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Schweinepest

Land will bis zu 100000 Wildschweine töten lassen

Um einen drohenden Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Baden-Württemberg zu verhindern, will Agrarminister Peter Hauk (CDU) in diesem Jahr bis zu 100000 Wildschweine schießen lassen.

09.02.2018

Von dpa/lsw

Ein Wildschwein in einem Gehege. Foto: Patrick Pleul/Archiv dpa/lsw

Stuttgart. «Damit wäre ich zufrieden», sagte er am Freitag bei der Präsentation seines 12-Punkte-Plans, mit dem er ein Einschleppen der für Menschen ungefährlichen Krankheit aus Osteuropa verhindern will. «Ein Ausbruch hätte dramatische wirtschaftliche Folgen für unsere heimische Landwirtschaft», betonte Hauk. Wo die Schweinepest schon sei, etwa in Estland, sei die Zahl der Schweinehalter zwischen 2014 und 2017 bedingt durch die Seuche von 701 auf 127 Betriebe gesunken.

In den vergangenen Jahren wurden nach Angaben des Ministeriums stets 50000 bis 70000 Wildschweine geschossen. Das reiche aber zu einer nachhaltigen Reduzierung des Bestandes nicht aus, so Hauk. Und je größer der Bestand, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Schweinepest früher oder später auch nach Deutschland kommt. Noch sei sie 600 Kilometer weg, Experten rechneten aber damit, dass sie etwa über weggeworfene Speisereste von Reisenden, Arbeitern oder Erntehelfern auch schon morgen da sein kann. Das Virus überlebt auch in Salami oder Landjäger-Würsten.

Hauks 12-Punkte-Plan sieht unter anderem vor, dass die Jäger in diesem Jahr auch im März und April jagen dürfen. Die Schonzeit wird ausgesetzt. Probehalber dürfen Jäger im Staatswald Fallen, sogenannte Saufänge, aufstellen. Der Einsatz von Hilfsmitteln wie Nachtsichtgeräten wird erlaubt. Gejagt werden sollen vor allem erwachsene weibliche Tiere. Der Elterntierschutz der Sauen wurden auf das laut Tierschutz zwingend notwendige Maß reduziert. Das Land startet zudem eine Infokampagne und will die Jäger bei der Investition in ihre Ausrüstung und auch bei der Vermarktung des Fleisches unterstützen. Das grün-schwarze Kabinett hat Hauks Paket gebilligt. Drei Millionen Euro Zusatzmittel stehen für 2018 bereit.

Hauk glaubt nicht, dass er die Jäger zum Jagen tragen muss. Die Bereitschaft sei da, was auch Erhard Jauch, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, bestätigte. «Die Jäger sind sich ihrer Verantwortung bewusst.» Vor allem das Aussetzen der Jagdruhe in diesem Frühjahr sei sehr hilfreich. Während Agrarexperte Friedrich Bullinger für die FDP-Fraktion forderte, dies auch gleich in den Folgejahren so zu handhaben, betonte die Tierschutzexpertin der Grünen, Thekla Walker, die Einmaligkeit dieses Schrittes im Jahr 2018. «Das ist ein wichtiger Erfolg.»

Kritik am Aussetzen der Schonzeit kam jedoch von Naturschützern von BUND und Nabu. Von der Schonzeit profitierten viele Tiere im Wald, auch Rehe und Vögel während Balz und Brut, mahnte BUND-Landeschefin Brigitte Dahlbender. Falsch sei zudem die Freigabe der Jagd auch in Naturschutzgebieten. Wo die Jagd bisher nicht erlaubt sei, diene dies dem Schutz von besonders störungsempfindlichen Vogelarten wie Schwarzstorch und Waldschnepfe. «Diesen Schutz müssen wir bewahren und nicht aus angeblicher Prävention opfern», sagte Dahlbender.

Ein Wildschwein in einem Gehege. Foto: Patrick Pleul/Archiv dpa/lsw

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Erstellt:
9. Februar 2018, 13:41 Uhr
Aktualisiert:
9. Februar 2018, 15:50 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Februar 2018, 15:50 Uhr

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