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Kunst-Spektakel im ländlichen Arkansas
Der Gebäudekomplex des Crystal Bridges Museum of American Art. Foto: dpa
Das Museum der Wal-Mart-Erbin Alice Walton, einer der reichsten Frauen der Welt

Kunst-Spektakel im ländlichen Arkansas

Die großen Kunst-Institutionen der USA stehen in den Metropolen. Im ländlichen Nordwesten von Arkansas macht nun Crystal Bridges Furore.

11.08.2016
  • CHRISTINA HORSTEN, DPA

Bentonville. Tief in Gedanken versunken scheint der junge Mann mit dem braunen Vollbart in die Ferne zu schauen. Es ist der 1934 gestorbene deutsch-britische Bariton-Sänger George Henschel, gemalt 1889 vom US-Künstler John Singer Sargent. Das kleine dunkle Ölfarben-Porträt hängt in einer Ecke des Crystal Bridges Museum of American Art. „Alice hatte dieses Bild in ihrem Schlafzimmer – so sehr liebt sie es“, sagt der Kurator Chad Alligood.

Alice ist Alice Walton, 66 Jahre alt, Wal-Mart-Erbin und eine der reichsten Frauen der Welt. Auf 30 Milliarden Dollar (etwa 27 Milliarden Euro) wird ihr Vermögen geschätzt.

Ihr erstes Bild soll Alice Walton mit elf Jahren in einem der damals noch kleinen Läden ihres Vaters gekauft haben. Ein Picasso-Poster für 25 Cent, verdient, indem sie wochenlang Popcorn vor den Geschäften des Vaters verkauft hatte. Heute wird ihre Kunstsammlung auf einen Wert von 500 Millionen Dollar geschätzt.

Seit 2011 ist ein großer Teil davon öffentlich im Crystal Bridges Museum of American Art zu sehen. Walton hat das Museum gegründet, mit eigenem Geld und Unterstützung des Familienkonzerns, der auch den kostenlosen Zugang gewährleistet.

Die vom israelischen Architekten Mosche Safdie entworfene Ausstellungshalle aus mehreren Pavillons überbrückt einen Bach und liegt mitten in einem Wald. Rund um das Museum herum führen zahlreiche Wanderpfade. Das Grundstück ist Familienbesitz der Waltons, die hier aus der abgeschiedenen 40 000-Einwohner-Stadt Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas stammen.

„Bei der Gründung dieses Museums ging es auch darum, Zugang zu Kunst zu schaffen“, sagt Museumsdirektor Rod Bigelow. „Es hat das Leben der Menschen hier bereichert.“

Rund 2500 Werke umfasst die Kollektion inzwischen, und ständig kommen neue hinzu. „Wir sind noch so jung und sind so spät zu diesem Spiel dazugestoßen, dass unsere Sammlung sich immer noch sehr in der Entwicklungsphase befindet“, sagt Bigelow. „Wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben.“

Im Fokus stünden die Geschichte der USA und die Konstruktion der amerikanischen Identität, erzählt durch die Augen ihrer Künstler, sagt Alligood. Bei moderner und zeitgenössischer Kunst sei noch „Luft nach oben“, Kunstwerke von Frauen und die sogenannte Hudson River School, eine Gruppe von US-Landschaftsmalern aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, seien dagegen die großen Stärken der Walton'schen Sammlung.

So hat Walton eines der bedeutendsten Werke der Hudson River School gekauft, „Kindred Spirits“ von Asher Brown Durand aus dem Jahr 1849. Sie erwarb es vor rund zehn Jahren von der New Yorker Stadtbibliothek, angeblich für 35 Millionen Dollar. Die New Yorker waren entrüstet darüber, dass das Bild nach Arkansas verschwinden sollte, sagt Alligood. Für Walton aber habe es den Ausschlag zur Gründung des Museums gegeben, weil sie es der Öffentlichkeit zurückgeben wollte.

Das Museum, das seit seiner Gründung jedes Jahr bis zu 600 000 Menschen anzieht, hat die Stadt Bentonville verändert. „Arkansas war eigentlich nie ein Staat, wo man seine Ferien verbringen wollte“, sagt Bigelow. „Man fuhr durch oder flog drüber. Jetzt ist das Museum ein Ziel, eine Art Rückzugsort von den großen Städten, und darauf sind wir stolz.“

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11.08.2016, 06:00 Uhr
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