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Den Haag

Laut Europol 10.000 Flüchtlingskinder verschwunden

Mindestens 10 000 alleinreisende Flüchtlingskinder sind in den vergangenen zwei Jahren nach ihrer Ankunft in Europa spurlos verschwunden. Dies sagte ein Sprecher der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag.

01.02.2016
  • DPA

Den Haag "Dies bedeutet nicht, dass allen etwas passiert ist. Ein Teil der Kinder könnte sich bei Verwandten aufhalten. Aber es bedeutet, dass diese Kinder zumindest potenziell gefährdet sind." Die Zahl sei "eine zurückhaltende Schätzung". Allein in Italien seien 5000 Kinder verschwunden, in Schweden 1000. Zahlen aus anderen Ländern könne er nicht nennen, sagte der Sprecher.

Der Sprecher bestätigte Äußerungen des Europol-Stabschefs Brian Donald wonach es Beweise dafür gebe, dass einige alleinreisende Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs geworden seien. Sowohl in Deutschland als auch in Ungarn sei "eine größere Menge" Krimineller verhaftet worden, die Flüchtlinge ausbeuteten. Es sei eine eigene kriminelle Infrastruktur entstanden, die es auf Flüchtlinge abgesehen habe. Europol liegen auch Informationen darüber vor, dass Kriminelle, die zunächst als Schlepper tätig waren, nun versuchten, die Flüchtlinge zu versklaven oder sexuell auszubeuten. Die Öffentlichkeit sollte wachsam sein, um möglicherweise ausgebeutete Kinder zu entdecken.

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01.02.2016, 08:30 Uhr
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