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Finanzen

Land fordert Kassensturz

Die Geldgeber suchen nach einer Antwort auf die Not des Theaterhauses. Am Brandbrief wird Kritik laut.

19.03.2019

Von Daniel Grupp

Das Theaterhaus ist in finanzielle Schieflage geraten. Foto: Andreas Feucht

Stuttgart. 400.000 Euro von Stadt und 200.000 Euro vom Land – spätestens Ende April soll die Zusage über 600.000 Euro vorliegen, um die „drohende Insolvenz“ des Theaterhauses Stuttgart abzuwenden. Den Brandbrief formulierte Theaterhausleiter Werner Schretzmeier pointiert. „Existenzbedrohende Umsatzeinbrüche und Sponsorenausfall“ ist das Schreiben betitelt.

Der Bittbrief ging laut Schretzmeier an Stadträte und Abgeordnete – Landesregierung und Rathaus seien schon im Februar über die drohende Schieflage informiert worden. Die Hälfte des 600 000-Euro-Lochs macht ein Zuschauerrückgang aus, den der Theaterleiter auf den langen, heißen Sommer zurückführt. „Fünf Monate Sommer, da konnten wir nicht gegensteuern“, sagt er. 300 000 Euro brechen weg, weil ein großer und zwei kleinere Spender abgesprungen sind. „Das konnten wir nicht mehr ausgeglichen.“ Die Sponsorengelder seien „lebensnotwendig“.

Es deutet sich an, dass Land und Stadt das Haus auf dem Pragsattel nicht hängen lassen werden. Jedoch wird auch Kritik laut. Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst, das mit rund einer Million Euro im Jahr das Theaterhaus fördert, fordert einen Kassensturz. „Die Zahlen müssen rasch auf den Tisch, um die Lage gemeinsam mit der Stadt beurteilen zu können“, sagt Staatssekretärin Petra Olschowski. Auf die Daten warte man schon länger.

Die Stadt überweist jährlich über zwei Millionen Euro an die Einrichtung. „Die Verwaltung arbeitet an einem Lösungsvorschlag“, teilt OB Fritz Kuhn (Grüne) mit. „Die Kulturverwaltung steht in Kontakt mit den Verantwortlichen des Theaterhauses.“

Im Gemeinderat wird Kritik laut: Guntrun Müller-Enßlin sagt, sie sei „sehr irritiert“. Sie habe erst aus der Zeitung vom Brief erfahren. „Ich kenne den Wortlaut des Schreibens nicht“, so die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion SÖS/Linke/Plus, obgleich sie auch im Beirat des Theaterhauses sitzt. Jürgen Sauer, ihr Pendant von der CDU-Fraktion, war Briefempfänger. Ihn stört, dass bei all der Geldforderung kein Hinweis zu entnehmen ist, welchen Sparbeitrag das Theaterhaus leisten wird. Seiner Ansicht ist das Haus gut mit öffentlichen Zuschüssen ausgestattet.

Insgesamt signalisieren Sauer, Müller-Enßlin und Andreas Winter (Grüne), dass sie das Haus „nicht im Regen stehen lassen“, wie es Hans-Peter Ehrlich (SPD) sagt. Winter nennt das Theaterhaus einen „kulturellen Leuchtturm“. Damit das so bleibt, hat die Stadt gerade ein Erweiterungs- und Investitionsprogramm von rund 47 Millionen Euro auf den Weg gebracht.

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Erstellt:
19. März 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. März 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 06:00 Uhr

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