Covid-19 in der Region Tübingen

Corona: Der Live-Blog vom 17. Mai

Seit Bekanntwerden der ersten Covid-19-Fälle im Kreis Tübingen Ende Februar berichten wir in Live-Blogs über die aktuellen Ereignisse der Coronakrise. Die Corona-Hotline des Gesundheitsamts und viele weitere Informationen zu Covid-19 und Sars-Cov-2 gibt es am Textende.

16.05.2020

Von itz

Symbolbild: Ulmer

Sonntag, 17. Mai

20.34 Uhr: Wir verabschieden uns für heute mit einer Nachricht für die vielen Tennisspielerinnen und -spieler – einer erwartbaren, aber doch traurigen: Der WTB hat die Saison 2020 abgesagt. Das WTB-Präsidium hat am Samstag in einer Videokonferenz beschlossen, „die Punktspielrunde im eigentlichen Sinn abzusagen“, wie es Präsident Stefan Hofherr im Gespräch mit dem TAGBLATT ausdrückt. Die Begründung: „Wir haben mit zahlreichen Vereinen, mit Bezirksräten und mit unseren delegierten Mitgliedern gesprochen. Die haben alle ihre Bedenken zu einer normalen Punktspielrunde geäußert, sodass uns das Risiko wegen der Corona-Krise zu groß erschien“, sagt Hofherr.

19.55 Uhr: Am Sonntag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium vom Landesgesundheitsamt insgesamt weitere 50 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 33.962 an. Davon sind ungefähr 29.900 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,95 angegeben. Die Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 5,0. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg steigt um vier auf insgesamt 1653 an.

19 Uhr: Kinder erkranken sehr viel seltener an Covid-19 als Erwachsene, und sie zeigen deutlich mildere Verläufe. Umso beunruhigender klingt die Nachricht von einem neuartigen entzündlichen Syndrom, das bei Kindern in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus aufgetreten ist. Prof. Inge Krägeloh-Mann, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und bis vor kurzem Ärztliche Direktorin in der Tübinger Kinderklinik, kann besorgte Eltern jedoch beruhigen. In Deutschland sind bisher zehn Fälle aufgetreten, in denen Kinder auf diese Weise erkrankten. In Tübingen und Umgebung bislang noch kein einziger.

Acht Kinder, im gesamten Altersspektrum von ganz klein bis adoleszent, sind bislang in der Tübinger Universitätsklinik wegen Covid-19 behandelt worden. Alle wurden geheilt.

16.46 Uhr: Abstand halten ist beim Friseurbesuch nicht möglich, deswegen müssen die Friseure strenge Hygieneregelungen beachten, seit sie vor zwei Wochen nach sechswöchiger Pause wieder öffnen durften. Wie das in Tübingen funktioniert, das haben drei Tübinger Friseurmeister dem TAGBLATT berichtet. „An die Masken müssen wir uns noch gewöhnen, aber ich bin einfach froh, wieder arbeiten zu dürfen“, sagt etwa Marc Böckle, Inhaber des „Frisurenstudio Böckle“ am Sternplatz, im Gespräch mit dem TAGBLATT.

15.39 Uhr: Auch im Kreis Tübingen gibt es heute keinen großen Anstieg der Fälle. Es kommt nur eine Neu-Infektion hinzu, womit es insgesamt 1273 sind. Es sind auch keine weiteren Todesfälle vermeldet worden.

14.18 Uhr: Wie der Kreis Reutlingen mitteilt, gibt es dort weiterhin 1524 bestätigte Fälle. Damit bleibt es beim selben Stand wie am gestrigen Samstag. Zum ersten Mal seit Beginn der Infektionen im Kreis gibt es somit keinen neuen Fall in Reutlingen.

12.17 Uhr: Zwei junge Männer haben in Herrenberg auf einen Busfahrer eingeschlagen, nachdem sie des Busses verwiesen wurden, weil sie keinen Mundschutz trugen.

 

 

12.15 Uhr: Wer aus einem EU-Land nach Baden-Württemberg einreist, muss ab sofort nicht mehr zwei Wochen in Corona-Quarantäne. Die Landesregierung hat die entsprechende Verordnung gelockert.

11.42 Uhr: Über die Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga gab und gibt es viele Diskussionen. Der TV-Sender „Sky“, der den Großteil der Rechte an den Übertragungen hält, hat sich nun zu den Einschaltquoten am gestrigen Samstag geäußert. Insgesamt 3,68 Millionen Zuschauer verfolgten die fünf Live-Spiele und die Konferenz im bezahlten Fernsehen. Das sind doppelt so viele Zuschauer wie an den Spieltagen vor der Corona-Krise. Zudem sahen 2,45 Millionen Fans die kostenfrei ausgestrahlte Mittagskonferenz, die für alle frei empfangbar auf dem „Sky Sport News“-Sender gezeigt wurde. Der Fußball könne „ein Muster für andere Formen der Normalität sein“, sagte etwa Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) über den Bundesliga-Start am Sonntag im „Doppelpass“ bei „Sport 1“. Insgesamt zeigte sich Söder sehr zufrieden mit der Wiederaufnahme.

11.02 Uhr: Seit 18 Jahren ist der Himmelfahrtstag in Reutlingen gleichbedeutend mit dem Beginn der Gartenmesse „Garden Life“. Doch diesmal fällt die Starthilfe für die Gartensaison nach den Eisheiligen wegen Corona flach – die Veranstaltung ist, wie berichtet, abgesagt. Die nächste Auflage ist nun für 13. bis 16. Mai 2021 vorgesehen.

10.59 Uhr: Das Tübinger „Bürgerprojekt“ ist eine Initiative, die sich kritisch mit dem starken Wachstum der Stadt Tübingen auseinandersetzt. Gegründet wurde sie nach dem erfolgreichen Kampf gegen die Bebauung des Au-Brunnens. Derzeit sammelt das Projekt Ideen und Utopien für die Zeit nach der Corona-Pandemie. „Was soll bleiben? Was muss werden“, lautet die Frage. „Mit der schrittweisen Aufhebung der Beschränkungen“, begründet die Initiative ihren Aufruf, „müssen wir fragen, welchen ,Normalzustand‘ wir eigentlich auf Dauer haben wollen oder auch angesichts der Klimakrise haben können.“

10.10 Uhr: Die Fußballsaison im Amateur-Bereich steht vor dem Abbruch. Der WFV will dieses Szenario durchsetzen. Und der Fußball-Oberligist SSV Reutlingen ist einverstanden: „Wir werden der Empfehlung zustimmen“, sagte SSV-Präsident Karsten Amann im Hinblick auf den Verbandstag. Obwohl auch beim SSV sieben Heimspiele ausfielen, „hat bisher keiner unserer Sponsoren, Dauer- und Vip-Karten-Besitzer Geld zurückverlangt“, so Amann. „Eine tolle Geste, ich hoffe, es bleibt so.“ Allerdings sind die Reutlinger mit den geplanten Entscheidungen im Jugendbereich nicht d’accord. „Wir wehren uns gegen den Nicht-Aufstieg der A- und B-Jugend, die beide in ihren Verbandsstaffeln vorne liegen“, erklärte Amann. (woga)

8.04 Uhr: Das Tübinger Stadtarchiv öffnet seinen Lesesaal wieder für einzelne Besucherinnen und Besucher. Ab Montag ist die Nutzung montags bis donnerstags zwischen 9 und 13 Uhr möglich. Termine müssen mindestens zwei Tage im Voraus vereinbart werden (Telefon 07071 204-1701, E-Mail archiv@tuebingen.de), dann wird ein Zeitfenster für den Besuch reserviert.Zum vereinbarten Termin werden die Besucherinnen und Besucher im Rathaus-Foyer abgeholt, der Zugang erfolgt über den Haupteingang am Marktplatz. Sie müssen Handschuhe und eine Maske tragen, die mitzubringen sind, und überall den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten.

7.50 Uhr: Am Montag dürfen Restaurants unter Auflagen wieder öffnen. „Damit diese Regeln gut umgesetzt werden können, sind wir auf die Mitwirkung unserer Gäste angewiesen“, betont Fritz Engelhardt, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Baden-Württemberg, in einer Pressemitteilung. Der Verband hat auf seiner Homepage ein Merkblatt für Gaststättenbesucher mit den wichtigsten Hinweisen zur Verfügung gestellt: Was Gäste im Restaurant beachten sollten.

7.34 Uhr: Guten Morgen aus der Online-Redaktion! Wir starten mit einem Blick auf die Zahlen. Jedoch nicht auf die regionalen Daten, sondern heute geht es hinaus in die Welt. In Deutschland haben sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 175.752 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. In sieben Nationen gibt es mehr Covid-19-Fälle als hierzulande: Weit vorne liegt die USA (1,467 Millionen Fälle), vor Russland (272.043), Großbritannien (241.461) und Brasilien (233.511). Dann folgen Spanien (230.698), Italien (224.760), Frankreich (179.630) und eben Deutschland. Bei den Zahlen der Genesen liegt Deutschland mit 152.600 Menschen jedoch direkt hinter der USA (268.376), wo die meisten Menschen wieder gesund sind.

Auch bei den Todesfällen liegen die USA inzwischen mit einem traurigen Vorsprung vorne: 88.754 Menschen sind in den Vereinigten Staaten in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Es folgen Großbritannien (34.546), Italien (31.763), Spanien (27.563), Frankreich (27.532), Brasilien (15.662), Belgien (9005) und Deutschland (6937). Die Zahlen wurden zuletzt am heutigen Morgen um 6.30 Uhr aktualisiert.

 

Hilfsangebote:
Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen sollen sich während der Corona-Epidemie besonders gut von anderen isolieren. Um diese Menschen zuhause mit Lebensmitteln oder Medikamenten zu versorgen, gibt es im Kreis Tübingen viele öffentliche und private Hilfsangebote. Es gibt aber auch Meldungen über Betrüger, welche die Situation ausnutzen. Fast überall können sich Hilfesuchende deshalb direkt an ihre Gemeinde- oder Stadtverwaltung wenden, wo man den Überblick über lokale Nachbarschaftshilfen und seriöse Angebote von Organisationen und Institutionen hat. Wir haben die Infoseiten zusammengetragen.

 

Samstag, 16. Mai

19.36 Uhr: Wir verabschieden uns für heute mit einer Empfehlung für die Abendunterhaltung: Ab 20 Uhr geht die virtuelle Gutenachtgeschichte des TAGBLATTs mit Wolfgang Kirschner weiter. Er liest aus zwei Geschichten seines Buchs „Huch, das Leben!“.

19.34 Uhr: Es war eine der Szenen des Bundesliga-Spieltags: Spieler von Hertha BSC Berlin jubelten gemeinsam und lagen sich um den Hals. „Der Torjubel von Spielern ist nicht Bestandteil des medizinisch-organisatorischen Konzepts der „Task Force Sportmedizin / Sonderspielbetrieb“, das am Donnerstag als Anhang in die DFL-Spielordnung aufgenommen wurde“, teilte ein Sprecher der Deutschen Fußball Liga am Samstag mit. „Zum Thema Torjubel wurden in Ergänzung zum Konzept lediglich Hinweise zur Orientierung gegeben - Sanktionen erübrigen sich daher.“

19.29 Uhr: Am Samstag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium vom Landesgesundheitsamt insgesamt weitere 56 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 33.912 an. Davon sind ungefähr 29.754 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,83 angegeben. Die Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 5,0. Durch vier weitere Todesopfer steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 1649 an.

17.36 Uhr: Tausende Menschen haben sich in Stuttgart am Samstag erneut zu einer Demonstration gegen die Coronavirus-Beschränkungen versammelt. Auf dem Cannstatter Wasen waren diesmal allerdings nur 5000 Teilnehmer erlaubt, zahlreiche Menschen kamen deshalb auch außerhalb des ausgewiesenen Geländes zusammen. Die Polizei wies ihnen eine weitere Fläche zu.

17.25 Uhr: Reutlingens OB Thomas Keck hat sich an die Bürgerinnen und Bürger gewandt. Aber nicht alleine. Sondern mit Comedian Dominik „Dodokay“ Kuhn, Christian Wittel von der Einzelhandelsinitiative „RT-aktiv“ und Moritz Neubert von der RGI (Reutlinger Gastro Initiative). Was sie sagten? Hier reinschauen.

16.22 Uhr: Halbzeit in der Fußball-Bundesliga, die als erste europäische Top-Liga den Spielbetrieb wieder aufgenommen hat. „Für mich ist es eines der erfreulichsten Spiele, die ich bis jetzt hatte in der Bundesliga, auch unter eigenartigen Umständen“, sagte Freiburgs Coach Christian Streich am Samstag vor der Partie bei RB Leipzig dem TV-Sender Sky. „So komisch es klingt, ich freue mich total. Weil ich nicht gewusst habe, wann wir wieder spielen können und ob wir überhaupt nochmal in der Saison wieder spielen können“, erklärte Streich.

14.48 Uhr: Die Teilnehmerzahl bei einer in Kürze beginnenden Demonstration gegen die Corona-Regeln in Stuttgart bleibt weiterhin auf 5000 begrenzt. Der Verwaltungsgerichtshof des Landes lehnte am Samstag eine dagegen gerichtete Beschwerde der Veranstalter ab. Die Beschränkung sei kein rechtswidriger Eingriff in die Versammlungsfreiheit des Veranstalters, teilte das Gericht in Mannheim mit.

14.32 Uhr: Baden-Württemberg hat die Corona-Beschränkungen wie angekündigt ein weiteres Stück gelockert. So wird am Montag die Kinderbetreuung ausgeweitet, Fahrgastschiffe dürfen wieder fahren und Bildungseinrichtungen jeglicher Art wieder öffnen, wie das Staatsministerium am Samstag mitteilte. Auch Restaurants, Cafés und Eisdielen dürfen - ebenfalls unter Auflagen - wieder Kunden empfangen. Zuvor hatte das Kabinett die Verordnung beschlossen. Sämtliche Maßnahmen waren bereits angekündigt worden, der offizielle Beschluss der Landesregierung fehlte aber noch.

14.18 Uhr: Auch im Kreis Tübingen sind zwei Neu-Infizierte hinzugekommen, wie das Gesundheitsamt meldet. Damit steigt die Gesamtzahl der laborbestätigten Fälle im Kreis auf 1272. Die Zahl der Genesenen soll am Montag mitgeteilt werden.

14.01 Uhr: Baden-Württemberg bleibt bei den Plänen des Bundes zu einem milliardenschweren Schutzschirm für wegen der Corona-Krise in Not geratene Kommunen erst einmal skeptisch. „Da kommt ein Signal vom Bund an einer wichtigen Stelle, das ist erst einmal gut“, sagte ein Sprecher von Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) am Samstag. Insbesondere beim Thema Altschulden lasse sich aus den bisherigen Informationen aber nicht ablesen, was die Pläne für den Südwesten konkret bedeuteten.

13.56 Uhr: Täglich erscheint in unserem Rottenburger Teil das Corona-Tagebuch, in dem Menschen von ihrem Alltag in schwierigen Zeiten berichten. Heute: Gastronom Tobias Raidt.

 

 

13.54 Uhr: Im zeitweiligen Corona-Hotspot Kupferzell im Hohenlohekreis wollen Forscher des Robert Koch-Instituts (RKI) von kommender Woche an die Verbreitung des Virus untersuchen. Dazu sollen rund 2000 zufällig ausgewählte Erwachsene zur Teilnahme an der Studie „Corona-Monitoring lokal“ eingeladen werden, wie der Landkreis und die Gemeinde am Samstag mitteilten.

13.36 Uhr: Unbekannte sollen in der Nacht auf Samstag drei Lastwagen einer Firma für Veranstaltungstechnik in Stuttgart in Brand gesetzt haben. In den Fahrzeugen hätte die Technik für die am Nachmittag (15.30 Uhr) stattfindende Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen auf dem Cannstatter Wasen transportiert werden sollen, wie ein Polizeisprecher am Morgen sagte.

13.33 Uhr: Der Kreis Reutlingen meldet aktuell 1524 bestätigte Fälle. Das sind zwei mehr als gestern. Über 1300 Menschen sind bereits genesen.

10.19 Uhr: Das Land lockert am Montag die Besuchsverbote in Pflegeheimen. Für viele Menschen bedeutet das: endlich ein Wiedersehen mit den Angehörigen. Für die Einrichtungen ist es eine organisatorische Herausforderung. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) mahnt mit Blick auf die Lockerung zur Vorsicht. „Wir dürfen es nicht riskieren, dass es in den Heimen neue Ausbrüche von Infektionen gibt, die von außen eingetragen werden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

 

Hilfsangebote:
Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen sollen sich während der Corona-Epidemie besonders gut von anderen isolieren. Um diese Menschen zuhause mit Lebensmitteln oder Medikamenten zu versorgen, gibt es im Kreis Tübingen viele öffentliche und private Hilfsangebote. Es gibt aber auch Meldungen über Betrüger, welche die Situation ausnutzen. Fast überall können sich Hilfesuchende deshalb direkt an ihre Gemeinde- oder Stadtverwaltung wenden, wo man den Überblick über lokale Nachbarschaftshilfen und seriöse Angebote von Organisationen und Institutionen hat. Wir haben die Infoseiten zusammengetragen.

 

9.50 Uhr: Der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen warnt davor, die Protestierenden in der Corona-Krise pauschal auszugrenzen, sie als „Spinner“, „Paranoiker“ und „Hysteriker“ abzutun. Dies trage nur zur Verhärtung der Fronten bei, sagte Pörksen der Deutschen Presse-Agentur. Selbstverständlich gebe es Antisemiten und Rechtsradikale, von denen man sich klar abgrenzen müsse. Hier dürfe es keine falsche Toleranz geben. Aber die Vielschichtigkeit der Proteste enthalte eigentlich einen „Aufruf zum differenzierten Diskurs“.

9.36 Uhr: Deutschland, Österreich und die Schweiz lockern kurzfristig die Beschränkungen im grenzüberschreitenden Verkehr. Bereits ab dem heutigen Samstag ist die wechselseitige Einreise für Personen wieder möglich, die Lebenspartner oder Verwandte besuchen oder an wichtigen Familienanlässen teilnehmen wollen. Dies teilte das Bundesinnenministerium in Berlin am Freitagabend mit.

9.15 Uhr: „Wer soll das verstehen? Wenn sich heute mehr als zwei Hausstände im Freien treffen, riskieren sie ein saftiges Bußgeld. In zwei Wochen aber könnten in Baden-Württemberg schon wieder Feste mit bis zu 100 Personen gefeiert werden. Ähnlich verfährt Rheinland-Pfalz. Danach soll relativ zügig die schrittweise Zulassung von Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern folgen. Was für ein Leichtsinn.“ So beginnt der Kommentar von SWP-Redakteurin Antje Berg zu den geplanten Lockerungen der Corona-Auflagen.

 

In eigener Sache:
Seit der erste Corona-Fall in Tübingen aufgetreten ist, berichtet das Schwäbische Tagblatt täglich in einem Live-Blog über die aktuellen Entwicklungen in der Region. Unsere Arbeit wird nicht wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk über allgemeine Gebühren finanziert, sondern durch unsere zahlenden Abonnenten und Anzeigenkunden. Dennoch bleibt dieses Übersichts-Blog angesichts des großen Informationsbedürfnisses gratis. Wenn Sie unsere Arbeit schätzen, denken Sie bitte darüber nach, sie durch den Abschluss eines Abos zu unterstützen. Das Online-Abo gibt es bereits zu einem Preis von 6,90 Euro im Monat. Außerdem bietet der Verlag SCHWÄBISCHES TAGBLATT ein Zeitungsabonnement (Print oder E-Paper) zum Sonderpreis an.

 

9 Uhr: Corona macht’s möglich: Zum ersten Mal tagte das Tübinger Kommunalparlament in Form einer Videokonferenz. Nach anfänglichen Schwierigkeiten klappte das gut. So konnte, wer wollte, von zuhause aus die Sitzung verfolgen. Das wollten viele: In der ersten Stunde von 17 bis 18 Uhr sogar so viele, dass die gebuchte Kapazität von 500 zeitgleichen Abrufen nicht ausreichte. OB Boris Palmer sagte, 800 Abrufe hätten 100 Euro mehr gekostet, dass er sie nicht gebucht habe, sei ein Fehler.

8.40 Uhr: Zu den Bregenzer Festspielen zieht es Jahr für Jahr auch viele Menschen aus der Region an den Bodensee. Eigentlich sollten die Bregenzer Festspiele vom 22. Juli bis zum 23. August stattfinden. Im zweiten Sommer sollte auf der Seebühne Giuseppe Verdis Oper „Rigoletto“ in der spektakulären Inszenierung von Philipp Stölzl gespielt werden – 180 000 Menschen hatten die Aufführung im vergangenen Jahr gesehen. Jetzt waren 203 000 Karten aufgelegt worden. Jetzt wurden die Festspiele aber abgesagt.

8.11 Uhr: Bargeldloses Bezahlen liegt schon lange im Trend. Wegen der Corona-Pandemie wurde dieser nochmal beschleunigt, weil manche Händler kein Bargeld mehr akzeptieren. Doch für Verbraucher kann das Bezahlen mit der EC-Karte schnell zur Kostenfalle werden. Zumindest dann, wenn sie eine günstige Girokonto-Variante bei einer Bank haben, die für die Zahlungen Gebühren verlangt. Und das ist fast die Hälfte der Institute in Deutschland, wie eine Auswertung des Vergleichsportals Biallo ergab. Von 820 untersuchten Banken verlangen 401 Gebühren. In Baden-Württemberg sind es sogar 62 der 121 Institute.

7.45 Uhr: Tricks auf Tuchfühlung mit dem Publikum sind momentan Illusion. Magier Julius Frack fürchtet um die Existenz. Jetzt arbeitet er an einer Auto-Zaubershow. TAGBLATT-Redakteurin Christine Laudenbach besuchte ihn im Kusterdinger „Studio 1“.

7.24 Uhr: In unserem gestrigen Blog berichteten wir über Kita-Gebühren und die Notbetreuung. Ab Mai verzichtet die Stadt Tübingen auf die Kitagebühren derjenigen Eltern, die ihre Kinder aufgrund der geltenden Corona-Verordnungen derzeit nicht in einer städtischen oder freien Kita betreuen lassen können. Wir schrieben, dass es bereits im März und April eine Gebührenbefreiung gab. Das war nicht korrekt: Das trifft nur auf den April zu. Bitte entschuldigen Sie den Fehler!

7.10 Uhr: In der Corona-Pandemie fordert die SPD einen Schutzschirm für die Kommunen. In einem Beschluss, der der „Südwest Presse“ vorliegt, schlagen die Landtagsfraktion und die Südwest-Abgeordneten der Bundestagsfraktion Hilfen in Höhe von mindesten 2,5 Milliarden Euro vor. In einem Brandbrief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fordern 32 SPD-Oberbürgermeister und Bürgermeister parallel dazu „einen Schutzschirm in Höhe von mindestens 2,5 Mrd. Euro für die Kommunen in Baden-Württemberg“. Der Bund solle sich daran beteiligen.

6.31 Uhr: Einen Online-Gottesdienst aus der Tübinger Eberhardskirche sendet das Regionalfernsehen RTF.1 am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag (jeweils 11 Uhr). Pfarrer Harry Waßmann predigt zum Vaterunser. Die musikalische Verkündigung gestalten Mechtild Spaett (Gesang), Christof Schmidt (Posaune) und Hans-Martin Widmann (Orgel). Lesungen und Gebete spricht Kirchengemeinderätin Andrea Hardwiger. Die Gottesdienste sind danach auch auf der Homepage des evangelischen Kirchenbezirks Tübingen und der Eberhardsgemeinde abrufbar.

Der Eingangsbereich der Medizinischen Klinik in Tübingen. Archivbild: Moritz Hagemann

6.24 Uhr: Im heutigen „Übrigens“ schreibt TAGBLATT-Chefredakteur Gernot Stegert über die Corona-Gesellschaft: „Jeder bestimmt mit über die gemeinsame Wirklichkeit.“ Er schreibt etwa: „Der Staat lebt von seinen Bürger und Bürgerinnen. Ob er noch einmal in eine Patriarchenrolle zurückfällt, liegt an allen. Nur wer sich freiwillig diszipliniert, erhält seine Freiheit. Die Verantwortlichen im Tübinger Rathaus und Landratsamt, beim DRK und in den Kliniken haben mit ihrem gemeinsamen Appell vom Wochenbeginn recht: „Eigenverantwortung ist das Gebot der Stunde.“ Sonst gibt es nie eine Wirklichkeit nach Corona.“

6.19 Uhr: Um rund 28 Prozent ist die Anzahl der Blutspender seit Beginn der Coronakrise in Tübingen zurückgegangen. Diese Zahl nannte Prof. Tamam Bakchoul, Medizinischer Geschäftsführer des Zentrums für Klinische Transfusionsmedizin. „Aber es musste, anders als in Hessen, immerhin noch keine Operation verschoben werden.“ Was wohl auch daran liegt, dass die Tübinger Kliniken momentan erst nach und nach wieder ihren Betrieb hochfahren. Wer gesund und fit ist, könne nach wie vor Blut spenden, sagt Bakchoul. Selbst symptomfreie Covid-19-Infektionen würden, zumindest für den Blutempfänger, kein Risiko bedeuten, denn: „Bisher gibt es keine wissenschaftliche Grundlage für die Annahme, dass Sars-CoV-2 durch Blutprodukte oder Plasmaderivate übertragen werden kann“, sagt Bakchoul.

6.12 Uhr: Guten Morgen aus der Online-Redaktion! Starten wir den Tag mit den aktuellen Zahlen des Tübinger Uniklinikums. Nach UKT-Angaben werden dort aktuell (Stand: gestern) 21 mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt, davon 13 auf der Intensivstation. Zum Vergleich: Einen Monat zuvor (15. April) waren noch 50 Infizierte in Behandlung (23 auf der Intensivstation).

 

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Illustration des Coronavirus (2019-nCoV) des Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Die Fortsätze auf der Oberfläche des Virus erinnern an eine Corona. Bild: Wikimedia - CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM [Public domain]

Das derzeit grassierende neuartige Coronavirus gehört zur Familie der Coronaviridae, deren Vertreter bei Wirbeltieren verschiedene Erkrankungen hervorrufen. Manche Coronaviren können Artenbarrieren überwinden und mehrere Wirtspezies infizieren.

Beim Menschen sind momentan sieben Coronavirusspezies als Erreger von leichten Erkältungskrankheiten bis hin zu schweren akuten Atemwegssyndromen bekannt (Stand Februar 2020). Neben dem sich aktuell weltweit ausbreitenden Sars-Cov-2 ist auch der Erreger der Sars-Pandemie 2002/2003 Sars-Cov sowie der 2012 aufgetretene Erreger Mers-Cov von Bedeutung.

Sars steht für Severe Acute Respiratory Syndrome (Schweres Akutes Atemwegssyndrom), Mers bedeutet Middle East Respiratory Syndrome (Atemwegssyndrom des Mittleren Ostens).

Der Begriff Corona bezieht sich auf das Erscheinungsbild dieser Viren: Die Fortsätze auf der Virenhülle sehen unter dem Elektronenmikroskop wie ein Strahlenkranz aus, der einer Sonnenkorona ähnelt. Corona kommt aus dem Spanischen und bedeutet Krone.

Die durch das Sars-CoV-2 (Severe-Acute-Respiratory-Syndrome-Coronavirus-2) ausgelöste Erkrankung der Atemwege wurde Covid-19 genannt (Coronavirus-Disease-2019, deutsch: Coronavirus-Krankheit-2019).

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2 gibt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fachliche Informationen zu der neuen Atemwegserkrankung Covid-19 (verursacht durch das Coronavirus Sars-Cov-2) stellt das Robert-Koch-Institut zur Verfügung.

Informationen zum Coronavirus, zu den Fallzahlen und zu den geltenden Verordnungen zur Eindämmung der Epidemie im Land gibt es beim Sozialministerium Baden-Württemberg.

Das Tübinger Landratsamt hat unter der Telefonnummer 07071/207-3600 eine Hotline eingerichtet: Montag bis Freitag von 10 bis 15 Uhr.

Neben Einkaufshilfen vermittelt die Stadtverwaltung Tübingen Informationen zu sozialen Hilfsangeboten in Tübingen. Das Corona-Telefon ist immer montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr besetzt. Die Telefonnummer lautet 07071/204-1010. Der Hilfsdienst ist auch per E-Mail erreichbar: corona.soziales@tuebingen.de. Viele Informationen und Kontaktdaten von Einkaufs- und Nachbarschaftshilfen gibt es außerdem auf der städtischen Internetseite: www.tuebingen.de/corona-einkaufshilfe

Wer seine Hilfe in der Nachbarschaft anbieten möchte, kann das auch über das Formular tun, das wir - inspiriert vom Berliner Rundfunk - erstellt haben und hier als PDF zum Download anbieten: ausfüllen, ausdrucken und in der Nachbarschaft verteilen für die Menschen, die keinen Internetzugang haben.

Zum Dossier: Alle Corona Live-Blogs

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Erstellt:
16. Mai 2020, 06:30 Uhr
Aktualisiert:
16. Mai 2020, 06:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2020, 06:30 Uhr

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