Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Hans-Peter Feil hofft auf die Verbreitung seiner „Baden-Württembergische Landeshymne“

Landeshymne 2.0

Als das Land Baden-Württemberg 1986 einen Wettbewerb für eine Landeshymne ausschrieb, nahm auch ein Ellwanger daran teil. Das Lied von Hans-Peter Feil erreichte unter 450 Einsendungen den 2. Platz und blieb dennoch relativ unbekannt. Jetzt hat er die Komposition überarbeitet und hofft durch Verbreitung auf den sozialen Netzwerken die Chöre im ganzen Südwesten für sein Lied zu begeistern.

12.08.2016
  • GERHARD KÖNIGER

Ellwangen. Die Geschichte der Hymnen im Südwesten ist nicht einfach. Man könnte auch sagen, Baden-Württemberg ist hymnentechnisch noch immer gespalten. Es gibt da das Württemberger Lied („ Preisend mit viel schönen Reden “), das Badenerlied („ Das schönste Land in Deutschlands Gau‘n, Das ist mein Badner Land “) und das Hohenzollernlied („ Nicht weit von Württemberg und Baden “). Aber ein wirklich populäres Lied der Baden-Württemberger gibt es nicht.

1986 sollte sich das ändern: Der damalige Süddeutsche Rundfunk rief, angeregt und unterstützt von der Landespolitik, zum Komponier- und Dichtwettbewerb auf. 450 Teilnehmer reichten Vorschläge ein, um das Land endlich gesanglich zu vereinen. Dass das nicht funktioniert hat, ist offensichtlich: Die Sieger-Hymne ist unbekannt geblieben. Woran das liegen mag? Vielleicht wollen die Schwaben, Badener und Franken kein gemeinsames Lied?

Vielleicht ist das „richtige“ Lied aber nur nicht bekannt genug? Hans-Peter Feil, der in Ellwangen rund ein Dutzend Fasnachtsschlager komponierte, glaubt bis heute an sein „Lied der Baden-Württemberger“ und die Textdichtung Heribert Bendeichs.

„ Land der Wälder, der Hügel und des Weines, Land der Donau, des Neckars und des Rheines...“

Wochenlang hatten die beiden damals für den Wettbewerb an der Hymne gearbeitet – und waren überglücklich, als ihr Beitrag die ersten Auswahlrunden überstanden hatte und das Fernsehen kam, um eine Aufzeichnung zu machen.

Bei einem Nachbarn, der einen schönen Flügel besaß, spielte Feil die Melodie vor der Kamera, vier Sängerkameraden sangen dazu. Die Aufnahme wurde im Abendprogramm vor der Landesschau ausgestrahlt. Schließlich kam die Finalrunde: In Baden-Baden wurden die acht besten Kompositionen von ein und demselben Ensemble vorgetragen und live ins ganze Land ausgestrahlt. Doch die Veranstaltung war in den Augen vieler Kulturschaffender ein Desaster. Samt und sonders „volkstümlicher Neubarock“, lästerte die „Zeit“. Das Siegerlied habe nur deshalb gewonnen, weil es als letztes vorgestellt wurde und die Zuschauer dieses im Gedächtnis hatten. Der Aalener Volkskundler Hermann Bausinger lästerte noch in der Sendung, die acht Lieder machten den Eindruck, als seien die besten 442 Entwürfe schon vorher ausgeschieden.

Die Fernsehzuschauer wählten den Beitrag von Josef Weiß aus Murr an der Murr mit 53,9 Prozent zum Sieger. Doch dessen Hymne geriet schnell in Vergessenheit. Das Lied Feils („ Wo die Burgen und Schlösser ragen mächtig, wo der Münster, der Städte Glanz so prächtig...“) landete damals auf dem undankbaren Platz zwei. Doch er hat nicht aufgegeben, ist von der Komposition überzeugt und hat sie mit dem Hochschulprofessor Hubert Moßburger überarbeitet. Dank sozialer Netzwerke kann seine Landeshymne viel besser bekannt gemacht werden als zur Entstehungszeit, dachte er und hat das Lied auf „Youtube“ eingestellt. Die Version haben der Pianist Felix Meyerle und der Bariton-Preisträger Simon Stricker eingespielt. Aktuell hat der Song über 3600 Aufrufe, und jeder kann sich von der Qualität selbst überzeugen. „Stolz das Antlitz unsrer Heimat: Alb und Schwarzwald, Bodensee. Baden-Württemberg, du schönes Land, treu zu dir ich steh... “

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.08.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular