 Uhr: In Tübingen schließen am Freitag mehrere Clubs auf unbegrenzte Zeit. Schon am Nachmittag verkündeten die Betreiber der „Butterbrezel“ auf Facebook, dass sie ihren Betrieb bis auf Weiteres einstellen. „Unser aller Gesundheit steht an erster Stelle und wir möchten niemanden (...) einem unnötigen Risiko aussetzen“, heißt es. Noch früher ist die Entscheidung im „Club 27“ gefallen: Betreiber Mihael Ivankovic beschloss bereits am Mittwoch, dass man sich der Situation beugen müsse. „Die Lage ist unübersichtlich und wir haben eine Verantwortung für unsere Gäste und Mitarbeiter“, so Ivankovic. Seit kurzem ist klar: Auch das „Schwarze Schaf“ in der Mühlstraße und die Großraumdiskothek „Top 10“ schließen ihre Tanzflächen. „Top10“-Geschäftsführer Dirk Bamberger bezeichnet die Corona-Krise als „katastrophal“ für sein Unternehmen mit mehreren Diskotheken: „Wir haben Komplettausfall und hoffen auf staatliche Hilfen.“

18.56 Uhr: Viele städtische Bibliotheken schließen vom kommender Woche an – wie beispielsweise in Rottenburg. Da man in dem kommenden Wochen wohl viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen wird, sollte man sich am besten mit Lesefutter ausstatten. Für Nutzer der Stadtbibliothek bedeutet das: Am Samstag ist die vorerst letzte Gelegenheit, in der Bibliothek Medien auszuleihen oder zurückzugeben. Denn montags hat die Rottenburger Bücherei – wie viele – ohnehin zu.

18.45 Uhr: In Rottenburg ist eine Familie am Coronavirus infiziert. „Ich hatte keinerlei Symptome“, sagt der Vater im Gespräch mit dem TAGBLATT. „Auf die Idee, dass ich krank sein könnte, kam ich gar nicht.“ Am Sonntag lief er noch 32 Kilometer zur Marathon-Vorbereitung. „Das war überhaupt kein Problem“, sagt R., „ich habe mich dabei super gefühlt.“ Sein Sohn spielte zuletzt gar noch Volleyball auf höchstem Niveau. (+)

18.24 Uhr: Aufgrund der Ansage durch das Ministerium Baden Württembergs, dass öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern untersagt sind, stellt das Landestheater Tübingen (LTT) den Spielbetrieb von heute bis zum 17. April ein, wie es in einer Pressemitteilung mitteilt. Alle Tickets von heute bis einschließlich 17. April können zurück gegeben werden. Auch das Zimmertheater nimmt erst am 25. April das Programm wieder auf. Karten können zurückgegeben oder gegen Gutscheine getauscht werden.

18.19 Uhr: Vor zwei Stunden veröffentlichten wir die Meldung, dass der Tübus ab Dienstag im Osterferien-Fahrplan verkehrt. Diese Mitteilung haben die Stadtwerke inzwischen wieder zurückgezogen.

18.07 Uhr: Der für 4. April geplante Osterlauf des TSV Kiebingen wurde abgesagt.

17.49 Uhr: Das Dekanat Rottenburg hat nach Auskunft von Stefan Müller-Guggemos alle Firmungen bis Ende April abgesagt. Davon betroffen sind zwei Firmgottesdienste in Tübingen und in Kirchentellinsfurt/Wannweil. Viele Gäste kämen von außerhalb. Da sei das Infektionsrisiko zu hoch. Nicht betroffen sind in den katholischen Kirchen die Gottesdienste. Für diese gelten aber spezielle, hygienische Regeln. Vor allem bei der heiligen Kommunion gibt es Änderungen: Obladen werden nur noch in die Hand gegeben, nicht in den Mund, auf Kelche wird komplett verzichtet. Und das Weihwasserbecken bleibt leer.

Auch in der evangelischen Kirche hat man die für März geplanten Konfirmationen abgesagt, berichtet die evangelische Dekanin Elisabeth Hege. Nach den Empfehlungen der Landeskirche solle jede Gemeinde vor Ort klären, welche Veranstaltungen sie aufrechterhalten will. Gottesdienste unter 100 Besuchern seien aber weiterhin möglich. In der Gesamtkirchengemeinde Tübingen wolle man beispielsweise in der Stiftskirche die schwere Tür offen halten, damit nicht jeder Besucher die Klinke anfassen muss. Und in den Bankreihen können man Abstand halten. Abendmahlsfeiern sollen vorerst ausgesetzt oder nur mit Einzelkelch zelebriert werden. Wie es in der Karwoche und über Ostern aussehe, sei noch nicht geklärt.

17.29 Uhr: „Wir machen zu bis 19. April, nur der Probenbetrieb läuft weiter“, sagt Matthias Schmied, Verwaltungsleiter des Reutlinger Tonne-Theaters als Reaktion darauf, dass das Land die Grenze für erlaubte Veranstaltungen bei 100 Besucherinnen und Besucher zieht. Auch das Kulturzentrum franz. K sagt alle, auch kleinere Veranstaltungen ab. „Aus medizinischer Sicht macht es Sinn, die nächsten zwei Monate die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit das Gesundheitswesen nicht überlastet wird. Es ist deshalb auch ein Akt der gesellschaftlichen Solidarität, sich aus der Öffentlichkeit zurückzunehmen“, erklärt Andreas Roth, Geschäftsführer des Kulturzentrums.

17.19 Uhr: Mit Sorge sehen die diensthabenden Kinderärztinnen dem Wochenende entgegen. Die niedergelassenen Kinderärzte des Kreises Tübingen bieten am Wochenende immer von 10 bis 19 Uhr in der Kinderklinik einen Notdienst für dringende Fälle an, die nicht bis zur nächsten Sprechstunde am Montag warten können. Extrem wichtig sei es, dass keiner bei Symptomen und Kontakt zu einem Corona-Infizierten oder Aufenthalt in einem Risikogebiet direkt in die Notfallambulanz der Kinderklinik kommt. Vielmehr solle in einem solchen Fall die Nummer 11 61 17 gewählt werden, damit das weitere Vorgehen abgeklärt werden kann. „Dies ist sowohl für die Kinderärztinnen und das medizinische Personal wichtig, damit ihre Arbeitsfähigkeit auch in den nächsten Wochen erhalten bleibt“, teilen sie mit.

16.56 Uhr: In den Krankenhäusern in Baden-Württemberg soll mehr Raum zur Behandlung des grassierenden Coronavirus geschaffen werden. Das gab Gesundheitsminister Manne Lucha bekannt: Bislang gebe es 3000 Intensivbetten im Land, man habe beschlossen, dass man diese Kapazitäten aufbauen wolle - etwa zur Beatmung von Patienten.

16.49 Uhr: „Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch“ – das Sozialministerium gibt Tipps, wie man sich unter den Bedingungen der Pandemie gegenseitig unterstützen kann. Es ruft dazu auf, unter dem Hashtag #NachbarschaftsChallenge Hilfsangebote für besonders Betroffene zu machen: „Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sollten es vermeiden, sich unnötig in der Öffentlichkeit aufzuhalten“, schreibt das Ministerium. Sie brauchen besondere Unterstützung.

16.48 Uhr: Der Landkreis Göppingen hat dem Gesundheitsministerium am Freitag einen weiteren Covid-19-Todesfall gemeldet. Es handelt sich um einen Mann aus dem Kreis Göppingen, Jahrgang 1935, der am Donnerstag positiv auf das Virus getestet worden war. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Baden-Württemberg auf drei (Landkreise Rems-Murr, Esslingen, Göppingen).

Am Freitagnachmittag stieg die Zahl der bestätigten Infektionen im Land innerhalb eines Tages um 115 auf 569 Fälle. Von den 569 Fällen sind 314 männlich (55%). Das Durchschnittsalter beträgt 48 Jahre bei einer Spannweite von 1 bis 94 Jahren. Bei den in Baden-Württemberg bislang aufgetretenen Fällen handelt es sich fast ausschließlich um solche mit nachvollziehbaren Infektionsketten. Das Landesgesundheitsamt meldet aktuell acht mit dem Coronavirus infizierte Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden.

140 Menschen wurden am Freitag in Tübingen auf das Virus getestet. Bild: Ulrich Metz

16.34 Uhr: Die Stadt Tübingen reagiert auf die Schulschließungen und gibt einen Notfallplan für die Kinderbetreuung bekannt.

16.07 Uhr: Die Versicherungen vieler Tübinger Veranstalter decken eine Absage wegen des Coronavirus nicht ab. Michael Bartmann, der letzte Woche die Tübinger Familienmesse FDF abhielt, ist froh, dass diese noch stattfinden durfte. Andernfalls hätte er sich in einer finanziellen Katastrophe wiedergefunden, sagt er. Auch Hans-Peter Schwarz, der unter anderem den Designmarkt „Stilwild“ und die „ChocolART“ organisiert, gab an, dass die Veranstaltungshaftpflichtversicherung im Falle einer Absage nicht bezahlen wird. Genauso ist es laut Geschäftsführer Adalbert Sedlmeier beim soziokulturellen Zentrum Sudhaus. Hier gibt es möglicherweise Hilfe vom Staat: Kulturstaatsministerin Monika Grütters versprach am Mittwoch Kultureinrichtungen und Künstlern in dieser unverschuldeten Notlagen zu unterstützen.

15.50 Uhr: Alle anstehenden Abschlussprüfungen werde man gewährleisten, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts. Man werde sich deshalb mit den Schulen verständigen. „Die Schülerinnen und Schüler werden keinen Nachteil erleiden“, sagte Eisenmann. Am Montag finde der Schulbetrieb noch regulär statt, um einen geordneten Übergang zu ermöglichen. Dann werde man die Schüler informieren und etwa Hausaufgaben besprechen für die Kinder bis nach den Osterferien. (dpa)

15.23 Uhr: Das Polizeipräsidium Reutlingen bestätigt den ersten Corona-Fall in seiner Behörde: Ein Mann sei krankgeschrieben, Kolleginnen und Kollegen seines direkten Umfelds seien freigestellt, sagt Pressesprecher Björn Reusch. Er nennt aber nicht den betroffenen Landkreis oder das Revier. „Die Abklärung weiterer Kontaktpersonen läuft, die Funktionsfähigkeit des Reviers ist gewährleistet.“

15.21 Uhr: An den Gerichten stellt sich die Justiz darauf ein, ihre Arbeit einzuschränken. Der Tübinger Landgerichtspräsident Reiner Frey kündigte an, das Verfahrenstermine, bei denen keine Eile besteht, abgesetzt werden. „Davon gehe ich fest aus.“ Besonders an kleineren Amtsgerichten könnte es bei Krankheits- oder Quarantänefällen schnell dazu kommen.

Bei Zivilsachen erklärten bereits jetzt ältere Zeugen oder Anwälte von außerhalb, dass sie nicht zu einem Gerichtstermin anreisen wollen. Auch andere Verfahrensbeteiligte vermeiden ein Erscheinen im Gerichtssaal: Die Jugendgerichtshilfe Calw beispielsweise habe die Anordnung vom Landratsamt, keine Außentermine mehr wahrzunehmen. Sie reichte ihr Gutachten nur schriftlich ein.

Einen konkreten Krisenplan gebe es bislang noch nicht, Frey erwartet aber für den Freitag genauere Informationen aus dem Justizministerium, ob Teilschließungen des Betriebes angeordnet werden. Sollte es zu Erkrankungen oder vorsorglicher häuslicher Quarantäne beim Gerichtspersonal kommen, müsse man sich auf die Kernaufgaben beschränken, bei denen es einen Richtervorbehalt gebe, also beispielsweise Haft- und Familiensachen.

15.09 Uhr: Die für die kommenden beiden Wochen geplanten IHK-Zwischen- und Abschlussprüfungen (Teil 1) sind bundesweit in allen Ausbildungsberufen abgesagt. Davon sind auch 1.200 Prüflinge in der Region betroffen. Neben den Ausbildungsprüfungen sind auch alle Weiterbildungsprüfungen, die im Zeitraum vom 16. März bis einschließlich 24. April 2020 stattfinden sollten, abgesagt. Dies betrifft auch die Ausbildereignungsprüfungen. Bei den Weiterbildungsprüfungen sind rund 450 Prüflinge in der Region betroffen.

14.55 Uhr: Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) ruft wegen des Coronavirus dazu auf, soziale Kontakte deutlich einzuschränken und Großeltern nicht für die Kinderbetreuung einzuplanen. (dpa)

14.41 Uhr: Im Kreis Tübingen gibt es sechs neue bestätigte Covid-19-Fälle. Das teilte Gesundheitsamts-Sprecherin Martina Guizetti auf Nachfrage mit. Damit steigt die Zahl der Infizierten im Kreis von 18 auf 24.

14.37 Uhr: Die Steuerverwaltung Baden-Württemberg schließt die zentralen Informations- und Annahmestellen der Finanzämter für den allgemeinen Besuchsverkehr bis auf Weiteres. Bürgerinnen und Bürger können in dringenden Fällen bei ihrem Finanzamt einen Besprechungstermin telefonisch zu vereinbaren. Des Weiteren können sie sich auch über das auf der Homepage ihres Finanzamts eingestellte Kontaktformular an ihr örtliches Finanzamt wenden. Für allgemeine Fragen zur Steuererklärung können Bürgerinnen und Bürger außerdem den Steuerchatbot der baden-württembergischen Steuerverwaltung zur Unterstützung nehmen. Der Chatbot steht unabhängig von den Servicezeiten des jeweiligen Finanzamtes rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche zur Verfügung. Den virtuellen Assistenten in Sachen Steuern erreichen Sie unter steuerchatbot.digital-bw.de. Zusätzlich hat die Steuerverwaltung Baden-Württemberg Erklärvideos im Einsatz. Kurz und prägnant wird jeweils in rund 2 Minuten dargestellt, was in bestimmten Situationen steuerlich zu tun ist oder welche Möglichkeiten das Steuerrecht bietet. Die Videos klären auf und geben gleichzeitig eine kurze Anleitung, wie das gewünschte Ziel umzusetzen ist.

14.10 Uhr: Im Kreis Reutlingen bestätigt das Landratsamt zwei weitere Fälle. Damit steigt die Gesamtzahl der Fälle dort auf 13. Insgesamt sind bis heute Mittag um 12 Uhr 162 begründete Verdachtsfälle getestet worden.

14.04 Uhr: In Stuttgart beginnt die Pressekonferenz über mögliche Schulschließungen. „Wir haben entschlossen und besonnen gehandelt“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Es kommt jetzt ganz entscheidend darauf an, die Infektionsrate zu verlangsamen.“ Ab Dienstag sind alle Schulen und Kindertagesstätten im Land geschlossen – vorerst bis nach den Osterferien (20. April). Für Pfleger, Ärzte, Polizisten und weitere für den Erhalt der Infrastruktur notwendige Personen „werden wir Betreuungsmöglichkeiten anbieten“. Außerdem sind Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen verboten. Hier ist der Livestream:

13.59 Uhr: Die für Mai geplante Tübinger Mediendozentur fällt dieses Jahr wegen des Coronavirus aus. Das teilten die Universität und der SWR mit.

13.51 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus in den Griff zu bekommen, zieht die Stadt Stuttgart die Notbremse und fährt das öffentliche und gesellschaftliche Leben weitgehend auf Null. Neben sämtlichen Veranstaltungen in Kultur, Sport und Freizeit werde „mit sofortiger Wirkung“ auch der Betrieb von Clubs, Bars, Museen, Kinos und Bädern untersagt, teilte ein Sprecher der Landeshauptstadt am Freitag mit. Restaurants seien von dem Verbot ausgenommen. Für Alten- und Pflegeheime sowie für Krankenhäuser war ein weitgehendes Besuchsverbot bereits erlassen worden. (dpa)

13.37 Uhr: Die 19. Auflage der Reutlinger Gartenmesse Garden Life vom 21. bis 24. Mai in der Pomologie wird wegen des städtischen Veranstaltungs-Verbots verlegt. Das erklärte Stephan Allgöwer, der Geschäftsführer der veranstaltenden Agentur „Solution Cube“, dem TAGBLATT. Er hofft, die Garden Life im Juni oder Juli ausrichten zu können. Vielleicht sogar zusammen mit dem Reutlinger Stadtfest, das am 19. Juni steigen soll. Das hat Allgöwer am Freitag mit dem Stadtmarketing StaRT schon mal angedacht. Abgesagt worden sind auch die beiden Sonntage der Gönninger Tulpenblüte im April.

12.53 Uhr: Das Landratsamt Esslingen hat dem Stuttgarter Sozialministerium am heutigen Freitag mitgeteilt, dass gestern ein 80-jähriger Mann aus Kirchheim in einer Klinik verstorben ist, der zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Dabei handelt es sich um den zweiten Todesfall in Baden-Württemberg, der im Zusammenhang mit Corona steht. „Wir haben von Anfang darauf hingewiesen, dass der Krankheitsverlauf bei einer Infizierung mit dem Coronavirus zwar bei einer großen Mehrheit der Bevölkerung moderat ist, es aber eben auch - vor allem bei älteren Menschen - sehr ernsthafte, kritische Verläufe gibt“, wird Gesundheitsminister Manne Lucha zitiert. „Der zweite im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehende Todesfall im Land und einige infizierte Menschen, die derzeit mit schwerem Krankheitsverlauf auf Intensivstationen liegen, zeigen eindringlich, wie ernst die Situation für unser Gesundheitswesen ist. Und dass wir alles in unsere Macht Stehende dafür tun müssen, um gerade die besonders gefährdeten vulnerablen Gruppen wie chronisch kranke, pflegebedürftige und ältere Menschen vor dem Virus zu schützen. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von höchster Dringlichkeit.“

12.34 Uhr: Zu den Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus gehöre aus seiner Sicht zwingend eine Intensivierung der Grenzkontrollen, schreibt Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vom Freitag, der der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt. „Ich möchte Sie deshalb eindringlich bitten, die Grenzkontrollen zu Frankreich und der Schweiz durch die Bundespolizei noch stärker als bisher zu intensivieren.“ (dpa)

12.16 Uhr: Die Stadt Hechingen hat eine Verfügung erlassen und verbietet Veranstaltungen ab 75 Personen. Dies betrifft unter anderem auch Vereinsveranstaltungen wie Jahreshauptversammlungen. Darüber hinaus wird die Stadt nach Einzelfallprüfung auch Veranstaltungen mit geringerer Teilnehmerzahl untersagen. Regelungen betreffend die Gastronomie und privater Veranstaltungen bleiben vorbehalten.

12.03 Uhr: Als letzte Spielklasse im Fußball-Amateurbereich hat auch die Oberliga den Spielbetrieb ausgesetzt. Die Regelung gelte bis mindestens 23. März und betreffe Männer, Frauen und Jugend, teilte der Württembergische Fußball-Verband mit. Damit wird auch die Partie des SSV Reutlingen am Samstag gegen den 1. Göppinger SV nicht ausgetragen. Zunächst war geplant, unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu spielen. Man beobachte die Entwicklung und werde „zu gegebener Zeit“ über eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs entscheiden, teilte der Verband mit.

11.57 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Sondersitzung des Stuttgarter Kabinetts. Alles deutet darauf hin, dass dort die Schließung aller Schulen und Kindergärten im Land besiegelt wird. Bayern, Berlin, Niedersachsen und Saarland haben es vorgemacht – dort ist bis nach Ostern Pause.

11.54 Uhr: Das Wochenende steht bevor – viele Menschen werden deshalb in die Supermärkte stürmen und sich mit Lebensmittel eindecken. Die Corona-Krise hat die Hamsterkäufe wieder populär gemacht. Viele Supermärkte haben bereits reagiert und den Kauf von gewissen Artikeln eingeschränkt. Etwa der Drogeriemarkt in Rottenburg, wie das folgende Bild beweist:

Gewisse Hamsterkäufe sind im Rottenburger DM nicht mehr möglich. Bild: Angelika Bachmann

11.26 Uhr: Die 1. und 2. Fußball-Bundesliga werden nach dem bevorstehenden Spieltag bis zum 2. April ausgesetzt. „Ziel ist es weiterhin, die Saison bis zum Sommer zu Ende zu spielen – aus sportlichen Gesichtspunkten, aber insbesondere auch weil eine vorzeitige Beendigung der Saison für einige Clubs existenzbedrohende Konsequenzen haben könnte. In der Länderspiel-Pause soll zwischen allen Clubs unter Berücksichtigung der dann vorliegenden Erkenntnisse, zum Beispiel auch hinsichtlich des internationalen Spielkalenders, über das weitere Vorgehen befunden werden“, heißt es in der Mitteilung der DFL. Auch die Champions und die Europa League sind vorerst ausgesetzt.

11.20 Uhr: Die Stadtwerke Tübingen ziehen nach und verändern angesichts der in allen Bereichen des öffentlichen Lebens angeratenen Vorsichtsmaßnahmen zur Verringerung der Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus (Covid-19) die Einstiegsoptionen im Tübus. Ab sofort bleiben die vorderen Türen geschlossen. Auch der vorderste Einzelsitz steht nicht mehr zur Verfügung. Dies geschieht zum besseren Schutz des Fahrpersonals. Darüber hinaus bitten die Stadtwerke Tübingen Menschen, die laut Robert Koch Institut zu einer Risikogruppe gehören bzw. Erkältungs- oder Grippesymptome zeigen, nach Möglichkeit auf die Nutzung des ÖPNV-Angebots zu verzichten und zuhause zu bleiben.

10.34 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, können die Busunternehmen im Verkehrsverbund Naldo ihre Fahrgäste nur noch an den hinteren Türen ein- und aussteigen zu lassen. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor und ist mit den Aufgabenträgern abgestimmt und soll bis auf Weiteres gelten. Die Vorsichtsmaßnahme soll dazu dienen, die Ansteckungsgefahr für die Fahrgäste und für die Busfahrer reduzieren. Von den Busfahrern sollen auch bis auf Weiteres keine Tickets mehr verkauft werden. Da die Fahrgäste aber nur mit einem gültigen Ticket in den Bus einsteigen dürfen, sollen Tickets per Handy oder Online gekauft werden. Außerdem stehen Automaten und Verkaufsstellen zum Ticketkauf zur Verfügung.

10.24 Uhr: Am Tübinger Uniklinikum tagt seit den ersten Fällen täglich die sogenannte „Task Force Corona“, eine speziell gebildete Arbeitsgruppe, deren Experten sich mit den vielfältigen Fragestellungen rund um das Virus beschäftigen. Die Mitglieder der Task Force stammen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen, unter anderem der Virologie, der Krankenhaushygiene, der klinischen Infektiologie, der Tropenmedizin, der Intensivstationen und der Notaufnahmen. „Wir arbeiten derzeit auf vielen verschiedenen Ebenen daran, das Virus einzudämmen“, wird Prof. Dr. Michael Bamberg, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums, in einer Mitteilung zitiert.

10.02 Uhr: In einem offenen Brief hat sich Oberbürgermeister Boris Palmer am gestrigen Abend an den Gemeinderat gewandt und aktuelle Maßnahmen und Entscheidungen der Stadtverwaltung erklärt.

9.23 Uhr: Nun zieht das Uniklinikum Tübingen nach. In einer Pressemitteilung heißt es: „Zum Schutz von Patienten und Mitarbeitenden vor dem Coronavirus hat eine eigens gebildete Expertengruppe, die „Task Force Corona“ des Uniklinikums Tübingen, aktuell mehrere Maßnahmen beschlossen: Ab Freitag, 13. März, sind keine Krankenbesuche mehr möglich.“ In Einzelfällen (z.B. im Rahmen der Sterbebegleitung oder zur Begleitung eines erkrankten Kindes) könne nach telefonischer Abklärung mit den Stationsleitungen über begründete dringende Ausnahmen entschieden werden. Weiter schreibt das UKT: „Patienten mit ambulanten Terminen ohne dringende medizinische Notwendigkeit sollen ihren Termin möglichst auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.“ Patienten sollen sich nur bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Herzinfarkt, Krebs oder Schlaganfall von Angehörigen begleiten lassen. Diese Ausnahme gilt ebenfalls für Gebärende und Kinder. Angehörige und andere Begleitpersonen, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufhielten, dürfen Patienten nicht ans Uniklinikum begleiten.

8.43 Uhr: Der mehrfache FDP-Bundestagskandidat Christopher Gohl warnt über „Twitter“ vor den ahnungslos Infizierten, die das Virus weiterverbreiten. Und fordert: „Frau Eisenmann, tun Sie das Verantwortungsvolle & schließen Sie die Schulen!“

8.19 Uhr: Der Klinikverbund Südwest, der in Sindelfingen seinen Hauptsitz hat, erlaubt ab dem heutigen Freitag keine Besucher mehr. Der Klinikverbund Südwest betreibt Krankenhäuser und Medizinische Versorgungszentren in Böblingen, Calw, Herrenberg, Leonberg, Nagold und Sindelfingen. Mit der Verschärfung der Besucherregelungen schließt er sich anderen Kliniken in der Region an. Beispielsweise haben die Regionale Kliniken Holding mit Hauptsitz in Ludwigsburg und die Helios Kliniken mit Standorten unter anderem in Pforzheim und Rottweil Besuche entweder vollständig verboten oder stark eingeschränkt. Das Tübinger Uniklinikum ist davon nicht betroffen. (dpa)

7.48 Uhr: Dass das Coronavirus auch für die Wirtschaft in der Region gravierende Folgen haben wird, ist absehbar. Etwa für die Hotelbranche. Durchschnittlich um 30 Prozent gingen die Umsätze von 1900 befragten Hoteliers in den vergangenen Wochen zurück. „Und das ist nur der Anfang – davon können Sie ausgehen“, sagt Claudia Leuze dem TAGBLATT, Chefin des Tübinger Oberklasse-Hotels „La Casa“. „Die Branche braucht sofort Hilfe, die Situation ist dramatisch“, so Leuze, die zugleich Vorsitzende des DeHoGa im Landkreis ist. (+)

7.04 Uhr: Es sind enorm viele Veranstaltungen in der Region abgesagt. Hier ein Überblick, was in Tübingen und Rottenburg nicht stattfinden wird.

6.37 Uhr: Am Donnerstag wurde bereits das Rottenburger St. Meinrad-Gymnasium geräumt. Ein Neuntklässler hatte sich infiziert. Das TAGBLATT sprach mit den Beteiligten und mit dem Vater des Schülers, der ebenfalls infiziert ist: „Ich glaube, dass das sehr viele in sich tragen und es nicht wissen.“ (+)

6.29 Uhr: Schließt Baden-Württemberg alle Schulen? Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sein Kabinett für 12 Uhr zu einer Sondersitzung eingeladen. Möglicherweise müsse die Sitzung als Videoschalte stattfinden, heißt es im Einladungsschreiben seines Amtschefs Florian Stegmann. „Wir werden weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorschlagen“, kündigte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet der „Südwest Presse“ an. „Wir müssen jetzt alles tun, um die Infektionsrate zu verlangsamen und das Gesundheitssystem in diesen Corona-Zeiten funktionsfähig zu halten.“ (swp)

Donnerstag, 12. März

20.40 Uhr Volleyball-Bundesliga beendet die Saison: Auch die Volleyballer und Volleyballerinnen werden zunächst keine Spiele mehr austragen. Auch das Geister-Spiel des TV Rottenburg ist damit abgesagt. Das gab am Abend die Volleyball Bundesliga (VBL) bekannt. Es soll keinen Meister geben, aber auch keine Absteiger. „Am Ende gab die unsichere Lage aufgrund der zunehmenden Einschränkungen durch das Coronavirus den Ausschlag, zum ersten Mal in der VBL-Historie eine Saison nicht zu Ende zu spielen. Durch den sofortigen Abbruch werden zusätzliche Reisen und damit verbundene erhöhte Risiken der Ansteckung im Sinne der Gesundheit der Spielerinnen und Spieler vermieden“, teilten die Liga-Verantwortlichen mit.

19.17 Uhr Auch Reutlingen will Menschen in ihrem Auto testen lassen: Bislang setzt das Landratsamt Reutlingen auf die aufsuchenden Tests mit insgesamt zehn Ärzten. Diese können pro Tag bis zu 70 Abstriche bei begründeten Verdachtsfällen vor Ort machen, bislang wurden 100 solcher Tests durchgeführt. Sollte dieser Dienst aber irgendwann überfordert sein, dann wird in Reutlingen und Münsingen künftig stationär getestet: Menschen, die wegen eines begründeten Verdachts einen Berechtigungscode bekommen, fahren bei Containern vor und lassen sich im Auto testen. „Wir bereiten diese Infrastruktur derzeit vor“, so Landrat Thomas Reumann.

Er verweist darauf, dass Verstöße gegen häusliche Quarantäne mit einem Bußgeld von 100 bis 200 Euro pro Fall geahndet werden – auch wenn die Person nur einkaufen war. „Wir setzen das rigoros um!“, warnt er. Mindestens ein Verstoß sei bisher registriert worden.

19.09 Uhr: Das Stuttgarter Sozialministerium meldet 119 weitere Covid-19-Fälle in Baden-Württemberg – 454 sind es insgesamt. Wobei die realen Zahlen noch höher sein dürften, denn etwa in den Kreisen Reutlingen und Tübingen fehlen in der Liste des Ministeriums noch bereits bestätigte Fälle. Dass diese Fall-Zahlen teilweise von denen der örtlichen Gesundheitsämter abweichen, ist der Meldekette geschuldet: Die örtlichen Gesundheitsbehörden erfahren als erste Instanz von bestätigten Covid-19-Fällen, diese melden sie dann an das Landesgesundheitsamt, welches die Fälle aus ganz Baden-Württemberg erfasst und sie dann gebündelt an das Ministerium für Soziales und Integration weiterleitet. Bei der Übermittlung dieser Zahlen kann es zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Am Uniklinikum Tübingen sind keine Besucher mehr erlaubt. Bild: Moritz Hagemann

18.32 Uhr: Die Reutlinger Firma „Automotive Lighting“ mit Sitz in der Tübinger Straße bestätigt TAGBLATT-Informationen, wonach ein Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert ist. Der Mann habe bei sich zu Hause Symptome festgestellt und sei seither dort in häuslicher Quarantäne geblieben, sagt Pressesprecher Maurizio Scrignari vom italienischen Mutterkonzern Marelli.

18.01 Uhr: Das Reutlinger Gesundheitsamt meldet den fünften Fall am heutigen Tag. Damit steigt die Zahl der Infizierten im dortigen Kreis auf elf Personen an. Weitere Fälle hatte das Landratsamt bereits heute Mittag bei einer Pressekonferenz vermeldet.

17.59 Uhr: Das Coronavirus hat jetzt auch die Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart und 1. FC Heidenheim erreicht, die beide einen Covid-19-Fall in ihren Reihen bekanntgegeben haben. Beim FCH erwischte es einen U16-Spieler, beim VfB einen Stadion-Mitarbeiter. (dpa)

17.28 Uhr: Zwangsferien? „Durch die dynamische Lageentwicklung können flächendeckende Schul- und Kitaschließungen in Baden-Württemberg nicht mehr ausgeschlossen werden“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) unter anderem der „Südwest Presse“ (morgige Ausgabe). Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung stehe an erster Stelle. Den Schülerinnen und Schülern vor allem der Abiturklassen dürften aber keine Nachteile entstehen. (dpa)

17.11 Uhr: Angesichts der dynamischen Lageentwicklung bei der Verbreitung des Corona-Virus haben die Verantwortlichen des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) heute entschieden, den Spielbetrieb ab sofort bis einschließlich 31. März komplett auszusetzen. Das teilt der WFV mit. Diese Regelung betrifft alle Ligen unterhalb der Oberligen Baden-Württemberg, und zwar in allen Altersklassen. Für die Spielklassen darüber entscheiden die jeweiligen Ligaträger. „Wir wollen mit dieser Entscheidung auch unsere Vereinsvertreter und ehrenamtlichen Mitarbeiter entlasten und ihnen ein Stück weit die Verantwortung abnehmen“, wird Hauptgeschäftsführer Frank Thumm zitiert.

17.02 Uhr:Die Deutsche Bank hat ihre Tübinger Filiale mindestens bis zum Wochenende geschlossen. Grund ist ein Corona-Fall in den Reihen der Mitarbeiter, bestätigt Konzernsprecher Heinrich Frömsdorf: „Alle weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Filiale haben sich in eine 14-tägige Selbstquarantäne begeben.“ Kunden, die mit dem Mitarbeiter in Kontakt standen, seien informiert. Die Filiale werde gründlich gereinigt, man wolle am Montag mit einem Team aus umliegenden Filialen den Service aufnehmen. Die Geld-, Service- und Transaktionsautomaten in Tübingen seien weiter benutzbar.

Dieses Schild wartet auf die Besucher der Tübinger Deutsche-Bank-Filiale. Bild: Eike Freese

16.58 Uhr: 200 Polizeibedienstete sind in Baden-Württemberg wegen des Coronavirus aktuell nicht im Dienst. Die Polizei im Südwesten bleibt nach der Einschätzung von Innenminister Thomas Strobl (CDU) trotz des Coronavirus handlungsfähig. (dpa)

16.22 Uhr: Der Andrang an der Tübinger Drive-in-Teststation (siehe Bildergalerie oben) ist heute enorm. Das Gesundheitsamt stellt deshalb den Anmeldebogen online zum Download zur Verfügung und bittet darum, diesen bereits ausgedruckt und ausgefüllt mitzubringen.

16.09 Uhr: Die Gemeinde Bodelshausen hat sich im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes dazu entschieden, sämtliche kommunalen Veranstaltungen bis zum 30. April mit einer größeren Besucherzahl abzusagen. Das betrifft unter anderem den „Flohmarkt rund ums Kind“ (14. März), das Musik-Kabarett mit den „Schrillen Fehlaperlen“ (21. März), den verkaufsoffenen Sonntag mit Gewerbeschau (29. März), den Osterjahrmarkt (4. April) und das Konzert „Beflügelt“ (25. April). (mosi)

15.44 Uhr: Vier neue Fälle gibt es im Kreis Reutlingen und damit dort nun zehn insgesamt. Zwei Pfullinger waren in keinem Risikogebiet und hatten leichte Symptome, sind aber laborbestätigte Fälle. Die Hausärztin hatte jedoch kein gutes Gefühl, weil die Personen Kontakt zu einer Gruppe hatten, die in Südtirol war. Folglich wurde getestet. Eine Person hatte Kontakt mit einer Mitarbeiterin eines Pfullinger Kindergartens, der heute und morgen geschlossen bleibt. Der Kindergarten hat 4 Gruppen mit rund 100 Kindern. Die Mitarbeiterin ist in häuslicher Quarantäne.

15.13 Uhr: Im Kreis Tübingen gibt es zwei weitere bestätigte Fälle. Die Gesamtzahl steigt von 16 auf 18. Dabei wurden schon über 400 Personen getestet, die als Verdachtsfälle gelten. Das teilt das Gesundheitsamt mit. Dass nicht bei jedem Verdachtsfall die Öffentlichkeit informiert werden kann, liegt auf der Hand. Gerade in Schulen bricht derzeit schnell Chaos aus. Das Gesundheitsamt informiert die Schulen über Verdachtsfälle, die wiederum selbst entscheiden müssen, ob sie in diesem Stadium die Eltern informieren. Erst bei einem positiven Fall werden die Kontaktpersonen ermittelt, die sich dann wiederum isolieren sollen. Schulschließungen bei Verdachtsfällen (siehe auch 12.15 Uhr) sieht das zuständige Robert-Koch-Institut nicht vor. Gerade in Zeiten steigender Fallzahlen ist es enorm wichtig, sich an die gängigen Hygienregeln zu halten und nicht in Panik zu verfallen.

14.11 Uhr: Seit dem Morgen gibt es auf dem Tübinger Festplatz eine „Drive-in-Station“ für Testfälle. Zuvor stand das Testmobil beim Bergfriedhof. Nach 16 bestätigten Fällen im Kreis ist die Unsicherheit groß und der Andrang riesig. Nach wie vor gilt: Wer sich testen lässt, sollte entweder in einem Risikogebiet gewesen sein oder Kontakt mit einem Infizierten gehabt haben. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (10 bis 12 Uhr, 16 bis 18 Uhr) und am Samstag (10 bis 12 Uhr).

13.40 Uhr: Fast im Minutentakt erreichen uns Veranstaltungsabsagen in Region. Es wäre momentan wohl einfacher zu berichten, was überhaupt noch stattfindet. Abgesagt sind etwa der Vortrag „Lebenselixier Wasser“ im Regierungspräsidium (19. März), die Konzerte der Strummingbirds (13. März) und Mandowar (14. März) in Rottenburg oder die TAGBLATT-Messe „Garten & Gaumen“ im Mai. Viele Vereine melden außerdem den Ausfall von Jahreshauptversammlungen.

12.15 Uhr: Der Tübinger Schulamtsdirektor Roland Hocker geht davon aus, dass im Laufe der Zeit weitere Schulschließungen in seinem Schulamtsbezirk notwendig werden dürften: „Das ist eine Frage der Zeit“, sagte er Donnerstagmittag dem TAGBLATT. Die Anzahl der Reiserückkehrer sei hoch, ebenso wie das Maß an Verunsicherung: „Die Schließung weiterer Schulen ist aus unserer Sicht also denkbar und sogar wahrscheinlich“, so Hocker. Derzeit mache es zwar den Alltag vieler Menschen leichter, dass an den meisten Schulen der Unterricht noch stattfinden kann: „Klar ist aber auch: Wir reden von einer Epidemie, an deren Anfang wir stehen.“ Umso wichtiger sei es, betonte Hocker, Panik zu vermeiden und zum Schutze der so genannten Risikogruppen die Vorgaben aus den Landes- und Bundesministerien umzusetzen: „Wir müssen die Ausbreitung verlangsamen, um unsere Kapazitäten in der medizinischen Versorgung freizuhalten für diejenigen, die sie dringend brauchen.“

Besorgt zeigte sich Hocker vor allem über die „diffuse Angst“, die sich vereinzelt in der Bevölkerung breit mache: „Was bei uns jetzt gelegentlich strandet, sind gewisse Ausgrenzungstendenzen“, so Hocker. So seien Familien, die aus Risikogebieten zurückkehren und sich an die Vorgaben von Experten und der Regierung halten, häufig mit starken Vorwürfen konfrontiert. Nachvollziehen kann Hocker das nicht. „Ich kenne keinen einzigen Fall im schulischen Bereich unseres Bezirks, wo sich jemand nicht an die klaren Vorgaben des Ministeriums gehalten hätte.“ Zudem habe es sich bewährt, dass sich Eltern telefonisch melden, die einen begründeten Infektionsverdacht hegen oder aus einem Risikogebiet zurückkehren: „Auch bei der Umsetzung der gegebenenfalls notwendigen Quarantäne gibt es nach unserer Kenntnis keine Schwierigkeiten.“

12.07 Uhr: Die Tübinger Zweitliga-Basketballer stoppen den Karten-Vorverkauf. Tickets für die beiden verbleibenden Hauptrundenspiele gegen Science City Jena (21. März) und die PS Karlsruhe LIONS (28. März) gibt es nicht mehr. Am Montag wollen sich Liga und Vereine beraten, ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden soll.

12 Uhr: Den ersten gesicherten Todesfall in Baden-Württemberg durch das Corona-Virus hat das Landesgesundheitsministerium bekanntgegeben. Im Rems-Murr-Kreis starb ein 67-Jähriger. Er war im Februar aus dem Kongo zurückgekehrt und vor wenigen Tagen zuhause gestorben. Sein Leichnam wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Seine 70-jährige Ehefrau war nach ihrer Rückkehr aus Frankreich positiv getestet worden. Sie befindet sich in stationärer Behandlung.

11.52 Uhr: Die Schließung des Rottenburger St. Meinrad-Gymnasiums ist bestätigt - es wurde am heutigen Donnerstagmorgen vollständig geräumt. 620 Schüler/innen, 55 Lehrer/innen und 10 Mitarbeiter in der Ganztagesbetreuung wurden vorläufig bis Montag nach Hause geschickt. Ein Schüler der 9. Klasse war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Testergebnis lag am Mittwochabend vor, informierte Schulleiter Peter Scheiger. Bis Dienstag war der Schüler noch im Unterricht. Zuerst habe man überlegt, nur alle 9. Klassen nach Hause zu schicken. Nach einer Konferenz im Kollegium und nach der Rücksprache mit dem Schulträger, der Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese, habe man aber beschlossen, vorsichtshalber alle Klassen vom Unterricht zu befreien, so Scheiger. Man wolle Zeit gewinnen, um mögliche Infektionsketten zu unterbinden, Informationen zu sammeln und sich mit dem Gesundheitsamt zu besprechen.

„Das ist alles rein präventiv“, sagte Scheiger. Ziel sei, Zeit zu gewinnen, um überlegt vorzugehen. Die Schulschließung geschah auch nicht auf Anweisung des Kultusministeriums oder des Gesundheitsamtes, sondern war die Entscheidung der Schule selbst und des Schulträgers. Bislang gehe man davon aus, dass alle am Montag wieder in den Unterricht kommen. Falls nicht, bereitet man sich derzeit darauf vor, wie ein Unterricht per E-Mail und Videokonferenzen aussehen könnte. Ratschläge hierfür holt sich das Rottenburger Gymnasium bei der Partner-Schule im norditalienischen Adro, wo wegen der Schulschließungen bereits Unterricht über Internet stattfindet.

Der betroffene Rottenburger Schüler war getestet worden, weil auch seine Mutter auf das Virus getestet worden war.Ende letzter Woche war sie schon einmal mit einer angehenden Lungenentzündung in Tübingen in der Klinik, wurde dann aber wieder nach Hause entlassen. Weil es ihr aber nicht besser ging, ging sie am Montag nochmal zum Arzt. Der positive Coronatest lag dann am Dienstagnachmittag vor. Von da an war auch der Schüler nicht mehr am Gymnasium (an)

11.25 Uhr: Wie beeinflusst das Coronavirus die Sportwelt? Das haben die Agenturen zusammengefasst und sich viele Sportarten angeschaut. (dpa/sid)

10.52 Uhr: In Reutlingen gilt ab Freitag ein Verbot von Veranstaltungen mit über 200 Teilnehmern. Die Stadt sei gerüstet, sagte Oberbürgermeister Thomas Keck, der jedoch von einer schweren Prüfung für das Gemeinwesen sprach. Bislang gibt es im Kreis Reutlingen sechs bestätigte Covid-19-Fälle bei über 100 begründeten Verdachtsfällen, die getestet worden sind. Außerdem appelliert Keck an Vereinsvorsitzende, man müsse überlegen, ob zum aktuellen Zeitpunkt Sitzungen – etwa derzeit häufig vorgesehene Jahreshauptversammlungen – notwendig seien. (dem)

10.24 Uhr: „Es gibt keine Halle in der Nachbarstadt, die mehr als 300 Leute fasst“, sagte OB Boris Palmer gestern Abend bei Markus Lanz. Und meinte damit Rottenburg und das dortige Veranstaltungsverbot ab 300 Personen. „Aber in der Zeitung steht natürlich, Rottenburg hat die schärfste Regelung“, fuhr Palmer fort. Die Fakten: Bei einer Konzertbestuhlung gibt es im Großen Saal der Festhalle sogar 500 Sitzplätze, bei einer Tischbestuhlung immer noch 420. In die Volksbank Arena passen sogar 1020 Menschen (752 Sitzplätze).

10.02 Uhr: Das Rottenburger St. Meinrad-Gymnasium wird aktuell geräumt. Der Auslöser soll sein, dass ein Neuntklässler an Covid-19 erkrankt ist. Die Neuntklässler wurden zunächst nach Hause geschickt, dann haben sich Lehrer und Rektor besprochen. Am heutigen Morgen wurde letztlich beschlossen, dass alle Schüler nach Hause sollen und die Schule erst einmal bis Montag geschlossen bleibt. Die Schüler sollten Mail-Adressen hinterlegen, um über das weitere Vorgehen informiert zu werden. Das erfuhr das TAGBLATT aus dem nahen Umfeld der Schule. Unsere Rottenburger Redaktionsleiterin Angelika Bachmann ist vor Ort und wird später ausführlich berichten.

9.49 Uhr: Eine Nachricht für alle Fußball-Fans. Weil die Stadien leerbleiben müssen, wird der Pay-TV-Sender „Sky“ die Konferenzen der 1. Bundesliga (Samstag) und 2. Bundesliga (Sonntag) auf dem frei empfangbaren Kanal „Sky Sport News HD“ übertragen. So ist etwa das Spiel des VfB Stuttgart gegen St. Pauli oder das Revierderby Dortmund - Schalke zu sehen. „In herausfordernden Zeiten müssen wir alle zusammenstehen“, wird Sky-Geschäftsführer Devesh Raj in der „Bild“ zitiert. „Für uns ist es selbstverständlich, unseren Teil dazu beizutragen, indem wir diese Spiele mit allen teilen, so dass möglichst viele Fußballfans die Bundesliga live erleben können.“

9.46 Uhr: Die Sitzung des Stuttgarter Landtags am heutigen Donnerstag sollte zunächst ausfallen, wird aktuell aber doch verkürzt abgehalten. Grund sei, dass ein Grünen-Abgeordneter erklärt habe, Kontakt zu einer Person gehabt zu haben, die positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, teilte eine Sprecherin des Landtags in Stuttgart mit. (dpa)

8.39 Uhr: Beim Metzinger Baumaschinenhändler „Eberle-Hald“ gibt es einen Corona-Fall. Das Unternehmen teilt mit: „Die betroffene Person war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in den Räumlichkeiten der Firma. (...) Alle Mitarbeiter wurden nach Bekanntgabe über die Situation informiert. Die Mitarbeiter, mit denen die positiv getestete Person Kontakt oder möglichen Kontakt hatte, wurden direkt kontaktiert und nach Hause geschickt, um ggf. von Homeoffice Arbeitsplätzen zu arbeiten. Der positiv getesteten Person geht es gut und sie befindet sich derzeit in Quarantäne.“ Die Verwaltung und Niederlassung in Metzingen wurde geschlossen, ebenso zwei Niederlassungen in Sachsen, in Kesselsdorf und Coswig.

8.12 Uhr: Das Stuttgarter Sozialministerium korrigierte gestern Abend die Zahl der Covid-19-Fälle im Land von 336 auf 335. Jedoch ist diese Zahl längst marginal: Stündlich kommen Infizierte hinzu, meist sind die Zahlen bereits überholt, wenn sie bekanntgegeben werden. Und niemand weiß, wie groß die Dunkelziffer ist. In Deutschland gibt es nach offiziellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts von gestern Abend 1567 Fälle – da fehlen allerdings bereits die jüngsten Fälle im Land und im Kreis Tübingen.

7.33 Uhr: Nochmal ein Rückblick auf den gestrigen Mittwoch. Zunächst wurde bekannt, dass der Kindergarten am Alten Ämmerle in Altingen geschlossen wurde. Eine Sechsjährige ist mit dem Coronavirus infiziert. Dann wurde ein sechster Fall im Kreis Reutlingen bestätigt. Am Nachmittag machte die Runde, dass Rottenburg die maximale Zahl der Teilnehmer an Veranstaltungen auf 300 begrenzt. Abends gab dann das Gesundheitsamt in Tübingen bekannt, dass es sieben neue Fälle (16 insgesamt) gibt. Darunter auch ein Informatik-Student der Tübinger Uni.

7.14 Uhr: Der Tübinger Konzertveranstalter Marc Oßwald erwägt laut eines Artikels der „Badischen Zeitung“ eine Klage gegen die Stadt Freiburg. Grund ist das geplante Konzert der Band „AnnenMayKantereit“, deren Auftritt am Tag der Veranstaltung (Dienstag) aufgrund der Corona-Entwicklungen abgesagt worden ist. „Es geht mir nicht um die Absage des Konzertes an sich – sondern um den späten Zeitpunkt“, wird der Chef von Vaddi-Concerts zitiert. „Das war kein Krisenmanagement, das war planlos.“

6.43 Uhr: Sind die Abiprüfungen in Gefahr? Die Kultusminister der Bundesländer wollen sich bei ihrer Sitzung am Donnerstag und Freitag in Berlin auf eine bundesweite Notfallstrategie für die Abiturprüfungen verständigen. In Baden-Württemberg, wo die schriftlichen Abiturprüfungen am 22. April beginnen, geht man von „einem planmäßigen Verlauf“ aus, sagte Christine Sattler, die Ministeriumssprecherin. (swp)

6.39 Uhr: Guten Morgen! Der Gesundheitszustand des 60-jährigen Oberarztes der Pathologie, bei dem das Virus vor 14 Tagen festgestellt worden war, soll sich verschlechtert haben. Wie das TAGBLATT aus mehreren Quellen erfuhr, werde der Mann wieder am Tübinger Uniklinikum behandelt. Der 60-Jährige war gemeinsam mit seiner 24-jährigen Tochter, die zuvor in Mailand weilte, vor zwei Wochen ins Klinikum gekommen und vor acht Tagen wieder entlassen worden. Die TAGBLATT-Nachfrage, ob der Oberarzt wieder am Klinikum behandelt werde, beantwortete die UKT-Pressestelle nun so: „Medienanfragen zu einzelnen Covid-19-Patienten können und werden wir aus Datenschutzgründen nicht mehr beantworten.“ OB Boris Palmer preschte am Mittwochabend allerdings bei Markus Lanz vor und sagte, dass es dem Arzt gut gehe und er nicht am Klinikum behandelt werde.

Illustration des Coronavirus (2019-nCoV) des Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Die Fortsätze auf der Oberfläche des Virus erinnern an eine Corona. Bild: Bild: Wikimedia - CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM [Public domain]

Das derzeit grassierende neuartige Coronavirus gehört zur Familie der Coronaviridae, deren Vertreter bei Wirbeltieren verschiedene Erkrankungen hervorrufen. Manche Coronaviren können Artenbarrieren überwinden und mehrere Wirtspezies infizieren.

Beim Menschen sind momentan sieben Coronavirusspezies als Erreger von leichten Erkältungskrankheiten bis hin zu schweren akuten Atemwegssyndromen bekannt (Stand Februar 2020). Neben dem sich aktuell weltweit ausbreitenden Sars-Cov-2 ist auch der Erreger der Sars-Pandemie 2002/2003 Sars-Cov sowie der 2012 aufgetretene Erreger Mers-Cov von Bedeutung.

Sars steht für Severe Acute Respiratory Syndrome (Schweres Akutes Atemwegssyndrom), Mers bedeutet Middle East Respiratory Syndrome (Atemwegssyndrom des Mittleren Ostens).

Der Begriff Corona bezieht sich auf das Erscheinungsbild dieser Viren: Die Fortsätze auf der Virenhülle sehen unter dem Elektronenmikroskop wie ein Strahlenkranz aus, der einer Sonnenkorona ähnelt. Corona kommt aus dem Spanischen und bedeutet Krone.

Die durch das Sars-CoV-2 (Severe-Acute-Respiratory-Syndrome-Coronavirus-2) ausgelöste Erkrankung der Atemwege wurde Covid-19 genannt (Coronavirus-Disease-2019, deutsch: Coronavirus-Krankheit-2019).

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2 gibt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fachliche Informationen zu der neuen Atemwegserkrankung Covid-19 (verursacht durch das Coronavirus Sars-Cov-2) stellt das Robert-Koch-Institut zur Verfügung.

Das Tübinger Landratsamt hat unter der Telefonnummer 07071/207-3600 eine Hotline eingerichtet (täglich, auch am Wochenende, 8 bis 18 Uhr).

Zum Dossier: Alle Corona Live-Blogs

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Erstellt:
13. März 2020, 06:38 Uhr
Aktualisiert:
13. März 2020, 06:38 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. März 2020, 06:38 Uhr

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