Covid-19 in Tübingen und der Region

Coronavirus: Der Live-Blog vom 10. und 11. März

Am Mittwoch wurden sieben neue Fälle in Tübingen gemeldet. Die Gesamtzahl steigt auf 16. In Altingen wurde der Kindergarten am kleinen Ämmerle wegen eines Falles geschlossen. Das TAGBLATT berichtet in mehreren Live-Blogs (am Artikel-Ende verlinkt). Das Tübinger Landratsamt hat unter der Telefonnummer 07071/207-3600 eine Hotline eingerichtet (täglich, auch am Wochenende, 8 bis 18 Uhr).

11.03.2020

Von hz/itz

Täglich werden viele Menschen in Tübingen auf das Coronavirus getestet. Symbolbild: Ulrich Metz

Mittwoch, 11. März

22.09 Uhr: Einmal melden wir uns doch noch: Das Spiel der Tübinger Zweitliga-Basketballer am kommenden Samstag in Paderborn fällt aus. Die Liga hat den 30. Spieltag komplett ausgesetzt. „Ob und wann die Partie nachgeholt wird, ist unklar“, heißt es in einem Statement der Tübinger Tigers. „Ferner werden sich die Vereine und die Liga in der kommenden Woche im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über den weiteren Saisonverlauf beraten und abstimmen.“

22.05 Uhr: Die Online-Redaktion verabschiedet sich langsam aber sicher für heute. Wer noch nicht genug hat vom Coronavirus: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer ist heute zu Gast bei Markus Lanz. Die Sendung im ZDF beginnt um 23.20 Uhr. „In seiner Stadt gab es einen der ersten Corona-Fälle Deutschlands. Der Bürgermeister Tübingens und Grünen-Politiker erläutert, wie er gegen die Verbreitung das neuartigen Virus vorgeht“ – so wird Palmer vom Sender angekündigt. Unter anderem diskutiert das Stadtoberhaupt mit der Virologin Melanie Brinkmann.

21.57 Uhr: Das Stuttgarter Sozialministerium vermeldet, dass die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg auf 336 angestiegen sei. Allerdings sind in dieser Liste die neuen Fälle in Tübingen und Reutlingen noch nicht eingerechnet. Somit gibt es mindestens bereits 348 Fälle im Südwesten.

20.17 Uhr: Das Tübinger Gesundheitsamt hat am Mittwochabend sieben neue Fälle von Covid-19-Erkrankten bestätigt. „Wir sind noch am Ermitteln der jeweiligen Kontaktleute und am Zusammenstellen der Informationen“, teilte Sprecherin Martina Guizetti mit. Insgesamt steigt die Zahl der Infizierten im Kreis Tübingen auf 16 Personen an. Der Student der Tübinger Uni (20.06 Uhr) ist darin berücksichtigt.

20.06 Uhr: An der Universität Tübingen gibt es einen ersten bestätigten Covid-19-Fall. Ein Student der Informatik, der an einer Blockveranstaltung teilgenommen hatte, wurde positiv auf das Coronavirus getestet, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Zwei weitere Studenten gelten als Verdachtsfälle. Bei ihnen stand das Testergebnis am Mittwochabend noch aus. An der Blockvorlesung im Fach Informatik hatten insgesamt 28 Studierende sowie ein Professor und zwei Nachwuchswissenschaftler als Lehrende teilgenommen. Der positiv getestete Student befindet sich in häuslicher Quarantäne. Die beiden Studenten, die als Verdachtsfälle eingestuft sind, sowie die beiden Nachwuchswissenschaftler galten am Mittwoch als Kontaktpersonen der Kategorie 1 und befinden sich derzeit ebenfalls in häuslicher Quarantäne. Der Informatik-Professor sowie alle übrigen Kursteilnehmer gelten derzeit als Kontaktpersonen der Kategorie 2. Die Lehrveranstaltung hatte seit dem 5. März in einem Hörsaal sowie in einem Computerpool-Raum der Universität stattgefunden. Beide Räume wurden am Mittwoch für die Nutzung gesperrt und werden in Absprache mit dem betriebsärztlichen Dienst der Universität und dem Gesundheitsamt vor einer erneuten Nutzung desinfiziert. Es ist der zehnte Fall im Kreis Tübingen.

19.33 Uhr: Am Mittwochmorgen wurde eine Covid-19-Erkrankung im Altinger Kindergarten bekannt. Inzwischen gibt es einige Hintergründe: Der Verdacht auf die Ansteckung mit dem Coronavirus bei einer Sechsjährigen aus der Seesterngruppe hat sich bestätigt. Der Kindergarten Am Alten Ämmerle muss bis mindestens zum 19. März geschlossen bleiben. Fünf Kinder befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Altinger Kindertagesstätte. Die Leiterin Simone Schwarzach hängte sich ans Telefon, um die Eltern zu bitten, die Kinder abzuholen und alle von der vom Gesundheitsamt angeordneten Schließung zu informieren. (+)

19.10 Uhr: Die Rottenburger Stadtverwaltung geht mit ihrer Allgemeinverfügung über bundes- und landesweite Vorgaben hinaus. „Wir wollen einen guten Beitrag leisten, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen“, sagt Oberbürgermeister Stephan Neher. Ziel sei es insbesondere, Infektionsketten zu unterbrechen. Damit helfe man den sogenannten vulnerablen Gruppen, wie beispielsweise älteren Menschen oder auch Menschen mit Vorerkrankungen. Hier geht’s zum Bericht.

18.42 Uhr: Die Stadt Rottenburg erlässt folgende, bis 6. April gültige Allgemeinverfügung (das TAGBLATT berichtet in Kürze ausführlich):

  • Die Durchführung von öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von mehr als 300 Personen wird untersagt.
  • Daneben wird die maximal baurechtlich genehmigte Belegungskapazität von geschlossenen Veranstaltungsräumen auf maximal die Hälfte der Belegungskapazität begrenzt. Wobei auch hier die maximale Anzahl von 300 Personen nicht überschritten werden darf.

18.06 Uhr: Ebenfalls abgesagt worden ist am Mittwoch das Reutlinger Frühlingsfest, das vom 14. bis 22. März auf den Bösmannsäckern hätte steigen sollen. Dies berichtete Cornelia Weeber von der veranstaltenden Firma Weeber-Event-GmbH. „Das trifft uns als Schausteller hart. Weil auch das Stuttgarter Frühlingsfest ausfällt, haben wir bis Ende Mai keine Einnahmen“, erklärte Weeber. „Da bricht alles zusammen.“ Am Donnerstag werde mit dem Abbau der Fahrgeschäfte und Buden begonnen. „Wir gehen dann wieder ins Winterlager zurück. Für viele wäre Reutlingen der Start in die Saison gewesen. Nun heißt es: Außer Kosten ist für uns nichts gewesen!“

17.42 Uhr: Keinerlei Getränkekonsum mehr an der Theke, gebietet der Erlass der Regierung. Gäste haben im Sitzen zu konsumieren, an Tischen, deren Mindestabstand von 1,5 Meter strengstens eingehalten wird. Um die wenigen Gäste herum wischt die Kellnerin beflissen Theke und Tische keimfrei – TAGBLATT-Korrespondentin Elsbeth Gut Bozzetti berichtet aus der Region der Tübinger Partnerstadt Perugia. (+)

16.44 Uhr: Wenige Minuten nach Bekanntgabe des Erlasses aus dem Gesundheitsministerium, keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher abzuhalten, kamen weitere Absagen: So wird die Württembergische Philharmonie Reutlingen nicht am Montag in der Stadthalle zu hören sein. Bereits vorher hatte die WPR den Ticketverkauf für alle ihre Veranstaltungen bis 20. April unterbrochen, erklärte Pressesprecherin Stefanie Eberhardt dem TAGBLATT. Abgesagt wurden auch die für 5. April geplanten Mobilitätstage des Reutlinger Generalanzeigers. (dem)

16.26 Uhr: Das Stuttgarter Frühlingsfest (18. April bis 10. Mai) wird abgesagt. Das will die Stadt Stuttgart nach Informationen der „Stuttgarter Zeitung“ in Kürze offiziell bekanntgeben.

16.12 Uhr: Das Tübinger Chemie-Unternehmen CHT steigt kurzfristig in die Produktion von Desinfektionsmitteln ein, um dem Engpass entgegenzuwirken. „Wir sehen den Bedarf und uns in der Lage, schnell zu reagieren“, sagt CHT-Sprecherin Bianca Hauck zum TAGBLATT. (+)

15.54 Uhr: Das Stuttgarter Gesundheitsministerium hat einen ab sofort gültigen und nicht befristeten Erlass zu Großveranstaltungen herausgegeben:

  • Bei der Durchführung von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmenden/Zuschauern sind keine effektiven Schutzmaßnahmen gegen eine nicht mehr kontrollierbare Ausbreitung des Infektionsgeschehens möglich. Deshalb muss eine solche Veranstaltung abgesagt werden bzw. ist die Durchführung der Veranstaltung ohne Zuschauer notwendig.
  • Bei Veranstaltungen mit weniger als 1.000 Teilnehmenden ist eine individuelle Einschätzung notwendig, welche Risiken bestehen und ob diesen mit infektionshygienischen Maßnahmen begegnet werden kann. Hinsichtlich der Risikobewertung gelten die Kriterien des Robert-Koch-Instituts. Je größer die Zahl der Teilnehmenden, desto wahrscheinlicher ist davon auszugehen, dass das Risiko eines nicht mehr kontrollierbaren Infektionsherdes besteht.

15.48 Uhr: Der bunte Abend zu Musik und anderen Kulturphänomenen der 1950er-Jahre, der am Dienstag, 17. März 2020, im Tübinger Stadtmuseum stattfinden sollte, wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Der neue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

15.13 Uhr: An der Universität Tübingen ist der Vorlesungsbeginn des Sommersemesters auf den 20. April verschoben worden. Das teilt der Studierendenrat über Facebook mit. Dort heißt es: „Damit soll die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus minimiert werden. Nach unseren Information besteht keine erhöhte Gefahr an der Uni Tübingen, sondern es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme.“

14.49 Uhr: Das Heimspiel der Bundesliga-Volleyballer des TV Rottenburg gegen die Netzhoppers KW am kommenden Samstag (19.30 Uhr) in der Paul Horn-Arena wird – Stand jetzt – mit stark reduzierter Zuschauerzahl deutlich unter 1000 stattfinden. Dauerkarteninhaber und Personen, die bereits Karten erworben haben, erhalten Zutritt zur Paul Horn-Arena. Der Vorverkauf für die Veranstaltung ist bereits gestoppt und die Abendkasse wird erst gar nicht geöffnet.

14.41 Uhr: In Baden-Württemberg wird der Start des Sommersemesters an allen Hochschulen wegen des Coronavirus bis nach Ostern verschoben. Das Wissenschaftsministerium bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht von „Mannheimer Morgen“ und „Heilbronner Stimme“. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer brachte gemeinsam mit Gesundheitsminister Manfred Lucha (beide Grüne) einen Erlass auf den Weg. „Wir wollen den Prozess der Ausbreitung verlangsamen“, begründete Bauer die Anweisung. Bisher sei Baden-Württemberg noch in der Lage, die Infektionswege nachvollziehen zu können. Dies müsse möglichst lange so bleiben. (dpa)

14.29 Uhr: In Reutlingen gibt es inzwischen einen sechsten Fall (siehe 10.42 Uhr). Thema bleibt aber der 65-Jährige, der sich vor seinem positiven Test zweimal in einer Arztpraxis aufhielt. „Es scheint, dass wir trotz der gemachten Fehler in diesem Fall noch Glück gehabt haben“, sagt Landrat Thomas Reumann. Lediglich insgesamt 12 Patientinnen und Patienten, die an den beiden fraglichen Tagen in dem kleinen Wartezimmer saßen, drei Mitglieder des Praxispersonals sowie zwei Menschen aus seinem heimischen Umfeld seien als Kontaktpersonen ermittelt worden. „Wir gehen da überhaupt kein Risiko ein“, begründet Reumann, warum mindestens diese 17 Menschen alle nun ebenfalls unter häuslicher Quarantäne stehen. (+)

13.52 Uhr: Das Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg hat in einer Pressemitteilung auf die Forderung des Philologenverbands reagiert, Schulen im Land flächendeckend zu schließen. Darin äußert sich Gesundheitsminister Manne Lucha: „Der Schulbetrieb stellt grundsätzlich keine Großveranstaltung dar, da der Aufenthalt in der Schule überwiegend in kleinen Gruppen stattfindet.“ Zudem gebe es klare Vorgaben, wie sich Schüler, die in Risikogebieten waren, zu verhalten haben. Lageabhängig sei es bereits zur Schließung einzelner Schulen gekommen, andernorts blieben einzelne Schüler dem Unterricht fern, so Lucha. „In einer Schule ist es außerdem im Vergleich zu einer Großveranstaltung möglich, Infektionsketten nachzuverfolgen, da die Namen der Schüler bekannt sind.“ Kinder infizierten sich zwar mit Covid-19, nach bisherigen Erkenntnissen „spielen sie bei der Übertragung des Virus allenfalls eine geringe Rolle“, so Lucha weiter. „Selbstverständlich beobachten wir die Lage genau und werden auch in Zukunft lageorientiert entscheiden.“

13.44 Uhr: Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus und mit Rücksicht auf chronisch kranke und ältere Menschen, sagt die Kreissparkasse Tübingen von Donnerstag, 12. März, an bis vorerst Ende März 2020 alle Veranstaltungen im Sparkassen Carré ab. Das teilt die KSK in einer Pressemitteilung mit. Auch der für Samstag, 14. März 2020, in der Regionaldirektion Rottenburg (Poststraße 26) geplante Tag der offenen Tür von Aok, Biofritz und Kreissparkasse Tübingen wird nicht stattfinden. Wer bereits ein Ticket für die Veranstaltung „Schoog im Dialog“ gekauft hat, kann dieses beim Bürger- und Verkehrsverein (BVV) Tübingen, Telefon 07071/91360, zurückgeben. Die Kreissparkasse erstattet den bezahlten Betrag zurück.

11.08 Uhr: Philologenverband fordert flächendeckende Schulschließungen: Der Philologenverband in Baden-Württemberg hat am Vormittag in einer Pressemitteilung die „sofortige, präventive Schließung aller Schulen bis zu den Osterferien“ gefordert. Der gewerkschaftsähnliche Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien sieht die „Entwicklungen der letzten Tage – gerade in Baden-Württemberg“, wo sich die Zahl der Infizierten alle zwei Tage verdoppelt habe, als „dramatisch“ an. Die Sorgen der Virologen seien bestätigt. Nun müsse das Ziel sein, eine Pandemie zu vermeiden – dafür sieht der Verband Schulschließungen als das richtige Mittel an.

Der Philologenverband übt zudem Kritik am bisherigen Umgang mit dem Coronavirus: „Das Kultusministerium hatte eigentlich klare Vorgaben für den Umgang der Schulen mit der Corona-Situation gemacht, die Entscheidung in Zweifelsfällen aber den Gesundheitsämtern überlassen.“ Diese handelten nun, so der Verband, „völlig uneinheitlich, sodass etwa Schulen, deren Einzugsgebiet mehr als einen Landkreis umfasst, mit unterschiedlichen Anweisungen zweier Gesundheitsämter konfrontiert werden“. Eine zweifelsfreie Überprüfung, welcher Schüler in Risikogebieten war, sei unwirksam und daher für die Schulen unzumutbar: „Es muss jetzt mit wirksamen Maßnahmen flächendeckend vorgesorgt werden, um die Infektionsketten zu unterbrechen.“ Um die Schulschließungen gesamtgesellschaftlich aufzufangen, seien „solidarische Anstrengungen“ im Kampf gegen eine Ausbreitung notwendig: „Der Philologenverband in Baden-Württemberg hofft, dass diese Maßnahme einen großen Beitrag zur Eindämmung der Krankheitswelle leistet, sodass hoffentlich nach den Osterferien das Abitur in geordneten Bahnen durchgeführt werden kann.“

10.42 Uhr: Sechster Covid-19-Fall im Kreis Reutlingen: Es handelt sich um eine 56-jährige Frau aus Metzingen. Sie war in Brixen (Südtirol) und saß im Bus neben einer infizierten Person. Der Frau geht es laut Landrat Thomas Reumann gut, sie sei in Quarantäne.

10.38 Uhr: Inzwischen hat das Robert-Koch-Institut ganz Italien und die französische Region Grand Est mit Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne zum Risikogebiet erklärt. Damit gilt nun für Schüler und Lehrer, die innerhalb der letzten 14 Tage irgendwo in Italien oder im französischen Risikogebiet waren, dass sie vorläufig zu Hause beliben müssen.

9.58 Uhr: In Altingen wurde der Kindergarten am alten Ämmerle wegen Corona geschlossen. Laut ersten Informationen wurde ein Kind positiv auf das Coronavirus Sars-Cov-2 getestet. Von der Schließung sind demnach 62 Kinder und 15 Erzieherinnen betroffen, die nun in häuslicher Quarantäne bleiben müssen. Hinzu kommmen zwei weitere Kinder, die Kontakt hatten. Die Eltern seien am Dienstagnachmittag telefonisch benachrichtigt worden. Die Gemeinde Ammerbuch organisiert einen Einkaufsdienst mit Haupt- und Ehrenamtlichen für die Familien, die nun das Haus nicht verlassen können.

9.01 Uhr: Bereits gebuchte Italien-Reisen können Pauschalurlauber nach Auffassung des Reiserechtsexperten Paul Degott kostenlos stornieren.

6.55 Uhr: Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gehen beim Verbot von Großveranstaltungen voran. Baden-Württemberg ist dabei, eine bindende Verordnung auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes auf den Weg zu bringen. Antworten auf Fragen zum Kompetenzwirrwarr zwischen Bund, Ländern und Kommunen gibt es hier.

Dienstag, 10. März


22.17 Uhr:
„Können ist gar kein Problem, aber Dürfen, das war bisher so eine Geschichte.“ Das Tagblatt hat bei Apotheken in Rottenburg nachgefragt, ob dort schon eigenes Desinfektionsmittel hergestellt wird.

19.38 Uhr: Wie das Tübinger Gesundheitsamt am Dienstagabend bestätigte, ist unter den inzwischen mindestens 7 neuen, bestätigten Corona-Infektionen im Kreis Tübingen auch ein Schüler. Das Gesundheitsamt werde aber nicht die Schließung der Schule empfehlen, denn der infizierte Schüler sei nur einen Tag dort gewesen, so Sprecherin Martina Guizetti. Es würden nun die engen Kontakte – wie etwa Nebensitzer – ermittelt und aus der Schule genommen. Um welche Schule im Landkreis es sich handelt, gab das Landratsamt zunächst nicht bekannt.

17.34 Uhr: Unser Reutlinger Redaktionsleiter Thomas de Marco hat die Pressekonferenz aus Reutlingen vom Mittag zusammengefasst. Dabei erhebt das Gesundheitsamt Vorwürfe gegen eine nun geschlossene Metzinger Arztpraxis – sie hatten den begründeten Verdachtsfall nicht gemeldet.

17.01 Uhr: Wie das Tübinger Gesundheitsamt mitteilt, gibt es fünf neue Fälle im Kreis Tübingen. Man sei gerade dabei, die Infektionsquellen und Kontaktdaten zu ermitteln. „Es ist – so wie es aussieht – noch einmal ein Fall dabei ohne offensichtlichen Bezug zu einem Risikogebiet“, teilt Sprecherin Martina Guizetti mit. Das war auch bei jenem Mann (Jahrgang 1958) der Fall, der am Montagabend als Infizierter bestätigt wurde. Sie sagt auch: „Mit der Zunahme der Kontaktpersonen und Fälle wird es immer schwieriger werden, die Infektionswege zu ermitteln.“ Die Fallzahlen in Tübingen würden sich weiter erhöhen – wie andernorts auch.

16.25 Uhr: Das Land Baden-Württemberg geht bei der Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus weiter entschlossen vor, wie es in einer Pressemitteilung schreibt. Aufgrund der sehr dynamischen Lage hat Gesundheitsminister Manne Lucha in der heutigen Sitzung des Ministerrats angekündigt, umgehend eine bindende Verordnung auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes auf den Weg zu bringen. Diese soll Gebote und Verbote zum Umgang mit Großveranstaltungen und zum Schutz vulnerabler Gruppen enthalten und den Kommunen als verbindliche Leitlinie dienen. Ziel ist es insbesondere Infektionsketten zu unterbrechen und eine unkontrollierte, schnelle Ausbreitung des Virus zu verhindern. Das Verbot von Großveranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern soll erheblich zur Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus beitragen. Das Kabinett wird diese Rechtsverordnung schnellstmöglich beschließen.

15.40 Uhr: Offenbar versuchen nun bereits Ganoven von der Angst vor dem Virus zum profitieren: Reutlingens Landrat Thomas Reumann hat zum Ende der Pressekonferenz am Dienstag von einem unglaublichen Vorgang berichtet. Eine ältere Frau aus Lichtenstein habe angerufen und gesagt, bei ihr habe am Montag gegen 23 Uhr ein Mann geklingelt und behauptet, er müsse einen Corona-Test machen. „Wir kommen nicht einfach unangemeldet. Außerdem zeigen wir unseren Ausweis vor“, sagt dazu Dr. Gottfried Roller, der Leiter des Kreisgesundheitsamts. Er hofft, dass sich da nicht eine neue Betrugsmasche auf den Weg macht. (dem)

15.17 Uhr: Das Festival Kultur vom Rande muss das Gastspiel„Present“ der Kölner Gruppe Un-Label mangels Nachfrage absagen. Die Aufführung des Tanztheaters war für Sonntag, 15. März, im Theater Reutlingen „Die Tonne“ geplant. Aus Sorge vor Ansteckung werden derzeit allerdings so gut wie keine Karten verkauft. Das Stück „Present“ sollte im Rahmen des Internationalen Tanztheaterfestivals XXIII und zugleich als „Step 6“ im Jubiläumsjahr „20 Jahre Kultur vom Rande“ stattfinden. Gestern hatte die Tonne bereits die anderen Auftritte des Tanztheaterfestivals aus demselben Grund abgesagt.

14.49 Uhr: Die IHK Reutlingen hat eine Corona-Hotline für Unternehmen eingerichtet. Unter 07121/2010 liefert das Kunden-Info-Center der IHK die passenden IHK-Experten für Firmenfragen rund um das Virus. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unter Quarantäne stehen, Schwierigkeiten in der Lieferkette oder Reisebeschränkungen. Diese Themen schlagen derzeit bei der IHK auf. Die Experten der Einrichtung können zu vielen Fragen Antworten und Hilfestellung geben. Bei der IHK finden bis auf weiteres alle Veranstaltungen und Prüfungen statt. Besucherinnen und Besucher, die in den letzten 14 Tagen in einem der vom Robert-Koch-Institut eingestuften Risikogebiete waren oder persönlichen Kontakt zu Personen hatten, die sich dort aufhielten, werden gebeten, Veranstaltungen nicht zu besuchen. Prüflinge, auf die das zutrifft, sollten sich telefonisch oder per E-Mail beim Prüfungszentrum der IHK melden. Weitere Informationen gibt es bei der IHK unter www.ihkrt.de/coronavirus.

14.37 Uhr: Große Diskussionen gibt es derzeit um mögliche Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga. Warum das sinnvoll sein kann, zeigt jetzt ein Fall aus England: Evangelos Marinakis, Besitzer des Zweitligisten Nottingham Forest, war am Freitag noch beim Spiel gegen Millwall (0:3) dabei – mit 27.000 weiteren Zuschauern. Außerdem schüttelte er jedem Spieler seines Klubs die Hand. Und verkündete am Dienstag über die sozialen Medien, dass er vom Coronavirus infiziert ist. Völlig offen ist, ob weitere Personen angesteckt wurden. Marinakis ist außerdem Boss des Klubs Olympiakos Piräus.

14.22 Uhr: Man stehe erst am Anfang der Ausbreitung, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Das Ziel bestehe weiter darin, die Ausbreitung einzudämmen und zu verlangsamen. Bislang habe man das gut geschafft. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte, für Menschen unter 50 Jahren und ohne Vorerkrankungen ziehe das Coronavirus keine lebensgefährliche Krankheit nach sich. Es gelte, vor allem ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen zu schützen. Auch Strobl rechnete mit einer weiteren Ausbreitung des Virus. Im Südwesten haben sich bislang 237 Menschen infiziert. (dpa)

13.47 Uhr: Nochmal zur Übersicht: Es gibt jetzt drei bestätigte Covid-19-Fälle in Tübingen und fünf in Reutlingen. In Tübingen sind zwei Fälle (eine 24-Jährige und ihr 60-jähriger Vater) bereits vor 13 Tagen bestätigt worden, sie dürften das Virus bald los sein. Am Montagabend kam ein Tübinger (Jahrgang 1958) als Infizierter hinzu. In Reutlingen wurden am heutigen Dienstag die ersten fünf Infizierten bekanntgegeben. In zwei Fällen gibt es Probleme: Der jüngst infizierte Tübinger hielt sich offenbar nicht in einem Risikogebiet auf. Man weiß also nicht, wo er sich infiziert hat. Ein 65-jähriger Grafenberger hielt sich im Landkreis Reutlingen noch zweimal in einer Arztpraxis auf, bevor er positiv getestet wurde. Es wird jetzt schwierig herauszufinden, wen er dabei angesteckt haben könnte.

Pressekonferenz am Dienstag in Reutlingen (von links): Landrat Thomas Reumann, Dr. Gottfried Roller (Leiter Kreisgesundheitsamt), Dr. Dieter Mühlbayer, Chefarzt Labordiagnostik und Krankenhaushygiene des Kreisklinikums, Dr. Günther Fuhrer, Kreisärztevorsitzender. Bild: Thomas de Marco

13.25 Uhr: Während der Reutlinger Pressekonferenz gibt das Tübinger Gesundheitsamt weitere Details zum dritten Infizierten aus dem Kreis Tübingen bekannt. Demnach handle es sich um einen Mann, Jahrgang 1958, der in Tübingen wohnt. „Bei ihm liegt offenbar kein Bezug zu einem Risikogebiet vor, deshalb ist die Infektionskette im Moment unklar“, so Sprecherin Martina Guizetti. Weiter steht das Bürgertelefon nicht still, die meisten Anrufer seien Rückkehrer aus Südtirol.

13.16 Uhr: Weiter sind drei Personen aus Reutlingen sowie ein Mann aus Engstingen infiziert. Alle vier wurden jedoch durch den Dienst getestet, der im Kreis Reutlingen umherfährt und auf Anfrage Proben nimmt. Alle vier Personen befinden sich – im Gegensatz zum 65-Jährigen – in häuslicher Quarantäne. Die vier weiteren Fälle stehen in keinem Zusammenhang mit dem 65-Jährigen, bei ihnen ist die Infektionskette klar. Sie haben sich bei Infizierten aus dem Kreis Heilbronn angesteckt. Es ist jedoch unklar, ob der 65-Jährige bei seinem Besuch in den Arztpraxen weitere Personen angesteckt hat. Landrat Thomas Reumann nennt es „ärgerlich“, dass der Erstinfizierte zweimal in einem Wartezimmer war. Mögliche Kontaktpersonen sind so nur sehr schwierig ermittelbar.

13.00 Uhr: Nun beginnt die Pressekonferenz im Reutlinger Landratsamt. Es gibt 5 nachgewiesene Fälle im Kreis Reutlingen. Der 65-jährige Grafenberger, der als erster Fall bekannt wurde, saß am vergangenen Freitag noch im Wartezimmer seiner Hausarzt-Praxis. Diese Praxis besuchte er am Montag nochmals. Erst beim zweiten Arztbesuch wurde letztlich der Test entnommen, der positiv war. Der Hausarzt befinde sich nicht in Grafenberg, aber im Kreis Reutlingen. Aktuell wird dort niemand mehr behandelt. Der Plan, den der Kreis Reutlingen hatte, ist damit fehlgeschlagen. Der Grafenberger wurde in der Reutlinger Kreisklinik aufgenommen. Er sei aktuell ohne schwere Symptome.

11.53 Uhr: Bei einem 65-jährigen Mann aus Grafenberg wurde das Coronavirus nachgewiesen. Er ist damit der erste bestätigte Fall im Kreis Reutlingen und soll sich zuletzt in Südtirol aufgehalten haben. Das gab Landrat Thomas Reumann vor wenigen Minuten bekannt. Weitere Informationen soll es bei einer Pressekonferenz um 13 Uhr geben. (dem)

11.37 Uhr: Keine Feier zur Vereidigung: Vor acht Jahren wurde der Neustetter Bürgermeister Gunter Schmid noch mit einem großen Fest in der Remmingsheimer Schulturnhalle für seine damals zweite Amtszeit vereidigt. 250 Gäste waren gekommen, es gab Ansprachen vom Landrat und von Nachbar-Bürgermeistern. Diesmal, für die dritte Amtszeit, wird es deutlich schlichter werden: Schmid soll am Montag, 30. März, den Amtseid für seine dritte Bürgermeister-Periode ablegen – im Rahmen der regulären Gemeinderatssitzung. So hatte es Schmid selbst vorgeschlagen. Am Montagabend allerdings musste er bei diesem Thema vom Ratstisch abrücken, wegen Befangenheit. Die Gemeinderäte hätten Schmids Verpflichtung gerne wieder mit einem Fest gefeiert, berichtete der Bürgermeister nach der Sitzung am Telefon. Doch dann schwenkten sie wegen einem neuen Argument auf die sparsamere Variante um: In Corona-Zeiten wäre ein großes Fest in einer überfüllten Halle nicht zeitgemäß. Die Vereidigung in der normalen Gemeinderatssitzung wird Schmids ehrenamtlicher Stellvertreter Andreas Braun vornehmen.

11.19 Uhr: Gibt es den ersten Fall im Kreis Reutlingen? Gegen 10 Uhr hatte das dortige Landratsamt eine kurzfristige Pressekonferenz um 11.30 Uhr angekündigt (siehe 10.12 Uhr). Nun wurde die PK „aufgrund der weiteren aktuellen Entwicklung“ auf 13 Uhr verschoben.

10.52 Uhr: Weil vermutlich ein Besucher einen Patienten mit dem Coronavirus angesteckt hat, dürfen 30 Ärzte, Pfleger und andere Mitarbeiter der Uniklinik Freiburg vorerst nicht zur Arbeit. Keiner von ihnen sei aber bislang an der Covid-19-Lungenkrankheit erkrankt, teilte ein Sprecher der Klinik am Dienstag mit. (dpa)

Täglich werden viele Menschen in Tübingen auf das Coronavirus getestet. Symbolbild: Ulrich Metz

10.12 Uhr: Der Landkreis Reutlingen hat soeben für 11.30 Uhr zu einer kurzfristig einberaumten Pressekonferenz geladen. Bislang gibt es dort noch keinen bestätigten Covid-19-Fall. 68 begründete Verdachtsfälle waren im Kreis Reutlingen aufgetreten, alle wurden negativ getestet.

9.56 Uhr: Das Stuttgarter Sozialministerium korrigiert sich: Es gebe demnach in Baden-Württemberg aktuell 232 und nicht – wie gestern gemeldet – 234 Fälle. Jeweils aus Neckar-Odenwald-Kreis sowie dem Landkreis Calw habe man fälschlicherweise jeweils einen Fall zu viel gemeldet.

9.50 Uhr: Der TAGBLATT-Infotag „Alles geregelt“ ist vorerst abgesagt. Am 31. März sollte es im Sparkassen Carré Vorträge zu den Themen Betreuung, Erbe, Bestattung und Technologien für Ältere geben. Die Veranstaltung soll – wenn möglich – in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden.

9.23 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn macht klar: Schnell wird das Coronavirus nicht verschwinden. „Es wird auf Monate Einschränkungen des öffentlichen Lebens geben“, sagte der CDU-Politiker. Die Auswirkungen werden deutlich spürbar sein. Deshalb müsse sich die Gesellschaft und jeder Einzelne fragen: Worauf können wir verzichten? Es sei sicher leichter, auf ein Konzert, einen Clubbesuch oder ein Fußballspiel zu verzichten als auf den täglichen Weg zur Arbeit. Wobei auch die Arbeit, wo immer möglich, nach Hause verlagert werden könne. (dpa)

8.20 Uhr: In Zeiten des Coronavirus ist nicht nur die Reise- und Ausgehlaune der Baden-Württemberger im Keller. Hotels und Gaststätten bekommen auch die Absagen von Messen und anderen Veranstaltungen stark zu spüren, warnt Tourismusminister Guido Wolf. (dpa)

7.53 Uhr: Wie verteilen sich die 234 Fälle auf Baden-Württemberg? Das zuständige Stuttgarter Sozialministerium stellt dies anschaulich in einer Karte dar. Der Kreis Heilbronn (26 Fälle), der Main-Tauber-Kreis (24) und der Kreis Esslingen (18) weisen aktuell die meisten Erkrankten auf. In den Kreisen Reutlingen, Freudenstadt, Tuttlingen und Waldshut ist dagegen noch kein einziger Covid-19-Fall aufgetreten.

Die Übersicht der Corona-Fälle in Baden-Württemberg. Stand: 10. März, 7.45 Uhr. Bild: Sozialministerium BW

7.26 Uhr: Im Falle der dritten infizierten Person aus dem Kreis Tübingen dürfte es im Laufe des Tages Hintergründe geben. Vor 13 Tagen hatte es am Tübinger Uniklinikum die Fälle zwei und drei in Baden-Württemberg gegeben – inzwischen sind es 234 im Ländle. Deutschlandweit ist die Zahl der Covid-19-Erkrankten bereits auf über 1200 angestiegen.

7.12 Uhr: Am kommenden Samstag empfängt der TV Rottenburg in der Volleyball-Bundesliga die Netzhoppers Königs-Wusterhausen – ein Spiel mit Endscheidungscharakter um die Playoffs. „Stand jetzt wird noch nichts abgesagt“, sagte TVR-Teammanagerin Lajana Kampf dem TAGBLATT, „aber wir müssen die weitere Entwicklung abwarten.“ Die TVR-Funktionäre wollen jedenfalls entweder vor allen Fans, die kommen wollen, oder ohne in der Tübinger Horn-Halle spielen. Nur einige wenige, beispielsweise die Dauerkartenbesitzerinnen und -besitzer einzulassen, damit die Besucherzahl unter 1000 bleibt, „hätte keinen Sinn“, sagte Kampf. Auch das Gesundheitsamt äußerte sich dazu. (+)

6.59 Uhr: Die Ausbreitung des Virus könnte nun auch für den deutschen Sport große Konsequenzen haben. Zu befürchten sind Geisterspiele und ein Termin-Chaos. Die wichtigsten Fragen und Antworten liefert die Deutsche Presse-Agentur. (dpa)

6.44 Uhr: Seitdem die Schutzmaskenlieferungen aus China ausbleiben, ist der Engpass da, die Apotheken sind leergekauft. Seit über fünf Wochen gebe es eine verstärkte Nachfrage nach Atemschutzmasken, sagt Torben Skov, einer der beiden Geschäftsleiter der Walddorfhäslacher Firma „Moldex“, im Gespräch mit dem TAGBLATT. In den letzten zwei, drei Wochen sei sie noch einmal „stark gestiegen“. Immer mehr Anfragen seien auch von Arztpraxen und von Privatpersonen gekommen. Doch die Walddorfhäslacher liefern nur an die Industrie und den Fachhandel. Das könnte sich jetzt ändern. Denn der Krisenstab der Bundesregierung hat die Ausfuhr von Schutzkleidung und -masken ins Ausland verboten. (+)

6.38 Uhr: Die Urlaubsregion Südtirol wurde in der vergangenen Woche zum Risikogebiet – doch nur wenige Tübinger Schüler müssen deshalb zuhause bleiben. 20 Schüler und zwei Lehrer fehlten etwa an der Tübinger Geschwister-Scholl-Schule.

6.30 Uhr: Guten Morgen zusammen! Gestern Abend vermeldete das Stuttgarter Sozialministerium einen weiteren Fall im Kreis Tübingen. Die Entwicklungen der vergangenen Tage gibt es hier.

Informationen zum Coronavirus

Illustration des Coronavirus (2019-nCoV) des Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Die Fortsätze auf der Oberfläche des Virus erinnern an eine Corona. Bild: Bild: Wikimedia - CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM [Public domain]

Das derzeit grassierende neuartige Coronavirus gehört zur Familie der Coronaviridae, deren Vertreter bei Wirbeltieren verschiedene Erkrankungen hervorrufen. Manche Coronaviren können Artenbarrieren überwinden und mehrere Wirtspezies infizieren.

Beim Menschen sind momentan sieben Coronavirusspezies als Erreger von leichten Erkältungskrankheiten bis hin zu schweren akuten Atemwegssyndromen bekannt (Stand Februar 2020). Neben dem sich aktuell weltweit ausbreitenden Sars-Cov-2 ist auch der Erreger der Sars-Pandemie 2002/2003 Sars-Cov sowie der 2012 aufgetretene Erreger Mers-Cov von Bedeutung.

Sars steht für Severe Acute Respiratory Syndrome (Schweres Akutes Atemwegssyndrom), Mers bedeutet Middle East Respiratory Syndrome (Atemwegssyndrom des Mittleren Ostens).

Der Begriff Corona bezieht sich auf das Erscheinungsbild dieser Viren: Die Fortsätze auf der Virenhülle sehen unter dem Elektronenmikroskop wie ein Strahlenkranz aus, der einer Sonnenkorona ähnelt. Corona kommt aus dem Spanischen und bedeutet Krone.

Die durch das Sars-CoV-2 (Severe-Acute-Respiratory-Syndrome-Coronavirus-2) ausgelöste Erkrankung der Atemwege wurde Covid-19 genannt (Coronavirus-Disease-2019, deutsch: Coronavirus-Krankheit-2019).

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2 gibt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fachliche Informationen zu der neuen Atemwegserkrankung Covid-19 (verursacht durch das Coronavirus Sars-Cov-2) stellt das Robert-Koch-Institut zur Verfügung.

Das Tübinger Landratsamt hat unter der Telefonnummer 07071/207-3600 eine Hotline eingerichtet (täglich, auch am Wochenende, 8 bis 18 Uhr).

Zum Dossier: Alle Corona Live-Blogs

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Erstellt:
11. März 2020, 06:34 Uhr
Aktualisiert:
11. März 2020, 06:34 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. März 2020, 06:34 Uhr

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