Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Kino

Lippenstift macht böse

Stuttgarter Forscher wollen wissen, wie virtuelle Menschen aussehen müssen, damit wir uns mit ihnen identifizieren.

15.08.2017

Von DPA

Am Computer generierte Gesichter, die mit „Face-Maker“ erstellt worden sind. Foto: dpa

Stuttgart. Stuttgart. Markante Wagenknochen, blasse Haut, knallroter Lippenstift – wer am Computer für Computerspiele, Animationsfilme, Apps und Virtual-Reality-Anwendungen einen weiblichen Schurken erschafft, kommt dabei meist der exzentrischen Cruella De Vil aus Disneys „101 Dalmatiner“ nah. Kein Wunder, sagen Forscher der Uni Stuttgart, die sich mit der Wirkung virtueller Charaktere befassen. Die Menschen hätten eine sehr genaue Vorstellung davon, wie ein Held, ein Schurke oder eine unheimliche Figur in der digitalen Welt auszusehen hat, ergaben Untersuchungen eines Teams um Professor Niels Henze.

Die bestätigen etwa das Phänomen des „Uncanny Valley“ („Unheimliches Tal“), dass Figuren, die realistisch wirken, aber nicht vollkommen menschlich, als abstoßend empfunden werden. Um vom Nutzer angenommen zu werden, kann also eine bewusst abstrakte Darstellung besser sein als eine fast perfekt realistische.

Große Augen, hohe Stirn – Trickfilm-Merkmale, mit denen die Wirkung von Gesichtern beeinflusst wird, funktionieren weltweit, sagt Volker Helzle vom Animationsinstitut der Filmakademie Baden-Württemberg. „Ein trauriges Gesicht kann jeder lesen.“ Realistische Darstellungen seien oft noch nicht sehr überzeugend, auch wenn der Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ mit dem alternden Brad Pitt schon 2008 Maßstäbe setzte.

Wie man Gesichter empfindet, versuchen die Forscher mittels Elektroenzephalografie (EEG) zu erfahren. Dabei wird die elektrische Aktivität des Gehirns von Probanden gemessen, während sie virtuelle Gesichter anschauen. Zudem gibt es den „Face-Maker“ im Internet, wo schon 800 Teilnehmer einer Studie virtuelle Gesichter erstellten .

Glatte, makellose Haut scheint den Teilnehmern besonders wichtig. Der typisch männliche Bösewicht hat dichte Augenbrauen und einen kräftigen Kiefer . Als abstoßend werden unnatürliche Proportionen empfunden, Abweichungen vom Durchschnitt. Auch Haargestaltungen sind Henze zufolge „sehr wichtig für die Wahrnehmung und Gestaltung des übrigen Gesichts“. dpa

Zum Artikel

Erstellt:
15. August 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
15. August 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. August 2017, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+