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Lebensraum Auto
Schnell übertragene Verkehrs- und Wetterdaten warnen Fahrer künftig vor Stau-Enden, Baustellen oder Glatteis. Foto: Bosch
Bosch greift Apple und Google an - Sichere Bedienung von Smartphones während des Fahrens

Lebensraum Auto

Immer mehr Menschen sterben bei Verkehrsunfällen, weil sie Nachrichten auf ihrem Handy schreiben und lesen. Bosch will nun die Smartphone-Nutzung im Auto sicherer machen und gibt sich offen.

04.12.2015
  • THOMAS VEITINGER

Stuttgart. Die Frau quasselt und quasselt. Macht Pläne und wirft sie wieder um. Verschickt E-Mails, telefoniert und programmiert ihr Navigationsgerät - alles per Sprache am Steuer ihres Autos. So soll sich vernetzte Mobilität anfühlen, verspricht Bosch in einem Werbefilm. Wer schon einmal Sprachassistenten wie "Siri" von Apple ausprobiert hat, weiß jedoch: So flüssig fehlerfrei funktioniert das nicht unbedingt. "Siri" versteht manchmal einfache Worte nicht. Die Korrektur per Sprachsteuerung ist nervig.

Doch für Dirk Hoheisel ist die Vernetzung kein Thema in ferner Zukunft. "Wir sind schon über unser Smartphone miteinander verbunden, Internet ist in den Fahrzeugen und Lkws stehen im ständigen Kontakt mit der Spedition", sagte der Vorstand der Robert Bosch GmbH (Stuttgart). Der Automobilzulieferer ist laut Hoheisel gut bei Vernetzung unterwegs. Auf der Automesse IAA wurde etwa ein Falschfahrer-Warner vorgestellt, der Geisterfahrer erkennt und andere Fahrzeuge in Minuten warnt. Bosch bietet aber auch Lösungen für das vernetzte Haus an, die etwa automatisch die Heizung hochfahren, wenn sich das Auto des Bewohners dem Haus nähert. Auch bei der vernetzten Fabrik sind die Stuttgarter im Geschäft.

Nun will Bosch bei der Smartphone-Integration im Auto die Nummer drei weltweit neben Apple und Google werden. MySpin heißt die Lösung. Von Bosch ausgewählte und angepasste Apps lassen sich damit über ein berührungsempfindliches Display in der Mittelkonsole des Autos bedienen und sollen so vereinfacht sein, dass Fahrer möglichst wenig abgelenkt sind; das Smartphone selbst wird aus Sicherheitsgründen blockiert.

"Die App-Zahl liegt mit fast 50 drei Mal so hoch wie bei Konkurrenten", wirbt Hoheisel. Der Fokus liegt vor allem auf Navigations- und Medienanwendungen wie TomTom, Parkopedia, Hotelseeker und Audials. In China und den USA heißen die Apps ganz anders. Die kleinen Programme werden nicht nur eingekauft, sondern auch selbst oder in Kooperationen mit Startups entwickelt. Die technischen Hürden für Entwickler sollen gering gehalten werden, aber dennoch sicher sein. "Die Kontrolle über die Apps bleibt bei den Autoherstellern, das ist anders als bei Apple und Google." Die Konkurrenten setzen auf eigene Karten. "Wände wie bei einer Burg umgeben unsere Software", berichtet der Vorstand. "100prozentige Sicherheit gibt es nicht, die Software bekommt aber mit, wenn sie angegriffen wird und reagiert entsprechend." Die Datenhoheit soll der Nutzer behalten und die Weitergabe von Informationen nur nach ausdrücklicher Zustimmung erlauben können.

Derzeit ist MySpin in Fahrzeugen von Jaguar Land Rover zu finden. Europäische Autobauer hätten auch Interesse, Namen will Bosch aber noch nicht nennen. Auch erwartete Umsätze oder Kosten bleiben unter Verschluss.

Eine weitere Technik des vernetzten Fahrens bei Bosch ist in einer silbergrauen unscheinbaren Box untergebracht. Das "CCU" kommuniziert über Mobilfunk und erlaubt die Positionsbestimmung via Satellit für Auto, Motorräder, Eisenbahn und Nutzfahrzeuge. Ein gekoppeltes Handy kann Fahrzeugdaten und den Spritverbrauch anzeigen. Die Werkstatt der Zukunft soll den "Gesundheitszustand" von Fahrzeugen kennen und eine Reparatur empfehlen, bevor die Panne eintritt.

Vorausschauend ist sowieso ein Zauberwort der Vernetzung. Der "Connected Horizon" warnt den Autofahrer vor Staus und Nebel. Weil der Verlauf und das Höhenprofil der Straße bekannt ist, lassen sich 3 bis 5 Prozent Kraftstoff sparen. Der Tempomat - der automatisch eine bestimmte Geschwindigkeit hält - wird an aktuelle Tempo-Vorschriften angepasst. "Das Auto", zitiert Hoheisel einen Kollegen, "wird neben Zuhause und Arbeitsplatz der dritte Lebensraum."

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04.12.2015, 08:30 Uhr
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