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Gefährlicher Chemie-Cocktail

Langwierige Ermittlungen nach Fund

Ein Haus voller gefährlicher Chemikalien: Dieser Fall wird die Ermittler noch eine Weile beschäftigen. Die Motive des Besitzers sind unklar.

01.10.2015
  • AGR/EM

Bernstadt Hochgiftig, ätzend, explosiv und teilweise radioaktiv waren die Substanzen, die Einsatzkräfte der Feuerwehren Bernstadt, Langenau und Ulm am 11. September in einem Wohnhaus in Bernstadt bei Ulm fanden. Im Garten des heruntergekommenen Anwesens stand ein großer Transport-Container, in dem sich ebenfalls zahlreiche Gegenstände und Substanzen befanden. Der vollgestopfte Container soll mehr als 30 Tonnen gewogen haben.

Die Ermittlungen von Polizei, Staatsanwalt und Umweltbehörden sind gut zwei Wochen nach dem Aufsehen erregenden Fund noch nicht abgeschlossen. Eines steht für den Bernstadter Bürgermeister Oliver Sühring jedoch fest: "Es bestand eine ganz ernstzunehmende Bedrohung". Die "grobe Fahrlässigkeit" des 66-jährigen Hausbewohners hätte, wäre es zu einem Brand oder einer Explosion gekommen, "tatsächlich Menschenleben kosten können".

Die Chemikalien - darunter flüssiges Quecksilber und Phosphor - waren zum Teil nicht gekennzeichnet und unsachgemäß gelagert. Die 70 Einsatzkräfte, mit 21 Fahrzeugen angerückt, stellten hunderte von Dosen und Flaschen sicher. Spezialkräfte der "Analytischen Taskforce" der Berufsfeuerwehr Mannheim, Sprengstoffspezialisten des Landeskriminalamts Stuttgart sowie Mitarbeiter einer Spezialfirma unterstützten die Feuerwehrleute bei dem Einsatz, der sich viele Stunden lang hinzog. Sogar zwei kontrollierte Sprengungen waren nötig.

Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei sind längst noch nicht abgeschlossen. Welche Chemikalien in welcher Menge aus dem Haus und dem Container geräumt wurden, kann Michael Bischofberger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm, auch jetzt noch nicht sagen. "Der große Übersee-Container beschäftigt noch das eine oder andere Labor", sagt Bischofberger. Auch die Motive des Mannes sind unklar.

Was Bürgermeister Oliver Sühring fuchst: Die Gemeinde sei schon drauf und dran gewesen, das fragliche Gebäude an der Schmiedgasse zu erwerben. Doch im Juli bei der Zwangsversteigerung vor dem Amtsgericht Ulm wurde die Gemeinde ausgebremst. Bei einem Schätzwert von 20 000 Euro habe er die zuletzt gebotenen 45 501 Euro nicht überbieten können, sagt Sühring. Schließlich trage er Verantwortung für die Finanzen der Gemeinde - und damals konnte noch niemand wissen, welche Gefahr von den in Haus und Container gelagerten Stoffen ausging.

Nun hat sich herausgestellt, dass die Käuferin nicht zahlungsfähig ist, aus diesen Grund wurde das Anwesen unter Zwangsverwaltung gestellt. Immerhin kamen so bei einem Ortstermin die unhaltbaren Zustände ans Tageslicht.

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01.10.2015, 12:00 Uhr
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