Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Leerstellen statt Lehrstellen
Berufsbilder sind im Wandel auch in der Bauwirtschaft. Foto: dpa
Gerade in Baden-Württemberg suchen noch viele Betriebe Auszubildende

Leerstellen statt Lehrstellen

Kurz vor dem Start ins neue Ausbildungsjahr suchen noch viele Betriebe händeringend Lehrlinge. Die Nachwuchsprobleme werden immer größer.

06.08.2016
  • DIETER KELLER

Berlin. „Letzte Chance: Nur noch 135 freie Ausbildungsplätze bei der Deutschen Bahn für den Azubistart am 1. September.“ Mehr wie eine Werbung für den Sommerschlussverkauf klang, was diese Woche von dem Staatskonzern kam. Dabei war es eher ein Hilfeschrei, in den bundesweit viele Unternehmen einstimmen. Denn knapp vier Wochen vor dem Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September sind jede Menge Lehrstellen noch nicht besetzt.

Angesichts ihrer drohenden Nachwuchsprobleme haben die Betriebe ihr Angebot deutlich aufgestockt. Im Juli waren bei den Arbeitsagenturen 511 300 Ausbildungsstellen gemeldet, gut 5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 509 600 Bewerber registriert. Das waren ähnlich viele wie 2015, obwohl die Zahl der Schulabgänger deutlich abnimmt. Damit gab es rein rechnerisch 1700 mehr offene Stellen als Bewerber. Vor einem Jahr gab es noch 15 400 mehr Bewerber als freie Ausbildungsplätze.

Regional ist die Lage sehr unterschiedlich. Während vor allem in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hessen Stellen fehlen, sieht es insbesondere im Süden ganz anders aus. In Baden-Württemberg waren Ende Juli 26 800 Ausbildungsplätze unbesetzt, über 11 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig waren noch 20 100 junge Leute auf der Suche. Das waren zwar auch 4 Prozent mehr. Aber zumindest rein rechnerisch haben sie die große Auswahl. Allerdings hat die Statistik kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs ihre Tücken. Manche Bewerber haben schon bei einem Betrieb zugesagt, sich aber noch nicht bei der Arbeitsagentur abgemeldet. Oder sie haben sich doch noch für ein Studium statt für eine Lehre entschieden.

Derzeit sind bundesweit noch über 172 000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Besonders laut klagt der Einzelhandel, der noch fast 13 000 angehende Kaufleute im Einzelhandel und mehr als 11 000 künftige Verkäuferinnen und Verkäufer sucht. „Für die Firmen wird es immer schwieriger, geeignetes Personal für ihre Ausbildungsstellen zu finden“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands HDE, Stefan Genth. Insbesondere in den Gymnasien müsse deutlicher gemacht werden, dass nicht nur eine akademische Bildung gute Karrierechancen biete.

Das Handwerk freut sich zwar, dass sich in diesem Jahr deutlich mehr junge Leute für eine Lehrstelle entschieden haben. Trotzdem hatte es Ende Juni noch freie 30 000 Plätze. Zwei Zahlen zeigen die negative Tendenz: 2010 blieben 3,9 Prozent des Angebots unbesetzt. Im letzten Jahr waren es fast 10 Prozent. Dabei haben im Handwerk nicht nur Abiturienten Chancen: Fast die Hälfte der Azubis sind Hauptschulabgänger oder haben gar keinen Abschluss.

Noch größer sind die Probleme der Bauindustrie: Dort konnten schon im vergangenen Jahr 37 Prozent der Betriebe nicht alle Ausbildungsstellen besetzen. 2007 waren es 13 Prozent. Fast jeder dritte klagte, er habe keine einzige Bewerbung bekommen. Trotzdem können noch alle Aufträge erledigt werden – dank ausländischer Arbeitskräfte insbesondere aus anderen EU-Ländern.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

06.08.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular