Covid-19 in der Region Tübingen

Live-Blog: Tübinger Gesundheitsamt meldet zwei neue Fälle

29.06.2020

Von hz/job

Eine Teststation für Untersuchungen auf eine Covid-19-Erkrankung. Archivbild: Ulmer

Dienstag, 30. Juni

6.00 Uhr: Aus dem „Corona-Live-Blog“ wird „Der Tag in der Region“: Seit Ausbruch der Corona-Pandemie in der Region Tübingen im März 2020 gab es bei tagblatt.de täglich und kostenlos unseren Live-Blog mit aktuellen Meldungen und Links zu wichtigen Artikeln über Covid-19 und den Folgen. Dafür haben wir viel Lob erhalten. Obwohl die Corona-Nachrichtenlage inzwischen deutlich dünner geworden ist, wollen wir den Blog fortführen, jedoch thematisch weiter gefasst: Ab sofort gibt es dort aktuelle Meldungen und Anreißer zu den wichtigsten Geschichten aus der Region Neckar-Alb – nicht nur, aber auch, wenn es um Corona geht. Den Blog gibt es ab 1. Juli unter der Dachzeile Der Tag in der Region auf unserer Homepage www.tagblatt.de.

22.52 Uhr: Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35.705 gestiegen.

21.38 Uhr: Am landesweiten Aktionstag für mehr Coronahilfe für Studierende protestierten am Dienstagnachmittag auf dem Tübinger Holzmarkt etwa 70 Personen auf Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).

21.28 Uhr: Der Gesamtelternbeirat der Betreuungseinrichtungen in Tübingen bietet am Mittwoch um 20 Uhr gemeinsam mit dem Bündnis für gebührenfreie Kitas im Kreis Tübingen eine Videosprechstunde zum Betreuungsangebot in Corona-Zeiten an. „Denn die letzten Wochen und Monate mit Corona waren entbehrungsreich für viele“, heißt es in der Einladung. https://tgbl.de/kitazoom

20.33 Uhr: Der Tübinger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann und die stellvertretende Landesvorsitzende und Stadträtin Dorothea Kliche-Behnke kritisieren die baden-württembergische Strategie für Corona-Tests. „Warum die grün-schwarze Landesregierung gerade bei besonders schutzbedürftigen Personen in der Pflege hinter den Möglichkeiten der Bundesverordnung bleibt, ist uns völlig unbegreiflich“, erklärten sie am Dienstag. Allein im Kreis Tübingen seien Menschen in über 20 Pflegeeinrichtungen besonders gefährdet. Doch vor allem in der Pflege würden Beschäftigte und Bewohner nur unzureichend getestet. Damit bleibe das Land in der Pflege hinter dem Gebotenen zurück. Es sei ein Rätsel, weshalb nur Stichproben genommen werden sollen.

19.54 Uhr: Um die Übertragung von Covid-19 in Haushalten mit Kindern und Jugendlichen zu untersuchen, startet die Tübinger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin gemeinsam mit den drei weiteren baden-württembergischen Universitätsklinika eine neue Studie. Es handelt sich dabei um das Anschlussprojekt der in Baden-Württemberg durchgeführten Studie zur Virusverbreitung bei Kindern. Start der neuen Studie ist im Juli 2020.

17 Uhr: Das Tübinger Landratsamt hat heute zwei neue Coronafälle aus dem Kreis gemeldet. Damit ist die Zahl der laborbestätigten Infektionen zum ersten Mal seit dem 12. Juni wieder gestiegen. Die Zahl der Toten, die am oder mit dem Virus starben, liegt laut Landratsamt weiter unverändert bei 60.

 

 

16.23 Uhr: Der Landkreis Reutlingen meldet auch am heutigen Dienstag keine neuen laborbestätigten Infektionen mit dem Coronavirus. Es bleibt bei insgesamt 1555 Fällen und 88 Menschen, die mit oder am Virus starben.

16 Uhr: Von fünf Schulen mit Coronafällen im Kreis Göppingen sind nach Testung zwei virusfrei. Das Ergebnis für die weiteren Schulen stehe noch aus, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes am Dienstag.

An den fünf Schulen hatten sich jeweils ein Schüler oder eine Schülerin angesteckt. Für Mitschüler und Lehrer wurde Quarantäne angeordnet. Seit Freitag werden überdies von 500 Schülern und Lehrern Abstriche genommen, bei denen ein Kontakt zu den Infizierten möglich gewesen sein könnte.

15.45 Uhr: Nach den massenhaften Drohungen und Beleidigungen auf der Facebook-Seite von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist das Landeskriminalamt (LKA) eingeschaltet worden.

15 Uhr: Die Landesregierung hat begründet, warum sie anders als Bayern keine flächendeckenden, kostenlosen Corona-Tests für die Bürger anbieten wird. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Sozialminister Manne Lucha (beide Grüne) führten am Dienstag die Kosten als Argument an. Außerdem seien Tests für jedermann bei der derzeitigen Infektionslage nicht angebracht.

Lucha erklärte, Baden-Württemberg halte am Grundprinzip der Anlassbezogenheit bei den Tests fest. „Alles andere ist Fischen im Trüben mit einer Halbwertszeit von zwei Tagen. Dann ist die Aussage (eines Tests) schon wieder nichts wert.“

11 Uhr: Die Landesregierung hat sich auf konkrete Corona-Soforthilfen im Volumen von rund 200 Millionen Euro geeinigt. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz bestätigte am Dienstag in Stuttgart, dass die grün-schwarze Haushaltskommission entsprechende Beschlüsse gefasst hat. Sie sehen unter anderem vor, dass die Digitalisierung der Hochschulen mit 40 Millionen Euro vorangebracht werden soll.


9.30 Uhr:
Die Lebenshilfe Tübingen musste ihr Angebot in der Coronakrise drastisch reduzieren. Dabei gab es sehr viele Anfragen.

„Ich bin blind, aber ich sehe mit allen Sinnen“, sagt die 48-jährige Daniela auf einer Terrasse der Lebenshilfe an der Friedrich-Dannenmann-Straße. Sie kam aus Mössingen ins Bildungshaus der Lebenshilfe Tübingen, um dort bei einem Kreativ-Angebot zwei unbeschwerte Stunden mit Gleichgesinnten zu verbringen.

Drei Monate lang waren die Türen des Gebäudes zuvor coronabedingt für Gruppen geschlossen – eine einsame und triste Zeit, finden beim Terrassengespräch auch andere Kunden der Lebenshilfe, die sämtlich eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.

8.22 Uhr: Die Tübinger Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen diejenigen, die Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer nach seinem umstrittenen Interview im Sat1-Frühstücksfernsehen zur Strategie bei der Corona-Bekämpfung mit dem Tod bedroht oder beleidigt haben. Erste Absender sind bereits identifiziert.

7.35 Uhr: Corona krempelt die Arbeitswelt um und die Büroeinrichter stellen sich mit neuen Angeboten darauf ein: Sieger ist dabei eindeutig das Homeoffice.

7.25 Uhr: Das Dettenhäuser Bädle ist wieder geöffnet. Weil der Eintritt ins kleine, aber schmucke Freibad nicht durch ein Online-System geregelt wird, steht am Eingang weit sichtbar eine Ampel. Zeigt sie Rot, sind 200 Badegäste (so viele dürfen auf einmal rein) drin, zeigt sie Grün, hat’s noch Platz.

7.02 Uhr: Jede Zeit hat ihre Embleme, ihre Logos. Über die Mutation des „Atomkraft?, Nein, danke“-Buttons hat sich Kulturredakteur Wilhelm Triebold im Übrigens so seine Gedanken gemacht.

Klare Ansage: Das Virus ist nicht willkommen. Bild: Wilhelm Triebold

6.55 Uhr: Ihr Geschäft sind große Veranstaltungen, deshalb bedrohen die Corona-Beschränkungen die Bilanz der Reutlinger Stadthallengesellschaft. Vergangenes Jahr lief nicht schlecht, doch 2020 wird coronabedingt gravierend schlechter ausfallen: Zwischen dem 13. März und dem 15. Juni sind 44 Veranstaltungen storniert worden, was zu einem Umsatzausfall von rund 376000 Euro geführt hat.

6.50 Uhr: In Bayern soll sich bald jeder auf das Virus testen lassen können, auch ohne konkreten Infektionsverdacht, auf Kosten des Steuerzahlers. Baden-Württemberg will Corona-Tests für jedermann weiterhin weder anbieten noch finanzieren. „Die überwältigende Mehrheit aller namhaften Epidemiologen und Gesundheitsexperten hält nichts von einer flächendeckenden Testung ins Blaue hinein“, sagte eine Sprecherin von Sozialminister Manne Lucha (Grüne).

6.30 Uhr: Guten Morgen aus der Online-Redaktion. Der „Tübinger Feierabend“, mit dem Stadt und Wirte die Menschen nach der langen Zeit der starken Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wieder in die Tübinger Innenstadt locken wollen, ist ein voller Erfolg: Viele kamen, bummelten, kauften. Aber weil vergangene Woche dabei die Abstandsregeln zu wenig eingehalten wurden, treten die Veranstalter nun erstmal auf die Bremse: An diesem Donnerstag soll es keine Live-Musik geben.

Montag, 29. Juni 2020

20.50 Uhr: Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35 630 gestiegen. Das waren 89 mehr als am vergangenen Freitag, wie das Sozialministerium am Montag in Stuttgart mitteilte.

18.37 Uhr: Erneut gibt es keine bestätigte Neuinfektion mit dem neuartigen Coronavirus im Kreis Tübingen. Es bleibt bei den bislang bekannten 1294 Fällen. Auch die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus bleibt unverändert bei 60.

17.50 Uhr: Die nach zahlreichen Drohungen und Beleidigungen geschlossene Facebook-Seite von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist wieder online.

17.09 Uhr: Der Landkreis Reutlingen meldet am Montagnachmittag unverändert 1555 laborbestätigte Corona-Infektionen und 88 Todesfälle in Zusammenhang mit Corona seit Ausbruch der Pandemie. Die Inzidenz der letzten sieben Tage beträgt im Landkreis 1,7 pro 100.000 Einwohner.

15.00 Uhr: Die vollständige Öffnung der Grundschulen und Kitas ist am Montag überschattet worden von Corona-Ausbrüchen an Schulen im Landkreis Göppingen und an einem Brettener Gymnasium. „Das sorgt für Verunsicherung der Kollegen, nachdem das Kultusministerium uns gesagt hat, Kinder hätten eine niedrige Viruslast und seien keine Infektionstreiber“, sagte der Vorsitzende des Lehrerverbandes VBE, Gerhard Brand.

13.01 Uhr: Die Polizei hat in einer Disco in Breisach (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) rund 80 junge Menschen bei einer mutmaßlich illegalen Party erwischt.

12.21 Uhr: Wegen mehrerer Infektionen mit dem Coronavirus an einem Gymnasium in Bretten (Kreis Karlsruhe) fällt dort bis mindestens Mittwoch der Präsenzunterricht aus. Bei drei Schülern und einer Lehrerin wurde das Virus nachgewiesen. Weitere Untersuchungsergebnisse werden am Dienstag erwartet, wie eine Sprecherin der Stadt am Montag erklärte.

9.07 Uhr: Eng ging es zu am Wochenende an manchen Plätzen in der Tübinger Altstadt. Tagblatt-Redakteurin Sabine Lohr macht sich in ihrem Kommentar Gedanken über Außengastronomie und Altstadtabstände.

9.00 Uhr: Nach dem Wochenende meldet der Landkreis Reutlingen einen zusätzlichen Infektionsfall mit Sars-Cov-2. Damit liegt die Zahl der Coronainfektionen seit Ausbruch der Corona-Pandemie im Kreis am Montagmorgen bei 1555. Davon sind rechnerisch 1458 Menschen wieder von Covid-19 genesen. 88 Menschen starben im Kreis Reutlingen an oder mit Corona. Die Inzidenz der letzten sieben Tage beträgt im Kreis Reutlingen 1,7 pro 100.000 Einwohner.

 

In eigener Sache:
Seit der erste Corona-Fall in Tübingen aufgetreten ist, berichtet das Schwäbische Tagblatt täglich in einem Live-Blog über die aktuellen Entwicklungen in der Region. Unsere Arbeit wird nicht wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk über allgemeine Gebühren finanziert, sondern durch unsere zahlenden Abonnenten und Anzeigenkunden. Dennoch bleibt dieses Übersichts-Blog angesichts des großen Informationsbedürfnisses gratis. Wenn Sie unsere Arbeit schätzen, denken Sie bitte darüber nach, sie durch den Abschluss eines Abos zu unterstützen. Das Online-Abo gibt es bereits zu einem Preis von 6,90 Euro im Monat. Außerdem bietet der Verlag SCHWÄBISCHES TAGBLATT ein Zeitungsabonnement (Print oder E-Paper) zum Sonderpreis an.

 

8.53 Uhr: Die Immobilienpreise fallen in Folge der Corona-Pandemie. Was Interessierte über den Urlaubstraum von den eigenen vier Wänden wissen sollten.

8.49 Uhr: Flaute herrscht auch im Handwerk. Industrie- und Handwerksbetriebe in Deutschland stellen sich trotz erster Lichtblicke in der Corona-Krise auf eine längere Durststrecke ein.

7.51 Uhr: Bürobedarfs- und Büromöbelhersteller freuen sich über den Trend zum Homeoffice, den die Corona-Krise ausgelöst hat. Es müsse jedoch auch ein Umdenken in den Köpfen der Führungskräfte stattfinden, sagte Ard-Jen Spijkervet, Chef des Bürobedarfsspezialisten Leitz. „Wir arbeiten immer noch als Wurmfortsatz der Industrialisierung - dieses hierarchische Modell ist das Problem.“

7.41 Uhr: „Ich kann nicht in die Glaskugel schauen, wie sich das Pandemiegeschehen und die Neuinfektionen entwickeln werden. Wenn die Situation in Deutschland so ist wie es heute ist, dann können wir mit guten Konzepten überzeugen“, sagte Florian Kainzinger, der in der Corona-Krise das Hygiene- und Sicherheitskonzept für das Finalturnier der Basketball-Bundesliga maßgeblich mitentwickelt hat, mit Blick auf die nächste Runde.

7.39 Uhr: Kurzarbeit durch die Corona-Krise hat vor allem Regionen mit einem hohen Anteil von Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie sowie Urlaubsgebiete in Deutschland getroffen. Das hat eine Analyse für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung ergeben.

7.36 Uhr: Seit Monaten kämpfen Hoteliers und Wirte mit den Folgen der Corona-Krise. Wegen der Pandemie-Schließungen brachen die Umsätze ein - nun soll es zielgerichtete Hilfe vom Land geben. Am heutigen Montag werden die Details bekannt.

7.33 Uhr: Guten Morgen aus der Online-Redaktion. Die Eltern haben darauf gedrungen: Grundschulen und Kitas sollen von heute an einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen anbieten. Aber von Normalität ist man noch entfernt.

Sonntag. 28. Juni 2020

17.14 Uhr: Mehr als 300 000 Euro soll die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Tübingen (WIT) für die Unterstützung des Einzelhandels, der Gastronomie und der Hotellerie von der Stadt bekommen. Der größte Teil davon sind Zuschüsse zu Mieten des Einzelhandels: Vermieter, die während des Corona-Lockdowns den geschlossenen Geschäften einen Teil der Miete erlassen haben, konnten einen Zuschuss bei der Stadt beantragen und ihn an die Mieter weitergeben. Der Rest der Zuwendung an die WIT sollen in Marketing und Vertrieb bei der Wiedereröffnung der Betriebe fließen. Das geht aus einer Sitzungsvorlage für den Gemeinderat hervor.

15.11 Uhr: Covid-19 galt zunächst vor allem als Lungenkrankheit. Doch was geschieht bei einer schweren Corona-Infektion sonst noch im Körper? Warum sterben manche Patienten daran? Der Tübinger Pathologe Hans Bösmüller, der selbst einer der ersten Corona-Patienten im Land war, hat die Leichen Verstorbener obduziert und berichtet, was er dabei entdeckt hat.

 

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12.40 Uhr: Trotz der Auflagen zur Bekämpfung des Coronavirus haben in Meßkirch im Kreis Sigmaringen etwa 200 Menschen in einer Disco gefeiert. Nach Polizeiangaben vom Sonntag trugen weder die Gäste noch das Personal einen Mund-Nasen-Schutz. Auch der Mindestabstand von 1,50 Meter sei wegen der Enge nicht eingehalten worden. Daher sei die Disco in der Nacht zum Sonntag geräumt worden. Der Betreiber muss mit einer Anzeige rechnen.

Die Landesregierung hat seit Mitte März mehrere Corona-Verordnungen erlassen, um das Virus in den Griff zu bekommen. Bislang hat die Polizei in Baden-Württemberg rund 29.000 Verstöße gegen die Regeln registriert. Nach Angaben des Innenministeriums schritten die Beamten in rund 22.000 Fällen ein, weil sich zu viele Menschen in der Öffentlichkeit trafen. Rund 2000 Mal wurden Verstöße wie Partys und andere unzulässige Privatveranstaltungen angezeigt.

Samstag, 27. Juni 2020

17.01 Uhr: Tübingens OB Boris Palmer findet Bußgelder bei Verstößen gegen die aktuell bei Menschenansammlungen geltenden Corona-Regeln übertrieben. „Ich halte es für vertretbar, sich draußen zu treffen, auch in größeren Gruppen“, schreibt Palmer auf Facebook mit Blick auf die Altstadt. In den vergangenen Tagen war es auf Tübinger Plätzen und in den Gassen teilweise so eng zugegangen, dass an eine Einhaltung der Abstandsregeln kaum noch zu denken war. Palmer bringt stattdessen eine „Pflicht zur Nutzung der Corona-App“ für all diejenigen ins Spiel, die in größeren Ansammlungen dabei sein wollen. „Das wäre gleichwertig zur Pflicht der Bewirtungsbetriebe zur Datenaufnahme und sogar effizienter“, so Palmer. „Wer keine App nutzen will, kann die Regeln streng beachten und solche Ansammlungen meiden oder verlassen.“

10.59 Uhr: Eine Grundschule in Göppingen ist wegen des Coronavirus geschlossen worden. Bei einem Kind, das die Schule besuche, sei eine Infektion mit dem Virus festgestellt worden, teilte ein Sprecher der Stadt Göppingen mit.

9.02 Uhr: Die Corona-Krise verändert auch, was wir von Restaurantbesuchen erwarten. Darauf muss sich jetzt eine ganze Branche einstellen, sagt Experte Jean-Georges Ploner im Interview.

8.42 Uhr: Die Urlaubszeit steht vor der Tür. Wegen der Corona-Pandemie haben viele Arbeitnehmer Erholung in diesem Jahr besonders verdient. Aber wie entspannt man sich am besten?

8.32 Uhr: Drogenmarkt in Corona-Zeiten: Die Fahnder trauten ihren Augen nicht. Die Kokain-Dealer hatten ihr Geschäft exakt wie einen Pizza-Service aufgezogen: Wenn einer der rund 2000 Kunden nach dem Stoff verlangte, rief er einfach im speziellen Callcenter an. Die Boten brachten das Rauschgift dann per Motorrad an die Haustür, zu einem verabredeten Treffpunkt in der Nähe oder bei Bedarf sogar ins Büro – mit dem Versprechen einer „garantierten Lieferung innerhalb von 20 Minuten“. Als die spanische Polizei vor wenigen Tagen die „Kokain-Hotline-Gang“ im Zentrum von Madrid hochnahm, verhaftete sie 28 Tatverdächtige, beschlagnahmte Millionen Euro und 20 Motorräder. Drogen-Experten in Europa sind alarmiert. Denn der neue Absatzweg der Rauschgift-Verbrecher macht sich mit der Corona-Krise zunehmend in ganz Europa breit, auch in Deutschland.

8.15 Uhr: Während große Teile der Welt in den totalen Corona-Lockdown gingen, entschied sich Schweden zu einem anderen Weg. Fast alles blieb erlaubt und geöffnet. Einzig Veranstaltungen wurden begrenzt, bis heute dürfen maximal 50 Menschen zusammenkommen. Dies und ein Besuchsverbot in Altenheimen waren die einzigen Verbote. Stattdessen setzte Schweden auf Freiwilligkeit und Verantwortungsbewusstsein. Leere U-Bahnen, Büros und Stadtteile in Stockholm und Untersuchungen von GPS-Daten zeigten, dass sich die Schweden zumeist an die Empfehlungen hielten.

6.30 Uhr: Regelbetrieb in Pandemie-Zeiten: Von kommendem Montag, 29. Juni, an kehren die Tübinger Kitas und Kindergärten zu einer Betreuung aller Kinder zurück.

6.14 Uhr: Tübinger Stadtverwaltung, Händler und Gastronomen reagieren auf die Menschenansammlungen beim zweiten „Tübinger Feierabend“ am Donnerstag. Das schöne Wetter hatte dazu viele Besucher in die Innenstadt gelockt, die sich nicht immer an alle geltenden Regeln der aktuellen Corona-Verordnung hielten.

Samstagvormittag in der Tübinger Altstadt. Bild: Hans-Jörg Schweizer

„Wir freuen uns sehr, dass die Stadt nach den langen Wochen des Corona-Lockdowns wieder so lebendig war“, wird Bürgermeisterin Dr. Daniela Harsch in einer Pressemitteilung der Stadt Tübingen vom Freitag zitiert. Harsch bittet darum, weiterhin die Abstandsregeln im öffentlichen Raum einzuhalten und größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Diese hatten sich am Donnerstag vor allem dort gebildet, wo es Live-Musik gab.

Die Task Force Handel/Gastro, die den „Tübinger Feierabend“ organisiert, unterstützt den Appell der Stadtverwaltung. „Wir sind in enger Abstimmung mit den Betrieben in und außerhalb der Altstadt. Mit ihnen haben wir nach dem erfolgreichen Auftakt sowohl über das Lärmkonzept gesprochen als auch überlegt, wie wir die Veranstaltungen entzerren können, um größere Ansammlungen zu vermeiden“, so Stephan Braun vom des Handel- und Gewerbeverein (HGV). „Hier wird es in den nächsten Tagen weitere Gespräche mit den Anbietern geben, und auch über die angebotenen Programmpunkte werden wir nochmal sprechen“, wird Thorsten Flink von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WIT) zitiert.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, sei jeder Einzelne gefordert, auf die geltenden Abstands- und Hygieneregeln zu achten. „Wir werden unsere Gastro-Betriebe bitten, zusätzlich darauf zu achten und ihre Gäste darauf anzusprechen, wenn es eng wird“, erklärt Alexander Stagl, Vorsitzender der Vereinigung Tübinger Gastlichkeit (TüGast). Das gelte nicht nur für den Tübinger Feierabend, sondern auch mit Blick aufs bevorstehende Wochenende und die erwarteten lauen Sommerabende, die Menschen ins Freie und in die Stadt locken.

Die aktuelle Corona-Verordnung der Landesregierung schreibt vor, dass bis zum 30. Juni im öffentlichen Raum nur Menschen aus zwei verschiedenen Haushalten oder bis zu 10 Personen in einer Gruppe zusammenkommen dürfen. Vom 1. Juli an wird diese Personenzahl auf 20 erhöht. Weiterhin gilt, dass zu allen anderen Personen immer ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss.

6.06 Uhr: Corona Nach fast vier Monaten begann der Liederkranz Nehren wieder mit seinen Gesangsproben – allerdings im Freien und auf Abstand.

6.00 Uhr: Im Moment gibt es rechnerisch keine akut Sars-Cov-2-Infizierten im Landkreis Tübingen. Das ergibt sich aus der Wochenmeldung des Tübinger Landratsamtes vom Freitag. Demnach haben sich im Kreisgebiet seit Ausbruch der Corona-Pandemie 1294 Menschen angsteckt. Diese Zahl der laborbestätigten Infektionen blieb seit drei Wochen unverändert.

Laut Schätzung des Gesundheitsamtes auf Basis des vom Robert-Koch-Institut bereitgestellten Algorithmus‘ sind mittlerweile bereits 1234 Menschen im Kreis wieder von ihren Covid-19-Erkrankungen genesen (Stand 25. Juni). 60 Menschen im Landkreis starben in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Damit ist derzeit rein rechnerisch kein Kreisbewohner mehr Corona-positiv. Nicht berücksichtigt sind in dieser Abschätzung mögliche weitere Corona-Infektionen, die dem Gesundheitsamt nicht gemeldet wurden – etwa weil die Betroffenen keine oder kaum Symptome hatten und nicht zum Arzt gingen.

Die 1294 Corona-Infektionen seit Anfang März verteilen sich folgendermaßen auf die 3 Städte und 12 Gemeinden im Landkreis Tübingen:

Illustration des Coronavirus (2019-nCoV) des Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Die Fortsätze auf der Oberfläche des Virus erinnern an eine Corona. Bild: Wikimedia - CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM [Public domain]

Erklärung häufiger Begriffe:

Das derzeit grassierende neuartige Coronavirus gehört zur Familie der Coronaviridae, deren Vertreter bei Wirbeltieren verschiedene Erkrankungen hervorrufen. Manche Coronaviren können Artenbarrieren überwinden und mehrere Wirtspezies infizieren.

Beim Menschen sind momentan sieben Coronavirusspezies als Erreger von leichten Erkältungskrankheiten bis hin zu schweren akuten Atemwegssyndromen bekannt (Stand Februar 2020). Neben dem sich aktuell weltweit ausbreitenden Sars-Cov-2 ist auch der Erreger der Sars-Pandemie 2002/2003 Sars-Cov sowie der 2012 aufgetretene Erreger Mers-Cov von Bedeutung.

Sars steht für Severe Acute Respiratory Syndrome (Schweres Akutes Atemwegssyndrom), Mers bedeutet Middle East Respiratory Syndrome (Atemwegssyndrom des Mittleren Ostens).

Der Begriff Corona bezieht sich auf das Erscheinungsbild dieser Viren: Die Fortsätze auf der Virenhülle sehen unter dem Elektronenmikroskop wie ein Strahlenkranz aus, der einer Sonnenkorona ähnelt. Corona kommt aus dem Spanischen und bedeutet Krone.

Die durch das Sars-CoV-2 (Severe-Acute-Respiratory-Syndrome-Coronavirus-2) ausgelöste Erkrankung der Atemwege wurde Covid-19 genannt (Coronavirus-Disease-2019, deutsch: Coronavirus-Krankheit-2019).

Die Reproduktionszahl (R-Wert) wird vom Robert Koch-Institut ermittelt. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden. R 1 bedeutet, dass jeder Infizierte im Durchschnitt eine weitere Person infiziert, bei R 2 werden von jedem Infizierten zwei weitere Menschen angesteckt.

Die 7-Tage-Inzidenz dient seit Anfang Mai in Deutschland als Messzahl für eine Bewertung des Infektionsgeschehens anhand derer entsprechende Kontrollmaßnahmen festgelegt werden. Sie entspricht der Anzahl der in den vergangenen sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner. In Landkreisen mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der vergangenen sieben Tage sollen vom zuständigen Gesundheitsamt in Absprache mit den Landesbehörden beschränkende Maßnahmen gegen den schnellen Anstieg der Infektionsrate ergriffen werden.

Informationsseiten zu Corona

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2 gibt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fachliche Informationen zu der neuen Atemwegserkrankung Covid-19 (verursacht durch das Coronavirus Sars-Cov-2) stellt das Robert-Koch-Institut zur Verfügung.

Informationen zum Coronavirus, zu den Fallzahlen und zu den geltenden Verordnungen zur Eindämmung der Epidemie im Land gibt es beim Sozialministerium Baden-Württemberg.

Das Tübinger Landratsamt hat unter der Telefonnummer 07071/207-3600 eine Hotline eingerichtet: Montag bis Freitag von 10 bis 15 Uhr.

Hilfsangebote

Neben Einkaufshilfen vermittelt die Stadtverwaltung Tübingen Informationen zu sozialen Hilfsangeboten in Tübingen. Das Corona-Telefon ist immer montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr besetzt. Die Telefonnummer lautet 07071/204-1010. Der Hilfsdienst ist auch per E-Mail erreichbar: corona.soziales@tuebingen.de. Viele Informationen und Kontaktdaten von Einkaufs- und Nachbarschaftshilfen gibt es außerdem auf der städtischen Internetseite: www.tuebingen.de/corona-einkaufshilfe

Wer seine Hilfe in der Nachbarschaft anbieten möchte, kann das auch über das Formular tun, das wir - inspiriert vom Berliner Rundfunk - erstellt haben und hier als PDF zum Download anbieten: ausfüllen, ausdrucken und in der Nachbarschaft verteilen für die Menschen, die keinen Internetzugang haben.

Es gibt im Kreis Tübingen viele öffentliche und private Hilfsangebote, aber auch Meldungen über Betrüger, welche die Situation ausnutzen. Fast überall können sich Hilfesuchende deshalb direkt an ihre Gemeinde- oder Stadtverwaltung wenden, wo man den Überblick über lokale Nachbarschaftshilfen und seriöse Angebote von Organisationen und Institutionen hat. Wir haben die Infoseiten zusammengetragen.

Zum Dossier: Alle Corona Live-Blogs

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Erstellt:
29. Juni 2020, 06:30 Uhr
Aktualisiert:
29. Juni 2020, 06:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2020, 06:30 Uhr

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