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Letzte Ruhestätte für Behinderte
Diakon Thomas Leicht mit dem Belegungsplan des Friedhofs in Kernen. Foto: Ingrid Sachsenmaier
Totensonntag

Letzte Ruhestätte für Behinderte

Die Diakonie Stetten betreibt einen Friedhof, der im Umkreis einmalig ist.

25.11.2017
  • INGRID SACHSENMAIER

Kernen. Vor mehr als 140 Jahren wurde der Friedhof der Diakonie Stetten angelegt, 1876 fand dort die erste Beisetzung statt. August Imme, Bruder der diakonischen Stiftung Rauhes Haus, wurde seinerzeit dort bestattet. Er war ein Bewohner der Einrichtung, die sich bis heute um Behinderte kümmert. Mittlerweile befinden sich auf dem Friedhof in Kernen-Stetten (Rems-Murr-Kreis) rund 270 Erdgräber und zirka 70 Urnengräber, erzählt Diakon Thomas Leicht. Ausschließlich Mitarbeiter und Bewohner der Diakonie und deren Angehörige finden dort ihre letzte Ruhe. Die Ruhestätte ist im Umkreis einmalig.

Leicht kümmert sich um den Friedhof der Diakonie, die Kernen in Jahrzehnten geprägt hat, dort der größte Arbeitgeber ist. „Dieses Jahr gab es bis jetzt sieben Bestattungen, sechs anonyme Urnen- und eine Erdbestattung“, erzählt er. Auch Personen, die sich um die Diakonie Stetten verdient gemacht haben, ruhen auf dem Friedhof. Ludwig Schlaich starb im August 1977. Der evangelische Pfarrer leitete von 1930 bis 1965 die Diakonie Stetten, die damals noch Heil- und Pflegeanstalt hieß. Auch Theodor Dierlamm, er war 30 Jahre Direktor der Sonderschule, wurde im Januar 2004 hier beigesetzt.

Der „Anstaltsfriedhof“, wie er früher hieß, ist schlicht angelegt. Ein Scherenzaun aus dunklem Holz befriedet ihn. Im Evangelischen Gemeindeblatt für Württemberg schrieb Pfarrer Schütz 1967: „Viele Einwohner von Stetten kennen den Friedhof der Heil- und Pflegeanstalt nur von außen.“ In seiner Art sei er ein „Kleinod“. Die Gärtner der Diakonie pflegen und bepflanzen die Reihengräber . Bei den individuellen Erdgräbern rechts vom Hauptweg erkennt man die Handschrift der Angehörigen. Passanten nutzen den Weg durch den Friedhof als Abkürzung. Dabei ist es ein Ort der Ruhe mit vielen alten Bäumen und der Emmauskapelle, die für Trauerfeiern genutzt wird. Den Totensonntag begeht die Diakonie derweil in der benachbarten Schlosskapelle.

Die Zahl der Bestattungen sinkt seit Jahren. Dennoch wird der Friedhof laut Leicht bestehen bleiben. Die Preise entsprechen denen von Gemeindefriedhöfen. „Wir sind keine Konkurrenz“, sagt Thomas Leicht, „aber eine Alternative für unseren Personenkreis.“ Ingrid Sachsenmaier

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25.11.2017, 06:00 Uhr
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