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Hilfe für Patienten in Flüchtlingscamps

Land zahlt Therapeuten-Ausbildung im Irak

Tausende syrische Flüchtlinge stranden im Nordirak, traumatisiert vom Krieg. Therapeuten, die helfen können, gibt es kaum. Das soll sich ändern.

10.03.2016
  • DPA

Stuttgart. Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium unterstützt die Ausbildung von Psychotherapeuten im Nordirak mit rund einer Million Euro. Sie sollen helfen, traumatisierte Flüchtlinge zu behandeln. "Wir wollen damit einen Beitrag leisten zur Hilfe vor Ort", sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) in Stuttgart. Die Idee stammt von Jan Ilhan Kizilhan, Professor für Soziale Arbeit an der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen, der bereits rund 1000 traumatisierte Jesidinnen aus dem Nordirak nach Baden-Württemberg geholt hat.

Die Ausbildung in Kooperation mit der Universität Dohuk soll zum 1. Januar 2017 beginnen. Im ersten Schritt werden nach Kizilhans Angaben 30 angehende Ärzte, Sozialarbeiter und Psychologen während ihres Master-Studiengangs in praktischer Psychotherapie ausgebildet. Dafür solle ein Institut für Psychotherapie in Dohuk gegründet werden. Für die Auszubildenden gibt es eine Auflage: In ihrer unterrichtsfreien Zeit müssen sie Patienten in den Flüchtlingscamps behandeln.

Kizilhan hat bei Besuchen dort Berichte von brutaler Gewalt gehört: Vergewaltigungen, Kindesentführungen, Enthauptungen. Wer so etwas erlebt hat, sei akut traumatisiert. Aber auch die ganze vom Krieg gebeutelte Gesellschaft leide unter einem kollektiven Trauma.

Psychotherapeuten gebe es kaum - die wenigen, die es gibt, seien heillos überlastet. Ministerin Bauer hofft, dass durch die erste Ausbildung ein Stein ins Rollen kommt. Kizilhans Plan ist, in zehn Jahren mehr als 1000 Psychotherapeuten auszubilden.

Er verspricht sich von dem Projekt auch einen Erkenntnisgewinn für die Behandlung von Flüchtlingen in Deutschland. "Wir wollen wissen, welche Bewältigungsmechanismen aus der Kultur erwachsen sind." Auch die Universität Tübingen ist am Projekt beteiligt.

Das Ministerium will, sollte Bauer im Amt bleiben, weitere Geldgeber für die längerfristige Finanzierung suchen. Denkbar sei Unterstützung von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Bundesministerien und Stiftungen.

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10.03.2016, 08:30 Uhr
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