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Linke Gewalt gegen Spekulanten?
Ausgebrannter Bagger in München. Foto: Patrick Guyton
Gentrifizierung

Linke Gewalt gegen Spekulanten?

In München mehren sich Anschläge gegen die Makler- und Immobilienbranche.

05.02.2018
  • PATRICK GUYTON

München. Von dem Caterpillar-Bagger am Münchner Viehhof ist nicht viel geblieben. Schwarz verrußt steht die große Maschine an der Baugrube. Bis 2021 soll hier im Schlachthofviertel der Neubau des Münchner Volkstheaters fertig sein, geplant sind auch 450 neue Wohnungen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Der Schaden: 100 000 Euro.

Gut möglich, dass mit dem Anzünden des Baggers gegen die neue geplante Nutzung des Areals protestiert wird. Die Aktion passt in eine Serie von Brandanschlägen und Sachbeschädigungen der vergangenen Jahre, die seit Mitte 2017 deutlich an Fahrt aufgenommen hat. Stets richtete es sich gegen Vertreter der Makler-, Immobilien- und Baubranche – also gegen jene, die verantwortlich gemacht werden für die Gentrifizierung an der Isar, die gigantischen Wohnungspreise, die Vertreibung der alteingesessenen und einkommensschwächeren Bevölkerung aus der Stadt.

Ein Sprecher des bayerischen Verfassungsschutzes antwortet auf die Frage, ob sich eine linksextremistische Gewaltserie erkennen lässt: „Ja, das kann man schon sagen.“ Vertreter der Immobilienbranche seien Feindbilder und Ziele von Agitation, Sachbeschädigung und Attacken.

Nun ist München nicht dafür bekannt, eine größere gewaltbereite links-autonome Szene zu besitzen – im Gegensatz zu Berlin oder Hamburg. Doch gibt es in jüngster Zeit auffallend viele Anschläge. Ein politisches Motiv lässt sich aber beim Viehhof nur schwerlich erkennen – das Volkstheater ist eine städtische Bühne, und die neuen Wohnungen werden allesamt von der Stadt selbst errichtet und sollen gerade keine unbezahlbaren Behausungen darstellen.

Ganz im Gegensatz zu Luxus-Bauprojekten wie etwa der Erhardtstraße 10 direkt an der Isar, die in München zu vielfacher, aber wirkungsloser Kritik führen. Das einstige Nachkriegsgebäude war von einer Immobilienfirma aufgekauft und die verbliebenen Mieter heraus getrieben worden. Der Neubau soll laut Werbung ein „qualitativ äußerst hochwertiges Ensemble“ werden, eine Zwei-Zimmer-Wohnung gibt es ab 840 000 Euro, vier Zimmer liegen bei Minimum 1,68 Millionen. Objekte dieser Art entstehen in München zu vielen Dutzenden. 

Täter der Brandserie wurden bisher nicht ermittelt. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass sich die Szene „weiter in diesem Themenfeld aktiv zeigen wird“.

Patrick Guyton

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05.02.2018, 06:00 Uhr
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