Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Weltordnung

Kursschwenk wegen Trump

Außenminister Sigmar Gabriel will Deutschlands Verhältnis zu den USA neu ausrichten.

06.12.2017
  • STEFAN KEGEL

Berlin. Jahrzehntelang haben sich Deutschland und Europa unter der amerikanischen Führung eingerichtet. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) strebt nun eine neue Politik gegenüber Washington an: Europa müsse seine eigenen Interessen verteidigen, fordert er. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist der Auslöser für den politischen Kursschwenk? Schon Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor einigen Monaten betont, dass Europa sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen muss. Wie sie argumentiert auch Gabriel, dass die USA sich unter Präsident Donald Trump von der Rolle „eines Garanten des westlich geprägten Multilateralismus“ verabschiedet hätten. Er habe den Eindruck, dass „die Welt für die USA nicht mehr länger eine globale Gemeinschaft ist, sondern eine Arena“. Und sie fühlten sich nicht mehr für die Stabilität dieser Arena zuständig, sondern sähen sich als Kämpfer auf dem Sandplatz.

Warum ist diese Entwicklung für Deutschland so bedeutend? Nicht nur der Terrorismus hat das Sicherheitsgefühl in Deutschland erschüttert. Es ist auch Europas Nähe zu Krisenherden, wie der Ukraine, Libyen oder Syrien. Mit einem Rückzug der Vereinigten Staaten auf Trumps „America first“-Politik entstehe ein Vakuum, sagt Gabriel. Dieses werde durch das offensive Agieren aufstrebender Staaten wie China, Russland, der Türkei oder dem Iran gefüllt. „In der sich so verändernden Weltordnung ist es umso dringender, dass Europa sich auf seine Interessen besinnt und sich Gestaltungsmacht erarbeitet“, so Gabriel.

Droht deshalb ein Riss zwischen den USA und Deutschland? „Trotzdem werden die USA unser wichtigster globaler Partner bleiben müssen“, betont Gabriel. Aber mit der immer weiteren Verschärfung der Sanktionen gegen Russland oder der drohenden Aufkündigung des Atomvertrages mit dem Iran gefährdeten die USA die europäische Sicherheit. „Europa kann sich nicht leisten, auf die USA zu warten. Wir müssen deutlich machen, wo die Grenzen unserer Solidarität erreicht sind.“

Käme ein stärkerer weltweiter Einsatz Deutschlands bei den Bürgern an? In dieser Frage ist das Land gespalten. In einer Umfrage der Körber-Stiftung sagten 52 Prozent der Teilnehmer, dass sie ein Eingreifen Deutschlands in internationale Krisen ablehnen, 43 Prozent waren dafür. Gleichzeitig sahen nur 43 Prozent der Befragten die USA als wichtigsten Partner Deutschlands an, 63 Prozent nannten dagegen Frankreich.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

06.12.2017, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
 
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular