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Kunst statt Pershings
Das von Tadao Ando entworfene Ausstellungsgebäude der Langen Foundation auf dem Gelände der ehemaligen NATO-Raketenstation bei Neuss. Foto: dpa
Die Langen Foundation: Deutschlands wichtigste Japan-Sammlung ist auf einem ehemaligen Nato-Stützpunkt untergebracht

Kunst statt Pershings

Erst kam der Kalte Krieg, dann kam die Kunst. Wie zur ehemaligen Raketenstation Hombroich. Spektakulär ist der Bau für die private Langen Foundation.

10.08.2016
  • DOROTHEA HÜLSMEIER, DPA

Neuss. Wo im Kalten Krieg Marschflugkörper und Pershing-Raketen stationiert waren, steht heute eines der faszinierendsten Kunstzentren des Rheinlands. Die einstige Nato-Raketenstation Hombroich bei Neuss hat als Militärstützpunkt seit mehr als 20 Jahren ausgedient. Die Wachtürme sind fast zugewachsen, die früheren Baracken und Wälle blieben erhalten. Auf diesem Gelände, das früher in keiner Landkarte verzeichnet war, wurde 2004 ein spektakulärer Bau für die private Langen Foundation eröffnet.

Der japanische Star-Architekt Tadao Ando hat den von einem Glasmantel umhüllten Betonriegel im Auftrag der Sammlerin Marianne Langen gebaut. Das Gebäude „ist das größte Kunstwerk, das ich jemals erworben habe“, sagte Marianne Langen, die vor der Eröffnung 2004 starb.

Zwei Pfeiler hat die Sammlung, die das Meerbuscher Unternehmerehepaar Viktor (1910–1990) und Marianne Langen seit den 1950er Jahren zusammengetragen hatte: eine in Deutschland einzigartige Japan-Sammlung mit rund 350 Werken vom 12. bis 20. Jahrhundert und eine Kollektion von einst 300 Werken der berühmtesten Maler der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts.

30 000 Besucher jährlich kommen zur Langen Foundation. Man steht minutenlang vor geschlossenen Bahnschranken und fährt über Feldwege. Entschleunigung pur. „Wir sind hier draußen wetterabhängig“, sagt die künstlerische Leiterin Christiane Maria Schneider. Im Sommer ist mehr los, im Winter weniger.

„Meine Mutter wollte vor allem die japanische Sammlung zeigen. Das war ihr wichtig“, sagt die heutige Stiftungsvorsitzende Sabine Langen-Crasemann (73). „Insofern sind wir etwas anders als andere Häuser, weil wir den Asien-Schwerpunkt haben. Das bringt die Leute dazu, sich auch mal wieder etwas anderes anzuschauen.“

Die Sammlung sei „nicht von Kuratoren und Beratern“ gesammelt worden, sondern „von einem Ehepaar, das sich für Kunst interessiert hat“, betont Langen-Crasemann. Ihre Eltern seien viel gereist. „Für sie war Kunst ein Mittel, die Welt zu begreifen.“

Die Sammlung ist von den Erben nicht unangetastet geblieben. 2014 ging ein Raunen durch die Kunstszene, als 30 Meisterwerke der Kollektion bei Christie's in New York versteigert wurden. Allein zehn Spitzenwerke von Picasso, Kandinsky, Dalí, Braque und Léger brachten 58 Millionen Euro.

„Für mich ein trauriges Thema“, sagt Langen-Crasemann. „Ich hätte am liebsten alles behalten.“ Doch auch ihre beiden Brüder haben über die Kunst mitzubestimmen.

Die verbliebenen Werke der Klassischen Moderne aus der Sammlung sind von Museen weiterhin als Leihgaben für Ausstellungen gefragt. Derzeit ist ein Bild von Lászlo Moholy-Nagy ans Guggenheim Museum New York verliehen.

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10.08.2016, 06:00 Uhr
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