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Heimaufsicht

Landratsamt schließt Pflegestift

Massive personelle Engpässe und gravierende Mängel führen zum Aus einer Einrichtung von ProCurand in Schopfheim.

17.02.2018

Von PETRA WALHEIM

Bewohner in einem Schopfheimer Pflegestift sind zum Teil mangelhaft gepflegt worden. Foto: © epd-bild / Werner Krüper

Schopfheim. Nach mehr als einem Jahr wiederholter Mahnungen, Auflagen und Überprüfungen hat die Heimaufsicht des Landkreises Lörrach dem Pflegestift Dr. Max Picard in Schopfheim die Betriebserlaubnis entzogen und den Betreiber, die ProCurand GmbH, aufgefordert, das Pflegeheim zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu schließen. Das ist der 31. März. Gründe für die Schließung sind nach Auskunft der Behörde „massive personelle Engpässe“, unbesetzte Leitungsposten und „gravierende Mängel“ in der Pflege und Dokumentation. Nach Kenntnis der Heimaufsicht besteht eine „unmittelbare Gefahr für Leib und Leben der Bewohner“ nicht.

Mehrere Beschwerden wegen unsachgemäßer Pflege und Betreuung hätten die Heimaufsicht im November 2016 alarmiert, sagt Torben Pahl, Sprecher des Landratsamts Lörrach. Die Heimaufsicht habe daraufhin die Einrichtung besucht. Es seien „zum Teil gravierende Mängel in der Medikamentengabe, der Grundpflege, der Behandlungspflege und der Dokumentation“ festgestellt worden. Grund dafür sei, dass das Heim zu wenig Mitarbeiter und Fachkräfte beschäftige.

Die Heimaufsicht erlaubte dem Pflegestift den weiteren Betrieb unter Auflagen und überprüfte das Heim im Januar, März, Juni und November 2017 erneut. Weil sie „keine aktuellen Verbesserungen der Personal- und Pflegesituation erkennen“ konnte, ordnete die Behörde am Donnerstag die Schließung des Heims an, „da gesetzliche Mindeststandards der Pflege wiederholt und dauerhaft nicht erfüllt wurden“. Für die 49?Bewohner werden in der Region neue Unterkünfte gesucht.

„Das ist das erste Mal in der Unternehmens-Geschichte, dass wir ein Heim schließen müssen“, sagt Eileen Engewicht, Sprecherin der ProCurand GmbH. Die ist seit 20 Jahren auf dem Markt und betreibt bundesweit 24 Seniorenresidenzen. Hier im Land ist nur noch die in Sigmaringen übrig.

Hohe Fluktuation

In einer Stellungnahme räumt die ProCurand eine hohe Mitarbeiter-Fluktuation in Schopfheim ein. „Die können wir uns nicht so richtig erklären.“ Sie hätten alles getan, um die Mitarbeiter zu halten, sagt Eileen Engewicht. Wichtig sei nun, für die 58 Mitarbeiter, davon 43 in der Pflege, neue Arbeitsplätze in der Region zu finden. Aufgrund des Fachkräftemangels „machen wir uns darüber keine Sorgen“.

Die Schließung des Heims in Schopfheim sei ein Einzelfall, sagt ein Sprecher des Sozialministeriums. So eine Entscheidung sei „immer das letzte Mittel“, wenn die Anforderungen an den Betrieb einer stationären Einrichtung nicht erfüllt werden. Zuletzt wurde im Dezember 2017 das Alloheim in Ludwigsburg geschlossen. Es wurde jedoch verkauft und wird nun unter neuer Leitung weiter betrieben.

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Erstellt:
17. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2018, 06:00 Uhr

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