Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Syrien

Kurden rufen Assad-Armee zu Hilfe

Der Vormarsch der türkischen Truppen in der Region Afrin schafft neue und ungewöhnliche Allianzen.

20.02.2018

Von MARTIN GEHLEN

Kämpfe in der Region Afrin. Foto: afp/omar haj kadour

Damaskus. Beide Seiten misstrauen einander. Dennoch gelang es Syriens Kurden während der sieben Jahre Bürgerkrieg, mit dem Assad-Regime ein fragiles Auskommen zu wahren und Damaskus eine gewisse Autonomie abzutrotzen. Und so sitzt inmitten der Regionalhauptstadt Qamishli nach wie vor ein symbolischer Militärposten der fernen Machthaber, die einzige offizielle Präsenz der Regierungstruppen im syrischen Kurdistan, der so genannten Rojava, nach ihrem freiwilligen Rückzug 2012. Dieser Tage nun rüstet Assads Militär zu einem Comeback, diesmal auf ausdrückliche Bitte der Kurden. Am Montag kündigten regimetreue Milizverbände an, ihr Einmarsch in die kurdische Enklave Afrin stehe unmittelbar bevor.

Seit die türkische Armee versucht, die Region Afrin unter Kontrolle zu bringen, bangen die syrischen Kurden um ihre mühsam errungenen Freiheiten, die Machthaber in Damaskus befürchten eine Annexion des Gebietes durch die Regierung in Ankara. „Unsere Truppen werden sich an dem Widerstand gegen die türkische Aggression beteiligen, um die territoriale Einheit und Integrität Syriens zu verteidigen“, hieß es am Montag in einer Erklärung des Assad-Regimes, die über die staatliche Nachrichtenagentur Sana verbreitet wurde. Ähnlich äußerte sich der Chef der kurdischen YPG-Milizen, Sipan Hamo. Man habe kein Problem mit einer Intervention von Damaskus, um Afrin zu verteidigen und den türkischen Angriff zurückzuschlagen.

Die fünfte Front

Und so finden sich beide Lager plötzlich auf der gleichen Seite einer neuen Front wieder, der mittlerweile fünften auf syrischem Territorium. Türkei gegen Kurden, Israel gegen Iran, USA gegen Russland sowie Assad-Regime gegen Aufständische, hießen bisher die Schlachtfelder, die mehr als 350?000 Menschen das Leben kosteten. Obendrein droht nun auch eine direkte militärische Konfrontation zwischen Syrien und Türkei – und damit eine weiteres düsteres Kapitel in der syrischen Apokalypse. Martin Gehlen

Zum Artikel

Erstellt:
20. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Aus diesem Ressort
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+