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Kommentar · Rente

Kurzfristiger Erfolg

22.03.2016
  • DIETER KELLER

Gute Nachricht für Millionen von Senioren: Die Rentenerhöhung am 1. Juli fällt mit 4,25 Prozent im Westen so hoch aus wie lange nicht mehr. Sie profitieren von den kräftig steigenden Löhnen der Erwerbstätigen und von der zunehmenden Beschäftigung. Nach mageren Jahren, in denen teilweise die Erhöhung ganz ausfiel, ist das Balsam für viele geplagte Rentner, zumal die Inflation derzeit niedrig ist.

Leider wird häufig ein Teil des Zuschlags dadurch aufgefressen, dass die meisten Krankenkassen ihre Beiträge erhöht haben. Bei den Rentnern wirkt sich das seit Anfang März aus, zwei Monate später als bei den Arbeitnehmern.

Auch in den nächsten Jahren können die Rentner mit jährlichen Erhöhungen rechnen, solange die Löhne und Gehälter weiter steigen. Nach der Rentenformel sinkt allerdings das Rentenniveau, wenn die Zahl der Jungen im Beruf zurückgeht.

Dramatisch klingt, dass fast zwei Drittel der Bevölkerung befürchten, von der gesetzlichen Rente nicht gut leben zu können. Doch genau diese Weichenstellung hat die Politik vor 15 Jahren mit der Einführung der Riester-Rente getroffen: Die gesetzliche Rente wurde zur Basisversorgung herabgestuft. Allerdings haben viele nicht die nötigen Konsequenzen gezogen und zusätzlich privat vorgesorgt, obwohl dies erheblich vom Staat gefördert wird. Manchem fehlte schlicht das Geld. Daher muss die Politik das Konzept überarbeiten, auch wenn das schwierig wird.

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22.03.2016, 08:30 Uhr
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