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Mit Pfeffer und Rückgrat

Lenny Zuber stellte im Schlosscafé seine erste Solo-CD „Stupid White Man“ vor

Zum Piano-Punk erklärte er sich selbst: Lenny Zuber, 15 Jahre lang Wahl-Tübinger, ließ am Freitagabend solo eigene Songs im Schlosscafé hören.

21.09.2015

Von Michael Sturm

Tübingen. Punk ist bei Lenny Zuber in erster Linie eine innere Einstellung. Die äußert sich optisch allenfalls in der Frisur: Sein Schädel ist hochrasiert. Ganz oben findet sich ein Büschel, das zu einem kleinen Zopf gebunden ist.

Auf musikalischer Ebene fließt Punk auch ein, aber ebenso subtil. Das liegt in erster Linie am Instrument: Ein E-Piano ist irgendwie nicht so richtig Punk. Die Art, wie Zuber es spielt, schon eher ? seine linke Hand gibt die Rhythmik seiner Songs vor. Diese haut Akkorde raus. Im Stakkato, wenn eine rauere Gangart gewünscht ist, oder stehend, wenn Zuber einen von mehreren seiner durchaus eingängigen Songs spielt, die ans Herz gehen ? und ihm internationale Popularität bis hin nach Japan brachten.

Zuber macht schon seit viele Jahren Musik. In München, wo er aufwuchs, spielte er in Formationen wie Axiom und Opium Keyboard und agierte außerdem als Leadsänger. Vor drei, vier Jahren startete er das aktuelle Projekt. Nach wie vor komponiert er so, als wäre noch eine Band um ihn herum ? auf Mitmusiker verzichtet er jedoch mittlerweile: „Ich lasse den Klangraum bewusst offen. Ich versuche weitere Instrumente zu vermeiden. Das ist eine Herausforderung für mich?, sagt er nach dem Konzert im Schlosscafé. Es bleiben Songskelette auf dem Klavier und eine feine, sehr hörenswerte Stimme, die es an dieser und jener Stelle und bei so manchem seiner Lieder verdient hätte, etwas voluminöser, etwas abwechslungsreicher begleitet zu werden.

Das ist der Fall, wenn Zuber seiner rechten Hand mehr Auslauf gibt. In der Power-Ballade „Found You? ist das der Fall. Die hat Pfeffer und Rückgrat. Da bauschen sich die Melodien, zumal er ein elektronisches Gerät einsetzt, das seine Stimme zum Chor auffächert. Eine Stimme, die im übrigen der von Anthony Kiedis, Sänger der Red Hot Chili Peppers, an manchen Stellen erstaunlich ähnlich ist.

Zwei Videos rahmen Zubers Programm ein. „Dreamer? zu Beginn wird mit Bildern untermalt, die rückwärts laufen. Da wird ein Papier mit der Aufschrift „The Truth? (die Wahrheit) in der Erde verbuddelt. „Going on vacation? am Ende ist dann am coolsten, als man den Sänger lässig auf der Luftmatratze abhängen sieht. Urlaub eben.

Die ganze Welt im Rücken: Piano-Punker Lenny Zuber im Tübinger Schlosscafé. Bild: Metz

Lenny Zubers Eltern stammen aus der Ukraine. Die in Berlin geborene Mutter wanderte nach Ende des Zweiten Weltkriegs für ein paar Jahre in die USA aus, nahm dort die Staatsbürgerschaft an, kehrte aber wieder nach Deutschland zurück. Sie stammt aus einem musikalischen Elternhaus und sorgte dafür, dass ihr Sohn Klavierunterricht erhielt. Lenny Zuber wuchs in München auf, gründete mit 14 seine erste Band. Später zog er mit der damaligen Freundin nach Tübingen, die dort zu studieren begann. Sie ging später zurück nach München, er blieb. Seit kurzem erst lebt Lenny Zuber knapp außerhalb des Landkreises Tübingen, in Höfendorf, das zu Rangendingen gehört.

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Erstellt:
21. September 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. September 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. September 2015, 12:00 Uhr

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