Pandemie

Land will Urlauber aus Corona-Gebieten aussperren

Nach Bayern erlässt auch Baden-Württemberg ein Beherbergungsverbot für Touristen aus Risikoregionen.

25.06.2020

Von DPA

In einer unter Quarantäne stehenden Siedlung von Tönnies-Angestellten in Gütersloh schieben Mitarbeiter eines Lebensmittelmarktes bestellte Produkte in Plastiktüten unter dem Bauzaun hindurch. Foto: David Inderlied/dpa

Baden-Württembergs Landesregierung plant ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus Corona-Risikogebieten, die kein Gesundheitszeugnis vorweisen können. Das sieht ein Verordnungsentwurf vor, der unserer Zeitung vorliegt; er soll im Detail noch angepasst werden.

Die Regelung richtet sich an Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Gasthöfe und Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und vergleichbare Einrichtungen. Sie sollen keine Personen aus Land- oder Stadtkreisen aufnehmen dürfen, in denen „in den letzten sieben Tagen vor der Anreise die Zahl der Neuinfektionen laut der Veröffentlichung des Robert-Koch-Instituts pro 100 000 Einwohner höher als 50 ist“. Aktuell ist das in den Kreisen Gütersloh und Warendorf der Fall. Ausnahmen sind vorgesehen, wenn Betroffene einen negativen Infektionstest vorlegen können, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen wurde.

Damit schließt sich der Südwesten der Linie von Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen an. Eine einheitliche Linie aller Bundesländer ist nicht in Sicht. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) rief dazu auf, negativ auf das Coronavirus getestete Urlauber aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf als Feriengäste aufzunehmen. Wer negativ getestet sei, „sollte in den Urlaubsländern willkommen geheißen werden“. An den Teststationen in Gütersloh bildeten sich lange Schlangen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte leise Kritik am Corona-Krisenmanagement der NRW-Landesregierung. Man habe sich schon ein „bisschen gewundert“, warum die Menschen in den Corona-Hotspots nicht von Anfang an für eine Woche oder zehn Tage unter sich bleiben mussten, sagte Söder.

Für Urlauber aus stark vom Coronavirus betroffenen Ländern wie den USA, Brasilien und Russland zeichnet sich vorerst keine Lockerung des EU-Einreiseverbots ab. (mit dpa)

Leitartikel Seite 2

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Erstellt:
25. Juni 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
25. Juni 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2020, 06:00 Uhr

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