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La isla minima - Mörderland

La isla minima - Mörderland

In dem spanischen Thriller werden zwei Polizisten in die Provinz geschickt, um das Verschwinden zweier Schwestern zu untersuchen.

La isla minima

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Spanien 2014

Regie: Alberto Rodríguez
Mit: Javier Gutiérrez, Raúl Arévalo, María Varod

105 Min.

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09.03.2016
  • Dorothee Hermann

Eindringlinge haben es schwer im Sumpfland der Mündung des Guadalquivir. Die Gegend ist so flach, dass sie fast keine Verstecke bietet. Fremde fallen sofort auf. Die großartigen Panorama-Aufnahmen im Western-Stil (Kamera: Alex Catalán) schaffen eine permanente Showdown-Atmosphäre. Es wird tatsächlich immer wieder zur Abrechnung Mann gegen Mann kommen, doch stets anders als erwartet, und auf das hollywoodtypische endgültige Aufräumen darf hier keiner hoffen.

Nach einer Serie brutaler Verbrechen an jungen Mädchen kann die Obrigkeit den verarmten Landstrich südlich von Sevilla nicht länger sich selbst überlassen. Eine Verbesserung der Lebensverhältnisse ist politisch nicht vorgesehen, doch Madrid entsendet zwei Mordermittler. Sie sollen aus der verschwiegenen Dorfgemeinschaft herausholen, was passiert ist.

Pedro (Raúl Arévalo) ist offenbar ein umgänglicher Typ. Sein stets makellos rasierter, älterer Partner Juan (Javier Gutiérrez) ist in seiner gepflegten Glätte und dem unergründlichen Blick schwieriger einzuschätzen. Er könnte ein ehemaliger Franco-Mann sein.

So legt sich über die Spannung der Jagd nach dem Serienkiller ein weiteres Unbehagen, von dem sich keiner so leicht distanzieren kann. Denn der düstere Neo-Noir-Thriller des spanischen Regisseurs Alberto Rodriguez führt zurück ins Jahr 1980, in die Jahre unmittelbar nach Francos Tod, als die Kräfte der faschistischen Vergangenheit der jungen spanischen Demokratie noch stark zusetzten.

Wie dieser Konflikt in miesen Hotelzimmern und in ärmlichen Unterkünften noch im letzten Winkel des Landes ausgetragen wurde, zeigt der Film in einer gebrochenen Nostalgie des Schäbigen, Verschatteten.

Die beiden Kriminalbeamten stehen für das neue und für das alte Spanien, das in einer Szene ineinanderfällt: Als der jüngere aus Frustration über den schleppenden Fortgang der Ermittlungen scheinbar instinktiv zu denselben brutalen Verhörmethoden greift, die sein älterer Kollegen gewohnheitsmäßig einsetzt. Empfindsame Gemüter sollten bei den Tatort-Szenen besser rechtzeitig wegsehen.

Bildstarker Neo-Noir-Thriller mit fiesen politschen Unterströmungen.

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09.03.2016, 17:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
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