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Erste Nostalgie-Kennzeichen

Land beantragt Wiedereinführung von LEO, GD, BK, BCH und HCH

Baden-Württemberg will zunächst fünf Altkennzeichen wiedereinführen. In fünf weiteren Fällen ist die Entscheidung noch offen. Das Nachsehen haben Städte, bei denen der Kreistag sein Veto einlegt.

16.01.2013

Von ROLAND MUSCHEL

Stuttgart Verkehrsminister Winfried Hermann wird beim Bund die Wiedereinführung von fünf Nostalgie-Autonummernschildern in Baden-Württemberg beantragen. Das hat der Grünen-Politiker am Dienstag nach der Kabinettssitzung bekanntgegeben. Danach sollen die Buchstabenkombinationen GD für Schwäbisch Gmünd, HCH für Hechingen, LEO für Leonberg, BK für Backnang und BCH für Buchen wieder für ein Stück Heimat am Heck stehen dürfen. Damit, sagte Hermann, würden all jene Kennzeichen beim Bund beantragt, bei denen die zuständige Zulassungsbehörde dies gewünscht habe.

Umgekehrt heißt das aber, dass eine Reihe ebenfalls interessierter Städte, bei denen die Landratsämter aufgrund von Beschlüssen der Kreistage ihr Veto eingelegt haben, das Nachsehen haben. Immerhin 14 Kreistage haben sich bislang gegen die Retro-Welle gestemmt und die Wünsche nach Altkennzeichen von Städten wie Horb, Vaihingen, Crailsheim, Nürtingen, Bühl, Stockach, Lahr, Donaueschingen, Bad Säckingen, Bad Saulgau, Überlingen oder Tettnang abgelehnt.

Grundsätzlich wäre die Wiedereinführung von insgesamt 28 Kennzeichen früherer Kreise möglich gewesen, die nach der Gebietsreform 1973 in größeren Zulassungsbezirken aufgegangen sind. Die wiederum sehen in den Alt-Kennzeichen häufig ein Zurück in die Vergangenheit und fürchten, dass dadurch das Zusammengehörigkeitsgefühl auf Kreisebene schwindet.

Fünf Landratsämter haben sich noch nicht abschließend geäußert. So fehlen bislang Beschlüsse über eine mögliche Wiedereinführung der Altkennzeichen SNH für Sinsheim, ÖHR für Öhringen oder MGH für Bad Mergentheim. Es sei möglich, Anträge noch nachzureichen, sagte Hermann. "Wo eine breite Mehrheit aller Beteiligten sich das alte Kennzeichen zurückwünscht, haben wir das ermöglicht und werden das auch zukünftig so handhaben." Die von den Kreistagen ausgebremsten Städte, hatten dagegen gehofft, dass das Land ihre Voten an den Bund übermittelt.

Dass Berlin die Anträge des Landes ablehnt, gilt als extrem unwahrscheinlich. Ein Sonderfall ist das Altkennzeichen BK, das Backnang zurückwünscht - 2007 ist diese Buchstabenkombination an den Börde-Kreis in Sachsen-Anhalt vergeben worden. Baden-Württemberg plant nun die Kontaktaufnahme mit Sachsen-Anhalt, um im speziellen Fall eine Lösung auszuloten.

Ausgangspunkt der Rückkehr von Altkennzeichen war eine Studie der Hochschule Heilbronn. Der Verfasser, Ralf Bochert, hatte unter 30 000 Befragten ein Stimmungsbild erhoben, demzufolge eine große Mehrheit in den betreffenden Städten ihre alte Nummernschilder zurückhaben wolle. Die Studie argumentiert, dass die Altkürzel die lokale Identität stärkten. 2011 hatte sich dann die Verkehrsministerkonferenz zwei Mal mit dem Thema befasst und sich für eine Wiedereinführung ausgesprochen. Die ist seit dem 1. November 2012, mit Inkrafttreten einer entsprechenden Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung, möglich.

Laut der Verordnung können Fahrzeughalter, die in einem Landkreis wohnen, in dem es künftig mehr als ein Autokennzeichen-Kürzel gibt, zwischen diesen auswählen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihre Gemeinde im früheren Zulassungsgebiet des Altkennzeichens liegt oder nicht. Für die Ummeldung eines Fahrzeugs fallen Gebühren ab 26,80 Euro an. Die Kosten für neue Schilder kommen noch dazu.

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Erstellt:
16. Januar 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Januar 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2013, 12:00 Uhr

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