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Studie

Lärm fördert Depression und Herzschwäche

Krach stört. Aber macht er krank? Eine neue Studie sieht geringere Risiken als angenommen. Aber Fluglärm schlägt aufs Gemüt, Herz und Hirn.

30.10.2015
  • DPA

Frankfurt/Main Chronischer Verkehrslärm kann das Risiko erhöhen, Depressionen und Herzschwäche zu bekommen, wirkt sich aber nicht auf den Blutdruck aus. Das ist das Fazit der Studie NORAH (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health), die ihre Verfasser jetzt vorgestellt haben. Sie hatten fünf Jahre lang die gesundheitlichen Folgen von Flug-, Straßen- und Schienenlärm in den Regionen Rhein/Main, Köln/Bonn und Stuttgart untersucht. Das Ergebnis der Studie insgesamt: Verkehrslärm verursacht geringere Gesundheitsrisiken als bisher angenommen.

Ergebnisse im Einzelnen:

- Ein erhöhtes Risiko, an Depressionen zu erkranken, habe sich vor allem unter Menschen gezeigt, die dauerhaft Fluglärm ausgesetzt sind. Diese psychischen Folgen seien bisher kaum beachtet worden.

- Subjektiv fühlten sich die Menschen rund um alle untersuchten Flughäfen stark belästigt. Diese Beeinträchtigung der Lebensqualität sei bei gleichbleibendem Dauerschallpegel in den vergangenen Jahren gestiegen. Anders als frühere Untersuchungen habe die NORAH-Studie keinen Effekt auf den Blutdruck nachweisen können.

- Positive Wirkung bescheinigen die Wissenschaftler dem Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen: Seit 2011 eine sechsstündige Ruhezeit in der Nacht eingeführt worden ist, schlafen die Anwohner besser.

- Die Einstellung zum Flugverkehr spielt der Studie zufolge anscheinend eine Rolle: Menschen, die der Fliegerei positiv gegenüberstehen, schlafen demnach besser als Kritikker des Flugverkehrs.

- Grundschulkinder lernen bei ständigem Fluglärm langsamer Lesen. Mindestens einen Monat länger als andere brauchen Zweitklässler dafür in Grundschulen rund um den Frankfurter Flughafen.

Für die Studie war die Belastung durch Flug-, Straßen- und Schienenlärm im Raum Frankfurt für 900 000 Gebäude berechnet worden. Zusätzlich wurden Lärmdaten von je 2500 Anwohnern der Flughäfen Köln/Bonn und Stuttgart erhoben und 29 000 Flughafen-Anwohner befragt. Für die Krankheitsrisiken wurden Krankenkassendaten von etwa einer Million Menschen im Rhein-Main-Gebiet ausgewertet.

An einer Schlafstudie nahmen rund 200 Menschen teil, an einer Blutdruckstudie 844.

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30.10.2015, 12:00 Uhr
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