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Zeitspender und Deutschkurse

Landrat Walter: Erstunterbringung nicht nur ehrenamtlich lösen

Prognosen zufolge, kommen zwischen Oktober und Dezember monatlich vier- bis fünfhundert Flüchtlinge in den Landkreis. Darüber, und wie ihnen geholfen werden kann, diskutierte Tübingens Landrat Joachim Walter mit rund 40 Gästen beim „Dettenhäuser Bürgerdialog“.

14.10.2015
  • ST

Dettenhausen. Nach Max Frisch heißt Demokratie, „sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen“, eröffnete Reinhold Halder den Bürgerdialog am Freitagabend. Dem Dettenhäuser CDU-Vorsitzenden war wichtig, dass über „Flüchtlinge – wie helfen?“ im Bürgerhaus nicht parteiintern diskutiert werden sollte, sondern, wie in der Veranstaltungsreihe üblich, mit Bürgerinnen und Bürgern. Der „Bürgerdialog Dettenhausen“, den der CDU-Gemeindeverband vor über zehn Jahren ins Leben gerufen hat, will über aktuelle Themen informieren. Zu Gast war daher Bürgermeister Thomas Engesser ebenso wie Mitglieder vom Freundeskreis Flüchtlinge.

Willkommenskultur heiße Anerkennungskultur. Das würde aber, Ministerpräsident Winfried Kretschmann zufolge, ebenso bedeuten, dass auch Flüchtlinge in der Pflicht sind: Integration fordern und fördern.

Landrat Joachim Walter ging in seinem kurzen Impulsvortrag darauf ein: Es gelte die Eigeninitiative der Flüchtlinge nach hiesigen Spielregeln zu fördern. Die Flüchtlinge hätten einen enormen Willen und ein Organisationstalent. Sonst wären sie nicht hier. Der Asylgipfel sei viel zu spät gekommen. Die dort getroffenen Entscheidungen über sichere Herkunftsländer und das Bleiberecht ließen in der Umsetzung auf sich warten. Aus diesem Grund würden viele Landkreise schreien: „Wir schaffen das nicht mehr“.

Aber welche Alternative haben wir? Grenzen schließen, Fernhalten funktioniere nicht, so Walter. Auf kommunaler Ebene, in den Landkreisen, könnten viele Probleme schnell angepackt werden. Die chaotischen Zustände in den Landeserstaufnahmestellen fänden sich in den vom Landkreis organisierten Unterbringungen nicht. Es könne kein Dauerzustand sein, dass die Erstunterbringung, wie in Ergenzingen, nur ad hoc übers Ehrenamt gelöst werde. Walter sieht hier das Land in der Verantwortung.

Die konkrete Situation im Kreis: In den nächsten Monaten kommen vier- bis fünfhundert Flüchtlinge pro Monat. Wie kann ihnen geholfen werden? Kleiderspenden seien ausreichend vorhanden. Zeitspender würden dagegen dringend gebraucht, und Deutschkurse.

Um Verständnis in der Bevölkerung zu bekommen, lade der Landkreis Nachbarn der Flüchtlingsunterkünfte zum Gespräch. Oberstes Ziel sei, eine Spaltung der Gesellschaft zu vermeiden. Es müssten alle einbezogen werden. Dazu gehöre auch die Gleichbehandlung. Ein Flüchtling dürfe nicht bessergestellt werden als ein Hartz IV-Empfänger.

Die Kernaussagen des Abends: Wir müssen zur Normalität zurückkehren, pragmatisch und flexibel agieren. Außergewöhnliche Situationen erfordern mehr kommunale Spielräume. Das Land muss Vertrauen in die Landkreise und deren Kommunen haben.

Das Publikum stellte Fragen zu Kosten, Wohnungen und Ghettoisierung. Zur Integration am Arbeitsmarkt. Sie wurden sachlich, skeptisch und ohne Aufregung, diskutiert. Beim abschließenden Umtrunk tauschten Landrat und Bürger Erfahrungen aus.

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14.10.2015, 12:00 Uhr
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