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Kairo

Leere Wahllokale in Ägypten

Nach drei parlamentslosen Jahren hat die ägyptische Regierung zur Wahl aufgerufen - nachdem sie zuvor die Opposition nahezu ausgelöscht hat.

21.10.2015
  • MARTIN GEHLEN (MIT DPA)

Kairo Im Fernsehen nur leere Wahllokale. In Ägypten haben am Sonntag und am Montag die komplizierten Parlamentswahlen begonnen, die sich noch bis Dezember hinziehen werden. Wenig überraschend zeichnet sich bislang ein Sieg des regierungsnahen Bündnisses ab. Lokale Medien sahen die Koalition "Wegen der Liebe für Ägypten" im Rennen um die 60 zu vergebenen Listenplätzen vorne.

Rund die Hälfte der ägyptischen Provinzen hat abgestimmt, die Hauptstadt Kairo wählt erst im November, mit den Stichwahlen gibt es bis Anfang Dezember vier Urnengänge, bis sämtliche neuen Abgeordneten feststehen. Doch den Ägyptern ist offenbar die Lust am Wählen vergangen. Etwa 15 Prozent der Wahlberechtigten seien am Sonntag an die Urne getreten, sagte Ministerpräsident Scherif Ismail. "Vor allem junge Leute sind apathisch. Sie haben jedes Vertrauen in die Politik verloren", sagte Hassan Nafaa, Politologe an der Kairo Universität. "Es ist sinnlos - ich gehe nicht mehr wählen", sagt ein Passant im Kairoer Stadtteil Mohandessin. "Wie oft bin ich schon gegangen, und jedes Mal wurde alles wieder ausradiert."

Solchen Missmut gibt es dieser Tage in Kairo an jeder Ecke. Mit ausradiert meint der Mittdreißiger, der seinen Namen nicht nennen will, vor allem die einzige freie Parlamentswahl im Dezember 2011, deren Volksvertretung bereits im Juni 2012 durch das Verfassungsgericht aufgelöst wurde. Damals errang die Muslimbruderschaft fast die Hälfte aller Mandate, die Salafisten bekamen ein Viertel, das verbliebene Viertel entfiel auf das sogenannte liberal-säkulare Lager, was diesmal - gut drei parlamentslose Jahre später - die Abstimmung fast unter sich ausmachen wird.

Und so bietet die politische Landschaft wieder ein genauso erbärmliches Bild wie zu Zeiten von Hosni Mubarak. Die Muslimbruderschaft wurde 2013 von Ex-Feldmarschall Abdel Fattah al-Sisi zur Terrororganisation erklärt und ihre komplette Führung verhaftet. Die Salafisten geben sich wieder apolitisch und fromm, während die meisten der sogenannten säkularen Parteien nur noch auf dem Papier existieren. Stattdessen dominieren Wahlvereine wie "Aus Liebe für Ägypten", die nur für Sisi trommeln.

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21.10.2015, 12:00 Uhr
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