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Eine Trasse abseits des Tales

Lichtensteingau des Albvereins mischt sich in die Diskussion um den Albaufstieg ein

Wohin mit dem Verkehr im oberen Echaztal, wenn der Scheibengipfeltunnel fertig ist? Jetzt hat auch der Albverein eine Variante für den Albaufstieg ins Spiel gebracht: durchs Lippental unterm Won zur L 230 am Greuthau vorbei und dann in einem Bogen um Engstingen herum.

04.06.2010

Von Bernd Ulrich Steinhilber

Günther Hecht

Kreis Reutlingen. Die Linienführung erinnert ein wenig an den Vorschlag, den Klaus Beck vom Förderverein Bahnhof Honau und der Lichtensteiner Gemeinderat Günther Frick im Herbst vergangenen Jahres machten. Ihre „Sättele-Variante? genannte Trasse führt abseits des engen Echaztals den Verkehr durchs Lippental und durch einen Tunnel über die Stuhlsteige zur L 230 auf die Alb. Die am Mittwoch vom Lichtensteingau-Vorsitzenden Thomas Keck und Ehrenvorsitzendem Günther Hecht bei einem Pressegespräch vorgestellte Trasse sieht im Detail dann aber doch sehr anders aus und hat mit der „Sättele-Variante? lediglich die Umfahrung des Echaztales gemeinsam. Tatsächlich handelt es sich um eine überarbeitete Version eines von Hecht schon im März 1990 gemachten Vorschlags zur Straßenführung und soll nicht mehr und nicht weniger als ein Diskussionsvorschlag sein. Inzwischen dürfte er auch dem Regierungspräsidium und dem Reutlinger Landratsamt sowie den Rathäusern der betroffenen Gemeinden vorliegen.

Durchs Lippental hoch und unter dem Won

Der vom Lichtensteingau des Schwäbischen Albvereins favorisierte Albaufstieg zweigt von der Pfullinger Ortsumfahrung ab, führt durch das Lippental und klettert im Tunnel die Alb hinauf. Beim Sättele im oberen Reißenbachtal verläuft er überdacht weiter und dann in einem weiteren Tunnel unter dem Won hindurch bis zum Rössleshart. Westlich der Nebelhöhle führt die Trasse zur L 230 bei Genkingen und von dort auf die bestehende Straße am Lichtenstein vorbei in östliche Richtung. Nach dem Naturschutzgebiet Greuthau zweigt sie Richtung Süden ab und schlägt dann einen Bogen um Engstingen herum auf die Bundesstraße 312.

Dem Lichtensteingau gehe es um die Belange von Mensch und Natur, sagte Keck beim Pressegespräch. „Die Diskussion gewinnt mit dem Bau des Scheibengipfeltunnels an Dynamik. Sie darf nicht am ältesten Naturschutzverband vorbeigehen.? Man sehe es geradezu als seine Pflicht an, sich einzumischen. Für den langjährigen Gauvorstand Günther Hecht steht der Naturschutz an erster Stelle. Die vom Lichtensteingau vorgeschlagene Trasse schone das sensible Echaztal und damit ein Tuffsteingebiet, das für die Wasserversorgung von Lichtenstein, Pfullingen und Reutlingen unersetzbar sei. Außerdem blieben der Hang beim Lichtenstein und die Nebelhöhle von Eingriffen verschont.

Sechs Kilometer auf vorhandenen Straßen

Auch der Bau, glaubt Hecht, dürfte keine allzu großen technischen Probleme bereiten. Der Abraum aus dem Tunnel könnte am unteren Teil des Aufstiegs für die Rampe benutzt werden und dazu, den Steinbruch oben bei Genkingen aufzufüllen. Aber auch verkehrstechnisch wäre die Trasse aus Sicht des Albvereins von Vorteil: Die Gemeinden Lichtenstein und Kleinengstingen hätten den Durchgangsverkehr los. Die B 313 von Sigmaringen her wäre direkt an die Umfahrung angeschlossen, Die Gemeinde Sonnenbühl bekäme eine direkten Verbindung in Richtung Stuttgart. Zwar wäre die Variante um rund drei Kilometer länger als die vom Regierungspräsidium immer noch favorisierte Deckeltrasse durch Lichtenstein hindurch, allerdings könnte sie über eine Länge von sechs Kilometern auf bereits vorhandenen Straßen geführt werden.

Weitere Vorteile: Die geplante Regionalstadtbahn ließe sich auf der alten Trasse durchs Echaztal realisieren. Die Honauer Steige wäre vom Lkw-Verkehr befreit und ein attraktiveres Ziel Touristen.

Der Lichtensteiner Gemeinderat hat sich 1998 gegen die „Echaztal-Trasse? ausgesprochen, die vom Regierungspräsidium zur Grundlage für weitere Planungen erklärt wurde. Offiziell besteht Lichtenstein immer noch auf eine Variante, die in einem auslaufenden Bogen von der Pfullinger Umfahrung abzweigt und durch den Urselhochberg hinter Holzelfingen auf die Alb führt. Dazu nötig wären 4,6 Kilometer Tunnel und eine Brücke übers Zellertal. Archivbilder: Metz

Mit seinem Trassenvorschlag will der Schwäbische Albverein das Trinkwassergebiet im Echaztal schonen. Grafik: Albverein

Thomas Keck

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Erstellt:
4. Juni 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
4. Juni 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Juni 2010, 12:00 Uhr

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