Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Ausstellung

Leuchtfest im plüschigen Hotelzimmer

Mit Hilfe seiner Lichtschlangen vertreibt Daniel Hausig im Ritter-Museum schnell jede Alltagstristesse.

17.10.2019

Von BURKHARD MEIER-GROLMAN

Lichtschlange im Wintergarten. Foto: Gerda Meier-Grolman

Waldenbuch. Große Überraschung im Ritter-Museum: Von der Kunstsammlerin Marli Hoppe-Ritter kann man nicht erwarten, dass sie über ihren eigenen Schatten springt und abseits der geometrischen Künste Purzelbäume schlägt. Natürlich werden auch jetzt im Obergeschoss des Waldenbucher Museums getreu dem Werbespruch der Schokoladen-Manufaktur „Quadratisch. Praktisch. Gut“ Sammlungsstücke ungarischer Provenienz von Imre Bak über Dora Maurer bis Istvan Nadler an die Wände gezaubert, Kunstobjekte, die nahezu alle mit den Verheißungen des Konstruktivismus und mit denen der Konkreten Kunst liebäugeln.

Aber unten im Foyer lässt Marli Hoppe-Ritter den 1959 in Kreuzlingen in der Schweiz geborenen Daniel Hausig ganz andere Töne anschlagen. Der Professor für Licht und Intermedia an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken packt, wenn er eine Reise tut, einen ziemlich langen Lichtschlauch in seinen Rollkoffer. In Australien oder sonstwo auf diesem Planeten sucht sich Hausig dann eine ihm besonders ins Auge stechende Ecke aus. Dort wird der Lichtschlauch dann ausgelegt, das Leuchtmittel bekommt seinen Strom und voilà, wir haben eine wunderbar illuminierte Szenerie.

Hausigs Lichtgirlande beleuchtet dann etwa vergitterte Müllplätze, angejahrte Bauruinen, bröckelnde Häuserfassaden oder pflanzenüberwucherte Hinterhöfe. Das schönste Lichtfest feiert Hausig aber, wenn er sich beispielsweise ein plüschiges Hotelzimmer gehobener Kategorie vornimmt und wenn er seine Lichterkette dort ausgerechnet auf dem breiten Queensbett kringeln lässt. So kann einem solchen Interieur schnell die ihm normalerweise innewohnende Anonymität und Trostlosigkeit genommen werden. Und der Besucher hat die Gewißheit, dass die Kunst doch ab und an durchaus in der Lage ist, unserem meist grauen Alltag neue optimistisch stimmende Facetten abzugewinnen.

Burkhard Meier-Grolman

Info „Szene Ungarn“ und „Daniel Hausig – Dynamic Light“ bis 19. April 2020 im Museum Ritter in Waldenbuch. Di-So 11-18 Uhr: www.museum-ritter.de

Zum Artikel

Erstellt:
17. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Aus diesem Ressort

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+