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Düster erblühend

Letztes Sommerkonzert in Bebenhausen mit der Camerata Bohemica

Ein Stück, das nach einer Totenblume benannt ist, und das Violinkonzert eines 13-jährigen Komponisten: Die Camerata Bohemica Prag und Solist Boris Brovtsyn beendeten die Sommerkonzert-Reihe.

06.08.2012

Bebenhausen. Mit sanftem Aufstrich eröffneten die jungen tschechischen Musiker der Camerata Bohemica Prag am Samstagabend ihr Programm. Das vorab bereits ausverkaufte Konzert war das achte und zugleich letzte in der Sommerkonzert-Reihe im Kloster Bebenhausen.

Während das Abendlicht vielfarbig durch die hohen Fenster des Sommerrefektoriums fiel, da warf auch Giacomo Puccinis „Crisantemi“ irisierende Schatten. Nicht ohne Grund hatte Puccini sein Werk nach der Blume benannt: In Italien gilt die Chrysantheme als Totenblume. Puccini hatte das Werk nach dem Tod seines Gönners Amado di Savoia, dem Herzog von Aosta, komponiert – ursprünglich für Streichquartett.

Ausgesprochen klangschön gestalteten die zwölf Streicher unter Leitung von Gudni A. Emilsson die schwelgerischen, düsteren Melodien. Ein gedämpftes Beben schien die Oberfläche immer wieder zum Erzittern zu bringen. Das Auf- und Niedergehen der sanften Wellen wurde von den Pizzicati der tiefen Streicher getragen.

Emilsson schien mit seinen Händen zeitweise die Töne selbst zu formen – der Dirigent arbeitet bereits seit einigen Jahren mit dem Kammerorchester zusammen. Die „Camerata Bohemica Prag“ besteht seit zehn Jahren. Seit 2005 konzertieren die jungen professionellen Musiker unter der künstlerischen Leitung von Emilsson. Er ist außerdem Kulturreferent der Museumsgesellschaft und Leiter des Kulturreferats der Uni, das die Sommerkonzerte in Bebenhausen organisiert.

Bevor das Ensemble mit Tschaikowskys Streicher-Serenade (opus 48) den Abend beschloss, begeisterte Solist Boris Brovtsyn das Publikum mit Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert in d-moll. In den Legatobögen des ersten Allegro-Satzes huschten seine Finger über das Griffbrett. Seinen Solo-Part ließ er mit dem Gesamtklang der anderen Streicher verschmelzen. Im Andante brachte der Solist sein Instrument regelrecht zum Singen.

Bereits Yehudi Menuhin, der das Werk des 13-jährigen Mendelssohns in das Repertoire der Violinisten brachte, hatte gesagt, dieser zweite Satz stelle einen edlen Gesang dar. Im rasanten letzten Satz mit seinen virtuosen Passagen schien der in Moskau geborene Musiker Brovtsyn so richtig aufzublühen. Und kaum war der letzte Ton verhallt, brach auch schon tosender Applaus vom Publikum herein.del

Gudni Emilsson dirigiert die Camerata Bohemica Prag. Archivbild: Sommer

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Erstellt:
6. August 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
6. August 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. August 2012, 12:00 Uhr

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