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Literatur

Liebe und Hass, Armut und Aufstieg

Elena Ferrantes dritter Roman um die ambivalente Beziehung von Elena und Lina ist auf Deutsch erschienen.

20.09.2017
  • DPA

Rom. Plötzlich steht er mitten im Publikum, Elenas große Liebe und der Verflossene ihrer besten Freundin Lina. Als Retter in Not taucht Nino Sarratore bei ihrer ersten öffentlichen Lesung auf, als Elena von einem Kritiker niedergemacht wird. Fans der Neapel-Tetralogie von Elena Ferrante werden sich an die letzte Szene des zweiten Teils erinnern, wenn sie den gerade auf Deutsch erschienen dritten Band „Die Geschichte der getrennten Wege“ zu lesen beginnen.

Nino ist nur eine Figur von vielen, die die Freundinnen verbindet, konfliktreich wie eh und je. Figuren, Orte, die Gleichzeitigkeit von Liebe und Hass, Gewalt und Zuneigung, Armut und Aufstieg ziehen sich auch durch den dritten Band.

Der Band knüpft aus der Perspektive der Ich-Erzählerin Elena dort an, wo sie im Vorgängerband aufgehört hat. In Jugendjahren war es Lina, die in eine unglückliche Ehe geriet und deren junge Mutterschaft an ihr zehrte. Jetzt entwickeln sich die Dinge zwischen Elena und dem intellektuellen, aber weder attraktiven noch emphatischen Pietro nicht zum Guten. Elena, mit einem Roman erfolgreich gerät in eine Lebenskrise, ringt mit ihrer Rolle als Mutter und bringt kein überzeugendes zweites Buch zustande. Lina dagegen kommt zu Erfolg.

Die Zeit von Terror und Protest

Auf 540 Seiten führt Ferrante durch die Höhen und Tiefen und die Ambivalenz der Beziehung zwischen den Frauen. Es ist ein Auf und Ab und Hin und Her, ein Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz. Damit erfüllt Ferrante die Erwartungen ihrer Leser, läuft aber Gefahr, dass sich das Muster abnutzt. Für Überraschung sorgt es nach zwei Bänden nicht mehr.

Spannend macht das Buch die Zeit, in der die Autorin die Frauen verortet, die konfliktreichen Jahren zwischen 1968 und 1976 in Italien, geprägt von Demonstrationen, Terror und den Auseinandersetzungen zwischen Faschisten und Kommunisten. Unter den Opfern tödlicher Gewalt sind Bekannte der beiden Frauen.

Eine weitere Stärke: Trotz getrennter Wege lässt Ferrante durch Rückblenden, die sich durch Gespräche der Freundinnen ergeben, den Leser auch unmittelbar an den Erlebnissen von Lina teilhaben.

2018 soll die Romanserie verfilmt werden. Vielleicht wird bis dahin bekannt, wer sich hinter dem Pseudonym Elena Ferrante versteckt. dpa

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20.09.2017, 06:00 Uhr
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